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Sapphire

SAP will komplexe Software für Manager verständlich machen



SOA by Design

SAP will kollaborative Geschäftsprozesse nicht nur selbst liefern, sondern Unternehmen in die Lage versetzen, diese selbst aufzusetzen. Während die Business Suite vorgefertigte Prozesse bereitstelle, könne der Anwender mit Hilfe von NetWeaver künftig Abläufe neu gestalten, ohne jedoch dafür Programmcode ändern zu müssen ("SOA by Design"). Diese selbstgebauten Dienste stellen dabei aber nicht die Release-Fähigkeit der Geschäftssoftware in Frage, sondern laufen praktisch parallel zu ihr ab ("Side by Side").

Nicht mehr nur IT-Spezialisten, sondern Experten aus Fachabteilungen sollen dank grafischer Design-Methoden ausführbare Prozesse entwerfen beziehungsweise ändern können, ohne eine Programmzeile schreiben zu müssen. Die Grundlage dafür liefert das unlängst vorgestellte "Netweaver Business Process Management". Ebenso leicht soll es dem Nicht-Techniker fallen, während der Laufzeit einer Anwendung Geschäftsregeln zu ändern. Technik für "Business Rules Management" hatte SAP durch den Kauf der indischen Firma Yasu erworben. Grundlage für die SOA-Konzepte bilden das Release 7.0 der SAP Business Suite sowie NetWeaver 7.1. Die neue Suite wird über eine neue Benutzeroberfläche, eine integrierte Suchmaschine sowie eingebettete Berichtsfunktionen verfügen.

Doch was sich in Produktdemonstrationen wirkungsvoll veranschaulichen lässt, dürfte für die Anwender in der Praxis nicht so leicht sein. Mit Enterprise SOA hat SAP seinen Kunden auch versprochen, die Komplexität der Software zu reduzieren. Allein heute umfasst SAPs SOA-Plattform über 2800 Services, die im Enterprise Services Repository angelegt wurden. Es sollen noch viele dazukommen. Ohne Hilfe fällt es vielen Firmen schwer, sich in der Fülle an Softwarediensten zurechtzufinden.

Erstaunlicherweise ging Kagermann in seiner gestrigen Sapphire-Grundsatzrede kaum auf den Mittelstand ein - seine Ausführungen bezogen sich praktisch nur auf Großunternehmen. Gleichwohl wird SAP nicht müde zu betonen, dass etwa 70 Prozent der Kundschaft mittlerweile aus kleinen und mittelständischen Unternehmen stammen, wobei der Softwarehersteller hier eine vergleichsweise großzügige Grenze nach oben zieht.

Seine Mittelstandsstrategie stützt der Konzern unter anderem auf das Mietprodukt "Business ByDesign". Einige Tage vor der Sapphire hatte SAP den Termin für den Beginn des Volumengeschäfts damit nach hinten verschoben. Der Konzern braucht Zeit, um den Funktionsumfang der Software auszubauen und das Laufzeitverhalten zu verbessern. Fertig sein will SAP damit nach den Worten Peter Zencke, der als Entwicklungsvorstand für das Produkt verantwortlich zeichnet, bis zum ersten Quartal 2009. Zencke zufolge ist es erforderlich, gemeinsam mit Testkunden "weitere Produktmerkmale herauszuarbeiten". Anfangs habe SAP die vielfältigen Bedürfnisse dieser Klientel unterschätzt. Somit wird zur Freigabe von Business ByDesign für den Massenmarkt der Standardfunktionsumfang ausgebaut.



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