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ERP
SAP-Chef Apotheker zum Enterprise Support

"Allein der neue Solution Manager rechtfertigt Wartungsaufschlag"

14.10.2008
Autor(en): Frank Niemann, Computerwoche-Redakteur.
Seitdem SAP Enterprise Support und damit höhere Wartungskosten angekündigt hat, brodelt es unter den Kunden. Laut Co-CEO Léo Apotheker würden Anwender die Vorteile der neuen Support-Struktur erkennen. Dazu zählt er die Erweiterung des Solution Manager.

Heftig waren die Reaktionen auf die neue Wartungsstrategie der SAP. Daher wurde das Thema auch auf der eigentlich für Netweaver-Entwickler gedachten Konferenz "SAP Teched" nicht ausgelassen. Viele SAP-Anwender ärgern sich über das neue Konzept, da sie für Leistungen zahlen sollen, die sie nicht benötigen.

SAP-Cef Léo Apotheker:
SAP-Cef Léo Apotheker: "Natürlich will keiner gern mehr zahlen, doch der überwiegende Teil der Anwender erkennt die Vorteile des Enterprise Support."

Nach Darstellung von Co-CEO Léo Apotheker habe die Mehrheit der Kunden jedoch eine andere Wahrnehmung. "Natürlich will keiner gern mehr zahlen, doch der überwiegende Teil der Anwender erkennt die Vorteile des Enterprise Support", so der Top-Manager. Im Gegensatz zu Marktforschern, die nur einige wenige Anwender interviewten, könne SAP ganz anders in die Kundschaft hinhorchen.

Anwendervereinigungen wie die Deutschsprachige Anwendergruppe (DSAG) haben aber genau das Gegenteil festgestellt. Dort konnte bisher niemand verstehen, wo der Mehrwert von Enterprise Support liegen sollte. Auf Anwendervertretungen scheint Apotheker nicht besonders gut zu sprechen sein. Der Kritik unter anderem der DSAG entgegnete er: "Nicht die Anwendervereinigungen kaufen Lizenzen, sondern die Kunden."

ERP-Erweiterungen schnell einspielen

Nach Darstellung des SAP-Vorstandssprechers werde mit den für November in Aussicht gestellten Erweiterungen des Solution Manager der Betrieb und die Pflege von SAP-Systemen wesentlich vereinfacht. Diese Funktionen bildeten die technische Grundlage für den Enterprise Support.

Erweiterungspakete ("Enhancement Packages") ließen sich mit dem System-Management-Tool einspielen, ohne die ERP-Systeme für längere Zeit abschalten zu müssen, wie es bei R/3-Release-Wechseln noch üblich war. Dadurch würde sich zudem der Testaufwand drastisch reduzieren, da sich die neuen Funktionen isoliert testen lassen. Anhand der Komponente "Business Process Change Analyzer" könnten Softwareanwender analysieren, welche neuen Features eines Enhancement Package sie benötigen. Prüfroutinen werde es ferner für SAP-Erweiterungen von unabhängigen Softwarehäusern sowie für vom Kunden selbst geschriebene Routinen geben. "Allein diese Solution-Manager-Erweiterungen rechtfertigen den Enterprise Support", versucht Apotheker die schrittweise Gebührenanhebung zu rechtfertigen. Und da die Anhebung der Wartungssätze von heute 17 auf 22 Prozent in kleinen Schritten gestaffelt über die nächsten vier Jahre erfolge, würden diese kaum ins Gewicht fallen. Offenbar haben Kunden und die SAP-Leitung hier sehr unterschiedliche Wahrnehmungen. "SAP verändert sich in ein anderes Unternehmen", meint Wolfgang Martin, unabhängiger IT-Analyst. Andere Beobachter sprechen gar von einem "kulturellen Wandel".

Enhancement-Strategie für Netweaver und Business Suite

Enhancement Packages wird es künftig nicht nur für ERP 6.0, sondern auch für die Anfang nächsten Jahres erscheinende Neufassung der "SAP Business Suite" und für die Plattform "Netweaver" geben. Nicht unter dieses Konzept fallen hingegen die Business Objects-Produkte sowie SAP Master Data Management, da diese Erzeugnisse auf andere Techniken basieren und nicht auf der Netweaver-Umgebung laufen. Jedoch werde SAP den Release-Zyklus dieser Lösungen auf die Erweiterungsstrategie der genannten SAP-Applikationen abstimmen.


Leserkommentare 
(6 Beiträge), 
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joda56
Der feine Unterschied zwischen Anwendervereinigungen und Kunden scheint mir entgangen zu sein. Unklug formuliert! So schafft man Feindbilder. Vielleicht lautet die Botschaft im Jahre 2009: "SAP - jetzt rezeptpflichtig!" zum Beitrag

Irgendeiner
Sehr spannend was doch als "Mehrheit" von der anderen Seite aus wahrgenommen wird. Alle Umfragen zeigen andere Zahlen!! Wen hat Herr Apotheker nur befragt? Henning Kagermann? Vielleicht beschönt jede Berichtsebene bei SAP das Ergebnis etwas und bis es ganz Oben im Elfenbeinturm bei Leo Apotheker ankommt wurde dann aus Status ROT vom Kunden ein Grün reportet. Ich denke vor dem Hintergrund dessen was die Weltwirtschaft uns als Ausblick für nächstes Jahr beschert, sollte SAP dieses Zwangs-Support-Model einfach optional anbieten. Wenn es so super ist, wie Leo behauptet, muss es sich ja wie geschnitten Brot verkaufen. zum Beitrag

Jupiter
Ich kann die SAP-Kaufinteressenten (Micrsoft, etc.) nur zu so einem designierten SAP-Chef beglückwünschen! Wenn Herr Apotheker so weiter mit seinen Kunden und den von den Kunden initiierten und getragenen Anwender- sprich Kundenvereinigungen umgeht, wird SAP ein Schäppchen für die Kaufinteressenten. Appell an den SAP-Vorstand : Ziehen Sie die Notbremse und stoppen Sie Herrn Apotheker. zum Beitrag

cuenal
selten so ein arrogantes Statement gelesen. Was sind denn Anwendervereinigungen als nichts anderes als Kundenvertretungen? Das so ein Unternehmen mit so einer völlig veralteten Software überhaupt solche Umsätze gemacht hat, hat mich eh immer gewundert aber das deren Management auch noch völlig panisch absurde "Kostensenkungsaktivitäten" startet, wundert mich noch mehr. Das die meisten sog. Führungskräfte zum grössten unfähig sind, mussten wir mit der Finankrise ja mitansehen, aber das ein so grosses Software-Unternehmen wie SAP dieses klassische "Reisekosten senken, Dienstwagen-Check" usw. Masche aus dem Hut zaubert, ist doch ein Armutszeugnis. zum Beitrag

Delphi
Kann man SAP überhaupt noch ernst nehmen? Erst wird eine Urlaubsspende eingefordert - noch keine Woche später entschliesst man sich, die Mitarbeiter in Zwangsurlaub zu schicken. Beides sehr geniale Managemententscheidungen. Schon die Zurhilfenahme eines Taschenrechners zegt, dass die Kosteneinsparung der 10 Tage Urlaubsspende des Managements nur ein kleiner Rundungsfehler sind. Genauso viel lässt sich übrigens einsparen, wenn jeder der rd. 51000 Mitarbeiter jeden Tag (200Tg) 2 ? für seinen Kaffee bezahlt. Die Frage was den Mitarbeitern lieber ist, auf Urlaub zu verzichten, in Zwangsurlaub geschickt zu werden oder eine Kaffeespende für den armen Arbeitgeber in Höhe von 200 ? im Jahr zu leisten. Dort scheint ja einiges zu brodeln und der Boden scheint ganz schön heiß zu werden, mit solcher Panik reagieren selbst die marodesten Unternehmen nicht. Die Entscheidungen und Äußerungen des Managements geraten immer mehr außer Kontrolle. Die Aussage, dass nicht die Anwendervereinigung sondern die Kunden bei SAP kaufen ist so lächerlich. Hat den L. Apotheker noch nicht beggriffen, dass die Anwendervereinigung nur aus den Kunden besteht? Wer so unkontrolliert handelt und ständig seine Strategie ändert ist kein zuverlässiger Geschäftspartner und schon gar keiner dem man grosse Summen Geld und unternehmensentscheidende Aufgaben und Dienstleistungen anvertrauen kann. zum Beitrag


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