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ERP
ERP, CRM und SCM

Globale Prozesse steuern und Transparenz schaffen



Moderne Frontends für verwöhnte Vertriebsleute

Alle CRM-Anbieter bemühen sich darum, die Frontends ihrer Produkte zu modernisieren. In der Vergangenheit waren zahlreiche CRM-Einführungen bei großen Firmen nicht zuletzt daran gescheitert, dass Vertriebsleute gezwungen waren, umständliche Masken zu bedienen. Sie ließen die teuren Softwareprodukte links liegen und konzentrierten sich aufs Verkaufen. Deshalb hat beispielsweise SAP im aktuellen Release "CRM 2007" die Benutzeroberfläche umgebaut. Anwender können verschiedenen Benutzergruppen individuelle Frontends zur Verfügung stellen. Zudem sollen sich Web-Dienste sowie RSS-Feeds leicht integrieren lassen. Die CRM-Spezialisten reagieren auch darauf, dass Firmen Vertriebsfunktionen nicht nur zentral, sondern in ihren Niederlassungen benötigen. Die CAS Software AG macht ihre Software "Genesisworld" fit für den weltweiten Einsatz. Dazu zählt die Unicode-Funktion (alle Sprachen über eine Codepage abbilden) sowie eine Datenreplikation, so dass sich Kundendaten zwischen Standorten abgleichen lassen.

Energiekosten zwingen Firmen zu effizienteren Lieferketten

Neben Software für das Management von Kundenbeziehungen benötigen Firmen, die weltweit Waren versenden, Software, um ihre Lieferketten zu steuern. Nachdem der Absatz solcher Programme vor sich hindümpelte, sind sie nun wieder gefragt. Da Unternehmen einerseits über den Globus verteilt fertigen und Kunden in unterschiedlichen Regionen bedienen wollen, andererseits aber die Energie- und Transportkosten in die Höhe schnellen, müssen sie Wege finden, Produkte beziehungsweise Produktionsgüter möglichst preisgünstig zu verschiffen. "In den letzten 18 Monaten haben wir festgestellt, dass Firmen SCM wiederentdeckt haben, um die Kunden- und Lieferantenzufriedenheit zu steigern, besser planen zu können und für Transparenz zu sorgen", so Chad Eschinger, Research Director bei Gartner. Allerdings entfällt ein großer Teil der Nachfrage auf China und Indien, wo oft noch keine SCM-Lösungen vorhanden sind. In Europa ist die Situation eine andere, denn hier hatten viele Firmen in der Vergangenheit schon in SCM-Komponenten investiert. "Unternehmen in Europa haben bereits Funktionen für Bedarfsvorhersagen und Planung etabliert", kommentiert Simon Braggs, European Research Director bei ARC Advisory Group. Einige suchten jetzt nach Software für die Analyse von SCM-Daten. Damit wollen Unternehmen ermitteln, wie sie die Lieferkette leistungsfähiger und kosteneffizienter gestalten können. Gefragt sind effizientere Lagerverwaltungssysteme, über die sich auf viele Standorte verteilte Warenbestände ermitteln und bewerten lassen. Auch hier steigt der Bedarf, Prozesse über Ländergrenzen hinweg zu steuern.

Laut Braggs nutzen Firmen Analysewerkzeuge aber auch, um Preise und Margen zu optimieren. Dabei gehe es um die Frage, ob ein Kunde bei bestimmten Transportkosten und Preisnachlässen noch profitabel ist.

Allerdings decken Nutzer von SCM-Funktionen ihren Bedarf inzwischen überwiegend mit Modulen von ERP-Lieferanten. Firmen wie Infor, SAP, Microsoft und Oracle bieten Bausteine für das Lieferketten-Management als Ergänzung zu ihren ERP-Suiten an. Dennoch haben auch die zahlreichen Spezialisten ihr Auskommen.


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