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ERP-Migration fehlgeschlagen: Mit Blaulicht in die Insolvenz

30.01.2008 um 11:13 Uhr
Der Umstieg auf ein neues ERP- beziehungsweise PPS-System läuft selten reibungslos. Manchmal fährt der Karren auch voll gegen die Wand - so geschehen bei einem amerikanischen Fahrzeughersteller.

Ein amerikanischer Hersteller von Feuerwehr-Einsatzfahrzeugen hat wegen Zahlungsunfähigkeit Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Hintergrund für die prekäre Situation sei eine fehlgeschlagene Migration des ERP-Systems, berichtet das Unternehmen American LaFrance auf seiner Website. Nach dem Verkauf der ehemaligen Freightliner-Tocher an Investoren im Jahr 2005 hatte sich die Firma ein neues ERP-/PPS-System beschaffen müssen ? letztlich mit fatalen Folgen für die Buchhaltung, die Lagerverwaltung sowie die Lieferketten. Aufträge hätten mit den neuen Programmen nicht pünktlich abgearbeitet werden können, das Personal befand sich aufgrund fehlender oder unauffindbarer Teile häufig im Leerlauf.

Rund 18 Monate lang bis Juni 2007 hatte Freightliner die ERP-Aufgaben für die Ex-Sparte erledigt, danach sollte die Migration abgeschlossen sein. Laut Informationen der Zeitung "The Post and Courier of Charleston" verbockte das losgelöste Unternehmen jedoch den Umzug der Daten und Funktionen. Dabei beruft sich das Blatt auf Unterlagen, die im Rahmen des Antrags auf Gläubigerschutz bei Gericht eingereicht wurden. Das alte und das neue ERP-/PPS-System seien nicht vollständig kompatibel gewesen, wie es heißt. Daraus resultierende Verzögerungen in der Produktion hätten den Liquiditätsengpass herbeigeführt. Angeblich hat das insolvente Unternehmen Schulden in Höhe von 200 Millionen Dollar aufgehäuft.

American LaFrance nennt in den Gerichtsunterlagen einmal IBM als Dienstleister ? man behalte sich Schritte vor, zitiert "The Register" diesbezüglich den Fahrzeugbauer. Ein Sprecher von Big Blue soll dem "Register" bestätigt haben, dass IBM-Systeme bei American LaFrance zum Einsatz gekommen sind. Weitere Kommentare gab er nicht dazu ab. (ajf)

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