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Business-Software modernisieren

Infor will ERP-Linien über Komponenten erweitern

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von Frank Niemann, COMPUTERWOCHE-Redakteur
Der Anbieter von Business-Lösungen wie ERP COM und ERP LN will Produktinnovationen in Form Softwarekomponenten an die Nutzer ausliefern. Ohne umfangreiche Anpassungen und Release-Wechsel sollen Nutzer neue Funktionen einführen können. Im Augenblick haben viele Kunden indes anderes zu tun.

Nachdem Infor in den letzten Jahren eine Softwarefirma nach der anderen gekauft hat, will der Anbieter von Business-Lösungen nun beweisen, auch innovativ zu sein. Innerhalb der nächsten vier Jahre investiert der Anbieter mit Hauptsitz in Alpharetta im US-Bundesstaat Georgia insgesamt 325 Millionen Dollar in die Entwicklung neuer Produkte. Der Jahresumsatz von Infor liegt bei 2,2 Milliarden Dollar.

Neue ERP-Suiten will der Softwareanbieter jedoch nicht auf den Markt werfen. Vielmehr hat er vor, neben der Weiterentwicklung bestehender ERP-Linien zusätzliche Softwarekomponenten zu bauen, mit denen die Kunden ihre bestehenden ERP-Produkte ergänzen können. Vermarkten will der Hersteller diese Bausteine aber auch an Nutzer, die Geschäftsapplikationen von Infor-Konkurrenten verwenden. Insgesamt 19 Komponenten sollen bis Ende des nächsten Jahres erscheinen, verkündete das Softwarehaus während der diesjährigen Kundenkonferenz "Inforum" in Neuss.

Komponenteneinsatz ohne ERP-Upgrade

Komponenten sollen Infor-Nutzer, die beispielsweise "Baan", "Xpert" oder "Infor ERP COM" nutzen, in die Lage versetzen, neue Funktionen in Betrieb zu nehmen, ohne aber die gesamte ERP-Umgebung auf das nächste Release heben zu müssen.

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Wer beispielsweise neue Funktionen für die Auftragsbearbeitung benötigt, für den steht mit "Order Management" eine entsprechende Komponente bereit. Sie besteht aus Softwarekomponenten zur Auftragsannahme, ein Preisverwaltung ("Price Book") sowie Lagerverwaltung ("Inventory Control") bereit. Order Management soll Anwender in die Lage versetzen, Preismodelle für verschiedene Kundengruppen zu pflegen, etwa für Großabnehmer und Einzelkäufer, ohne dafür kostspielige Anpassungen in ihrer ERP-Lösung vornehmen zu müssen, verspricht Jeff Ralyea, Vice President Product Management.

Open SOA verbindet alte Releases mit neuen Bausteinen

Besagte Bausteine sollen die Softwarenutzer über Integrationsmechanismen an ihre ERP-Kernsysteme anbinden können. Die Anbindungsverfahren sind Teil von Infors "Open SOA"-Ansatz. Er sieht vor, ERP-Produkte und die Komponenten über standardisierte Dokumente zu koppeln. Somit handelt es sich um eine asynchrone Anbindung. Dabei helfen ein Workflow-Engine sowie ein Event-Monitor. Definieren und Konfigurieren lässt sich die Anbindung der Komponenten über ein Eclipse-basierendes Entwicklungswerkzeug ("Studio"). Infor liefert diese und andere Open-SOA-Elemente gemeinsam mit neuen Produkt-Releases im Rahmen der Wartung an die Kunden aus. Auch einige Komponenten sind für Wartungskunden kostenfrei, für andere erhebt der Hersteller Lizenzgebühren.

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Komponenten verfügen über eigene Geschäftslogik und eine Datenbank. Sie sind auf Grundlage einer einzigen Code-Basis für unterschiedlichen ERP-Lösungen und Branchenausprägungen erhältlich. Nach Angaben von Infor lassen sich die Bausteine mit verschiedenen Versionen einer ERP-Lösung verwenden, so dass diese beispielsweise sowohl Nutzern des veralteten "Baan IV" als auch der aktuellen Version "ERP LN" zur Verfügung stehen. Hierzu müssten weder der Kunde noch das Softwarehaus den Applikations-Code dieser Anwendungen verändern. Um einen Infor-Baustein in Betrieb zu nehmen, muss der Datenaustausch an die jeweilige ERP-Umgebung des Anwenders angepasst werden.

Mit Softwarekomponenten sollen ERP-Nutzer bestehende Systeme ausbauen können, ohne dazu aufwendige Anpassungen vornehmen zu müssen.
Mit Softwarekomponenten sollen ERP-Nutzer bestehende Systeme ausbauen können, ohne dazu aufwendige Anpassungen vornehmen zu müssen.

Infors Komponentenstrategie resultiert und anderem aus der Kundensituation. Viele Anwender verwenden alte Releases der ERP-Lösungen, die auch weiterhin gepflegt werden. Statt den Quellcode dieser Systeme in großem Stil zu überarbeiten, investiert Infor in Komponenten, die der Kunde gemeinsam mit der alten Programmversion nutzen soll.


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