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ERP-Zufriedenheitsstudie 2008

Anwender von Business-Software erwarten Kontinuität

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von Frank Niemann, Computerwoche-Redakteur
Nutzer von ERP-Software sind nur dann bereit, neue Releases einzuspielen, wenn sie sich gut betreut fühlen und die Produktstrategie des Herstellers nachvollziehen können. Zudem verlangen Anwender stärker als bisher besser bedienbare und leichter anpassbare Applikationen.

Firmen wünschen sich moderne ERP-Lösungen, die ihnen dabei helfen, ihre Prozesse zu beschleunigen. Deshalb schaffen sie neue Software an oder aktualisieren bestehende Systeme. Doch Innovationen allein reichen nicht: Softwarenutzer erwarten eine klare Release-Strategie und verlässliche Technik. Sie nehmen die Kosten einer Migration nur auf sich, wenn sie sich betriebswirtschaftlich lohnt und für sie wenige Risiken birgt. Zudem sollte der Hersteller aufzeigen können, wie er das Produkt langfristig weiterentwickeln will.

ERP-Anwender reagieren empfindlich, wenn es dem Applikationsanbieter an Kontinuität und Betreuung mangelt. Dies unterstreicht einmal mehr die aktuelle ERP-Zufriedenheitsstudie der i2s Zürich, die in Deutschland von Trovarit AG aus Aachen in Zusammenarbeit mit der COMPUTERWOCHE organisiert worden ist. Im Rahmen der Studie, die alle zwei Jahre erscheint, haben Nutzer von betriebswirtschaftlicher Standardsoftware die Möglichkeit, sich über einen strukturierten Fragebogen zu ihrem ERP-System sowie dem Anbieter beziehungsweise Einführungspartner zu äußern. Insgesamt 2206 Bewertungen zu Softwareprodukten wurden hierzu analysiert. Die Umfrage teilt die untersuchten Softwarehäuser in die drei Kategorien "kleine, mittelgroße und große Firmen" ein. Die Studie berücksichtigt dabei die tatsächlichen Installationen des jeweiligen ERP-Players, was schon mal von den Marketing-Aussagen der Firmen abweichen kann.

SAP-Anwender renovieren

Zu den Modernisieren unter den ERP-Nutzern zählen die Kunden von SAP. Viele Bestandskunden haben R/3 gegen die aktuelle Version ERP 6.0 ausgetauscht. Zwar taten sie dies oft nicht aus Begeisterung für das neue SAP-Produkt, sondern weil sie für alte Releases höhere Wartungssätze zahlen müssen. Fest steht aber, dass sich die installierte Basis deutlich verjüngt hat: Die Zufriedenheitsstudie 2006 ergab, dass lediglich 30 Prozent der erfassten SAP-Releases ein bis zwei Jahre alt und damit relativ jung waren. In der aktuellen Studie macht dieser Anteil bereits 50 Prozent aus.

SAP-Anwender äußerten sich in der Umfrage positiver als noch 2006 über ihre Anwendung. Das überrascht nicht, denn oft besteht ein Zusammenhang zwischen dem Alter der Systeme und der Anwenderzufriedenheit. "Je jünger das Software-Release, desto höher ist die Zufriedenheit", hat Trovarit-Vorstand Karsten Sontow festgestellt.

Allerdings ist zu erwähnen, dass die deutliche Anhebung der SAP-Wartungsgebühren für die Bestandskunden erst nach der Zufriedenheitsumfrage 2008 ankündigt wurde. Man darf also gespannt sein, wie das Votum der SAP-Nutzer beim nächsten Mal ausfällt.

Der positive Effekt aktueller Releases zeigt sich beispielsweise auch bei der AP AG. Das Produkt schnitt in Sachen Zufriedenheit gegenüber 2006 besser ab. Offenkundig haben viele Kunden des Vorgängersystems "P2" gegen die aktuelle ERP-Lösung "Applus" ausgetauscht.


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