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ERP
Beschaffung und Produktion in der Textilindustrie

ERP-Anbieter Lawson kauft PLM-Know-how für die Textilbranche

17.03.2008 um 16:05 Uhr
Der ERP-Spezialist Lawson Software kauft die PLM-Sparte (PLM = Product Lifecycle Management) des in San Francisco beheimateten Softwarehauses Freeborders. Lawson will damit den Funktionsumfang seiner Business-Software für die Textilbranche ausbauen.

Mit dem Freeborders-Produkt können Textilhersteller effizienter Material beschaffen und die Zeit vom Produktentwurf bis zur Auslieferung der Waren verkürzen. Nach Angaben von Lawson nutzen 79 Anwender die Freeborders-Software. Sie stammen aus den USA, Europa und Asien. Der ERP-Anbieter möchte das erworbene Produkt, das künftig "Lawson Fashion PLM" heißen wird, in die eigene "M3"-Plattform einbetten. M3 ist aus der Software "Movex" des schwedischen Herstellers Intentia hervorgegangen, den Lawson übernommen hatte.

Der ERP-Anbieter kündigte die Übernahme auf der derzeit stattfindenden Anwenderkonferenz in Las Vegas an. Freeborders gibt jedoch nur das PLM-Softwaregeschäft an Lawson ab, will aber den Bereich Technologie-Outsourcing fortführen.

Lawson betreut einige Kunden in der Textilindustrie und schließt mit dem Erwerb der PLM-Software eigenen Angaben zufolge eine Lücke in seinem ERP-Portfolio. Beide Unternehmen arbeiteten schon vorher zusammen. Beispielsweise haben sie den in Hongkong beheimateten Textilproduzenzen TAL Group als Kunden.

Lücken suchen zwischen SAP und Oracle

Der ERP-Hersteller konzentriert sich mit seinem Angebot auf Branchen, in denen aus seiner Sicht die Platzhirsche SAP und Oracle noch nicht so dominierend sind. Die M3-Software enthält spezialisierte Branchenausprägungen für Lebensmittel- und Getränkehersteller, die Bekleidungsindustrie sowie die diskrete und prozessorientierte Fertigung. Zudem entwickelt der Anbieter seine Software in Richtung SOA weiter. Auch Oracle und SAP bieten PLM-Software an, konzentrieren sich hier aber unter anderem auf die industrielle Fertigung. Der Datenbankanbieter hatte im Jahr 2007 den Spezialisten Agile übernommen, um sich im PLM-Umfeld zu verstärken.

Was Lawson für das Freeborders-Programm bezahlt, bleibt geheim. Allzu hoch kann der Preis jedoch nicht sein, denn nach Angaben des Herstellers werde der Kauf "keine nennenswerten Auswirkungen auf die Unternehmensergebnisse im vierten Quartal des Geschäftsjahrs 2008 beziehungsweise des Geschäftsjahrs 2009 haben."

Anfang April gibt Lawson die Zahlen für das dritte Geschäftsquartal bekannt. Das zweite Quartal schloss das Unternehmen mit einem Umsatzplus von 18 Prozent und einem kleinen Gewinn ab (siehe Bericht). (fn)


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