computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


ERP
Führungswechsel und Umbau des Vorstands

SAP: Leo darf kommen - Henning muss gehen

02.04.2008 um 16:35 Uhr, Update am 02.04.2008
Wie erwartet hat SAP heute den stellvertretenden Vorstandssprecher Leo Apotheker zum gleichberechtigten zweiten Vorstandssprecher neben Henning Kagermann ernannt. Dessen Vertrag läuft im Mai 2009 aus und wird nicht erneuert. Auch Vorstand Peter Zencke nimmt zum Jahresende 2008 seinen Hut.

SAP hat den Führungswechsel eingeläutet. Auf einer ordentlichen Sitzung des Aufsichtsrats wurde Leo Apotheker, bislang stellvertretender Vorstandssprecher der SAP, zum gleichberechtigten zweiten Vorstandssprecher gekürt. Damit lenken ab sofort Apotheker und der seit 2003 allein an der Spitze von SAP stehende Kagermann gemeinsam die Geschicke des Softwarekonzerns. Im kommenden Jahr steht dann die endgültige Wachablösung bevor. Kagermanns Vertrag läuft im Mai 2009 aus und wird nicht verlängert.

"Henning Kagermann hat den Aufsichtsrat um die Bestellung von Leo Apotheker gebeten", erklärte SAP-Gründer und Aufsichtsratsvorsitzender Hasso Plattner. Damit sei eine reibungslose Nachfolge gewährleistet. Allerdings hat Apotheker weniger Zeit, sich auf seine Aufgabe vorzubereiten als sein Vorgänger. Kagermann fungierte zwischen 1998 und 2003 als Co-Vorstandssprecher neben Plattner.

Von dem ausgewiesenen Vertriebsspezialisten Apotheker verspricht sich SAP offenbar bessere Geschäfte. Plattner führte eine Reihe neuer Techniken an, die der Konzern in den vergangenen Jahren unter der Ägide von Kagermann entwickelt hat. "Jetzt steht SAP vor der Aufgabe, den Einsatz dieser Innovationen bei unseren Kunden und Anwendern zu unterstützen." Den verstärkten Vertriebsfokus wollen die Verantwortlichen allerdings nicht so verstanden wissen, dass künftig die technische Weiterentwicklung der Produkte vernachlässigt werde.

Neben dem Wechsel an der Unternehmensspitze steht auch dem SAP-Vorstand ein Umbau bevor. Der Aufsichtsrat berief zusätzlich Erwin Gunst, Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe in das Führungsgremium, das nun zehn Köpfe zählt. McDermott soll künftig den weltweiten Vertrieb verantworten. Die Produktentwicklung der Business Suite und der Netweaver-Plattform liegt künftig in den Händen von Snabe, der seit 15 Jahren bei SAP arbeitet. Gunst übernimmt die neu geschaffene Position des Chief Operating Officer (COO).

Allerdings wird der Vorstand auch wieder kleiner. Neben Kagermann, der sich im Frühling 2009 verabschiedet, wird auch der bisherige Forschungsvorstand Peter Zencke seinen Hut nehmen. Dessen Vertrag, der Ende dieses Jahres ausläuft, wird nicht verlängert. Zencke hatte sich in den vergangenen Jahren stark um die Entwicklung der neuen Mittelstandslösung "Business ByDesign" gekümmert. Die Verantwortung für die Software, die SAP als strategischen Schlüssel für das künftige Mittelstandsgeschäft erachtet und im ungewohnten Software-as-a-Service-Modell (SaaS) vertreibt, wird ab dem kommenden Jahr neu auf verschiedene Köpfe verteilt. Wie genau, wollen die Verantwortlichen noch nicht verraten.

Mit den neuen Vorstandsmitgliedern richtet sich der deutsche Softwarehersteller stärker international aus, verlautet aus dem Führungszirkel der SAP. Ein Abschied aus Deutschland, über den in den vergangenen Jahren wiederholt spekuliert worden war, komme nicht in Frage. Der neue starke Mann Apotheker versprach, dass das Hauptquartier in Walldorf unangetastet bleibe.

Welche Auswirkungen die Veränderungen an der Spitze von SAP auf die weitere Strategie des Konzerns haben, lässt sich derzeit noch nicht absehen. Kagermann betonte, dass es keine abrupten Kurswechsel geben soll. Allerdings hatten die badischen Softwerker mit der Übernahme des Business-Intelligence-Spezialisten (BI) Business Objects im vergangenen Jahr bereits eine Kehrtwende eingeläutet. Statt rein organischem Wachstum geht es für den Anbieter im härter werdenden Wettbewerb zunehmend darum, sich Marktanteile zu sichern. So schloss denn auch Kagermann nicht aus, dass der Konzern in Zukunft weitere ähnlich dimensionierte Akquisitionen anpeilen wird. (ba)



Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

MEHR ZUM THEMA ERP
  • Artikel
  • Whitepaper
ERP: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Mitmachen: Studie zu ERP-Kosten Mitmachen: Studie zu ERP-Kosten Raad aus Münster untersucht, wie sich die Kosten bei ERP-Kunden von SAP und Oracle verteilen. weiter
Die sieben Probleme der SAP Die sieben Probleme der SAP SAP hat sich hohe Ziele gesteckt. Doch der Konzern muss sich großen Herausforderungen stellen.  weiter
Comarch kauft SoftM Comarch kauft SoftM Was das polnische Unternehmen mit "Semiramis" und "Sharknex" vor hat. weiter
Software für den Handel Software für den Handel Die Retail-Lösungen von Oracle und SAP konkurrieren mit Software von etablierten Spezialisten. weiter
ERP-Zufriedenheit ERP-Zufriedenheit Anwender erwarten eine kontinuierliche Produktstrategie. Ergonomie und Reportfunktionen bleiben in der Kritik.  weiter
Mitmachen: Studie zu ERP-Kosten Die sieben Probleme der SAP Comarch kauft SoftM Software für den Handel ERP-Zufriedenheit
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security