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ERP
AP AG und Ramco bringen Mietlösungen heraus

ERP-on-Demand: SAP bekommt mehr Konkurrenz

22.02.2008 um 16:40 Uhr
Nachdem SAP mit Business ByDesign ERP-on-Demand hoffähig gemacht hat, folgen nun andere Hersteller nach. Die AP AG will ihr komplettes ERP-Paket künftig auch als Mietlösung anbieten.

Die AP AG will ihre Enterprise-Resource-Planning-Lösung (ERP) "APplus" künftig auch als Software-as-a-Service-Angebot im Markt feilbieten. Die Verantwortlichen des Karlsruher Softwareanbieters versprechen ihren Kunden damit einen zügigen Produktivstart, ohne selbst in eigene Hardware investieren zu müssen. Außerdem müssten die Anwenderunternehmen kein IT-Personal für Installation, Anpassungen, Wartung, Updates und Backups vorhalten.

AP will mit seinem Mietangebot nicht nur Standard-ERP-Funktionen abdecken, sondern auch individuelle kundenspezifische Anforderungen erfüllen. Diese sollen ebenfalls als Softwareservice im Rechenzentrumsbetrieb angeboten werden. Die Lösung wird von der Dacoma GmbH in Brühl betrieben. Laut Anbieter will man den Kunden flexible Möglichkeiten im Test- und Mischbetrieb sowie bei der Anbindung verteilter Standorte offerieren.

Um diese Flexibilität zu gewährleisten, gibt es keinen Standardpreis, erläutert Reimund Pölka, Leiter strategische Projekte und Produkt-Management der AP AG. Grundsätzlich werde der Preis für die Software nach User und Monat berechnet. Ermittelt würden die Kosten mit Hilfe eines Kalkulators, der die individuellen Anforderungen und Modulzusammenstellungen berücksichtigt. Dabei komme es Pölka zufolge vor allem darauf an, welche Systemkomponenten der Kunde bereits besitzt und welche er mieten möchte. Beispielsweise sei es möglich, existierende Datenbanklizenzen in den Rechenzentrumsbetrieb einzubringen. Dies reduziere die monatlichen Mietkosten.

Der Softwarehersteller verlangt eine Mindestvertragsdauer von drei Jahren. Verpflichtet sich der Kunde, die Software länger zu mieten, sinken die Gebühren. Nach Ablauf der Mindestlaufzeit können die Kunden den Gesamtvertrag beziehungsweise einzelne Komponenten jährlich kündigen. Nach Ablauf des dreijährigen Vertrags stehe es den Kunden frei, das Mietverhältnis zu beenden oder die Lizenzen zum Restkaufwert von 25 Prozent des ursprünglichen Preises zu kaufen. Außerdem sei es möglich, die Miete auf Basis des Restwertes fortzuführen. Als mittelständischer Softwareanbieter werde man bei Bedarf auch flexibel auf individuelle Anforderungen der Kunden wie beispielsweise saisonale Erhöhungen der Nutzerzahl reagieren, verspricht AP-Manager Pölke.

Auch in Deutschland aktiv ist der US-amerikanische Softwarevermieter Netsuite. Die Amerikaner, die eigenen Angaben zufolge hierzulande Kunden mit ihrem Miet-ERP versorgen, bauen ihr Angebot kontinuierlich aus (siehe auch: SaaS: Netsuite baut Version 2007.0). Helfen sollen dabei auch die Erlöse, die der Börsengang Ende vergangenen Jahres in die Kassen des Herstellers spülte (siehe auch: Netsuite wird ein heißer Börsengang und SaaS-Anbieter Netsuite läutet Börsengang ein).

ERP-on-Demand reicht bis Indien

Aber nicht nur in Deutschland bekommt SAP On-Demand-Konkurrenz. In Indien hat Ramco Systems ein komplettes ERP-Paket im SaaS-Modell vorgestellt. Traditionelle ERP-Implementierungen seien in der Vergangenheit oft mit langen Einführungszeiten und hohen Investitionen verbunden gewesen, erläutert Venketrama Raja, Vice-Chairman und Managing Director von Ramco. Mit der Mietsoftware verspricht der Anbieter seinen Kunden eine zügige Einführung. Außerdem müssten sich die Anwender nicht mehr um den ERP-Betrieb kümmern und könnten sich ganz auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

Ramco verlangt 163 Dollar pro User und Monat. Eigenen Angaben zufolge hat der indische Softwareanbieter bereits 1000 Kunden aus unterschiedlichen Branchen für sein Mietangebot gewonnen.

Davon ist SAP noch weit entfernt. Der deutsche Softwarekonzern hat erst einige wenige Firmennamen auf seiner Kundenliste für Business ByDesign (siehe auch: Dossier: Alles zu SAP Business ByDesign). Bislang hat SAP vor allem mit Großkunden gute Geschäfte gemacht, tut sich aber offensichtlich schwer mit einem komplett neuen Geschäftsmodell im Mittelstand Fuß zu fassen. Auch die Partner sind derzeit unschlüssig, was sie von dem neuen Produkt halten sollen (siehe auch: Business ByDesign irritiert SAPs Mittelstandspartner).

SAP wird sich aber beeilen müssen, seine Mietlösung im Markt zu platzieren. Gerade der Vorstoß von Ramco in Indien könnten dem deutschen Softwarehersteller noch Probleme bereiten. Da der deutsche Markt schon seit Jahren Sättigungstendenzen zeigt, setzen die SAP-Verantwortlichen verstärkt auf das außereuropäische Ausland. Vor allem die schnell wachsenden Märkte in Indien und China versprechen neue Umsatzquellen (siehe auch: SAP wächst in Indien am schnellsten). Allerdings gilt es, sich hier schnell eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Denn nicht nur SAP hat diese Märkte im Auge. (ba)



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