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Enterprise Resource Planning

"Oracle-Kunden warten noch ab"

24.10.2006
Über die aktuellen Entwicklungen in der neuen Applikationslinie des Herstellers sowie die Pflege der bestehenden Produkte sprach Fried Saacke, Vorsitzender der Deutschen Oracle-Anwendergruppe, mit CW-Redakteur Martin Bayer.

DOAG-Konferenzen 2006

Die Deutsche Oracle-Anwendergruppe veranstaltet am 15. und 16. November in Mannheim ihren jährlichen Jahreskongress. Neben der 19. Deutschen Oracle Anwenderkonferenz findet die 4. Deutsche Oracle Business-Software Anwenderkonferenz statt. Den Doag-Verantwortlichen zufolge ist es die erste gemeinsame Veranstaltung der User Communities von Peoplesoft, J.D. Edwards, Siebel und Oracles E-Business-Suite. Für den Doag-Vorsitzenden Fried Saacke bedeutet die Konferenz einen wichtigen Schritt bei der Integration der Anwendervereinigungen. Während die Siebel-Anwender in Deutschland gar nicht organisiert sind, agieren die Peoplesoft- und J.D.-Edwards-User bislang noch in eigenständigen Communities. Langfristig plant Saacke jedoch mit einer einheitlichen User Group: "Wir wollen das Sprachrohr aller Oracle-Anwender sein."


CW: Sie haben in der Vergangenheit wiederholt gefordert, dass es Anwendern möglich sein soll, sich in die Fusion-Entwicklung einzubringen. Ist dieser Appell bei Oracle auf offene Ohren gestoßen?

SAACKE: Oracle hat ein "Product Development Committee" gegründet. Die User Groups sind über internationale Gremien darin eingebunden. Damit haben wir direkten Kontakt zu den Verantwortlichen in der Entwicklung bei Oracle und können dort unsere Anregungen und Wünsche loswerden, was die weitere Entwicklung von Fusion betrifft.

CW: Nutzen die Anwender diese Möglichkeit?

SAACKE: Eher verhalten. Die Anwender beobachten die Entwicklung und sind gespannt darauf, was Oracle macht. Die SOA-Bewegung ist interessant für den Markt. Schließlich wird das die nächste Generation der Business-Software sein. Das Zögern kommt daher, dass für viele Kunden das Thema Fusion Applications noch in weiter Ferne liegt.

CW: Sind den Anwendern die Vorteile der neuen Architektur nicht klar?

Fried Saacke:
Fried Saacke: "Wir merken, dass sich der Innovationszyklus der etablierten Produkte deutlich verlangsamt hat."

SAACKE: Das spielt sicher auch eine Rolle. Ich sehe den Hauptgrund allerdings darin, dass die meisten Anwender mit den aktuellen Produkten zufrieden sind. Die Kunden beschäftigen sich nicht weit im Voraus mit neuen Techniken. Das überlassen sie lieber den Analysten und Partnern.

CW: Oracles Fusion-Applikationslinie soll 2008 stehen. Viel Zeit bleibt da für Anwender und Hersteller nicht mehr.

SAACKE: Oracle macht sicher Fortschritte: Die Middleware steht, es gibt Workflow-Engines. Auch an der eigentlichen Applications-Linie arbeitet Oracle derzeit fieberhaft. Es werden sicher bald Betaprogramme aufgesetzt. Aber es ist noch zu früh, wir haben bisher keine detaillierten Einblicke bekommen.

CW: Wie wirken sich die Anstrengungen auf die bestehenden Produktlinien aus?



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