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Enterprise Resource Planning

SAP: A1s ist mit Salesforce.com nicht vergleichbar

11.06.2007 um 12:37 Uhr
Zwar will SAP das künftige Produkt "A1S" als Mietlösung (Software-as-a-Service) anbieten. Der eigene Ansatz gehe aber über den des SaaS-Spezialisten Salesforce.com hinaus.

Noch wird "A1S" nicht angeboten und über Details hüllt sich der Softwarekonzern in Schweigen. Die neue Lösung der SAP ist für das erste Quartal 2008 angekündigt. Derzeit testen ausgewählte Anwender das System. Mit dem Produkt steigt der Konzern massiv in das Geschäft mit Mitsoftware (On-Demand) ein, in dem bereits Spezialisten wie Salesforce.com, Rightnow, Netsuite und Oracle/Siebel unterwegs sind. Vergleiche speziell mit Salesforce.com hält SAP-Chef Henning Kagermann aber für unangebracht. "Salesforce.com deckt lediglich einen Teil einer Business-Suite ab, nämlich CRM. Bei A1S hingegen handelt es sich um eine komplette Applikations-Suite, die ERP, CRM, SCM und noch mehr umfasst." Ein weiterer Unterschied sei, dass A1S nicht wie die Software des Konkurrenten nur in einer Mehrmandantenumgebung läuft, sondern isoliert von anderen Mandanten betrieben werden kann. Auf diese Weise wolle man Bedenken von Kunden in Sachen Datensicherheit zerstreuen.

A1S ist eine nach Darstellung der SAP neue Software, die mit Hilfe von Netweaver und dem Enterprise Services Repository gebaut wird. Die SaaS-Lösung soll sich zügig implementieren lassen. Damit will SAP im Mittelstand punkten. Das Softwareangebot verfügt laut Hersteller grundsätzlich über einen ähnlichen Funktionsumfang wie das Produkt wie "All-in-One", verfüge jedoch über voreingestellte Standardprozesse und sei nicht so weit konfigurierbar wie die beim Kunden installierten Softwareprodukte (On-Premise).

Unter anderem die umfangreichen Konfigurationsmöglichkeiten haben die SAP-Software komplex und damit in der Einführung beim Kunden kostspielig werden lassen. A1S ist ein Versuch, Anwender zu erreichen, die bislang von SAP-Produkten nichts wissen wollten. Möglicherweise wird es von A1S in Zukunft eine On-Premise-Variante geben, die den On-Demand-Kunden einen Umstieg auf im eigenen Hause betriebene Software ermöglichen würde. Zunächst konzentriert sich SAP aber darauf, das On-Demand-Geschäft mit A1S anzukurbeln. Hier will der Konzern auch neue Vertriebswege ebnen: Neben dem Direkt- und Partnergeschäft wird an Telesales gedacht.

Tatsächlich bietet die von Kagermann kritisierte Firma Salesforce.com keine komplette Business-Suite im On-Demand an, allerdings unternimmt der Spezialist einige Anstrengungen, um das Image des reinen CRM-Vermieters abzustreifen. Das kalifornische Unternehmen möchte sich als On-Demand-Anbieter einer Softwareplattform positionieren, auf deren Grundlage Anwender und Partner alle möglichen Business-Funktionen entwickeln können sollen. Softwarehäuser will Salesforce.com ermuntern, die eigenen Erzeugnisse so anzupassen, dass sie auf der On-Demand-Umgebung laufen.

ERP-Funktionen zur Miete werden in Zukunft immer stärker gefragt sein, meint das Marktforschungsunternehmen IDC mit Verweis auf eine eigene Studie zur Entwicklung des westeuropäischen ERP-Markts. (fn)



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