CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS


RSS-Feed
Data Center & Server

Fujitsu Siemens Computers

Was wird aus FSC?

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken | 
von Jan-Bernd Meyer, COMPUTERWOCHE-Redakteur

Keine Liebesbeziehung zwischen Löscher und Bischoff

Löschers Liebe zu den Computerbauern dürfte durch die von FSC-Chef Bischoff gerade erst abgegebene gedämpfte Erwartung an das Geschäftsjahr nicht größer geworden sein. Es werde im laufenden Jahr sehr schwierig, die Ziele zu erreichen, hatte Bischoff der Wirtschaftszeitung "Euro am Sonntag" offenbart. Das zum 30. Juni 2008 abgelaufene Quartal sei nicht gut gelaufen. Auch das aktuelle Vierteljahr verspreche keine Besserung.

Andreas Zilch von der Experton Group glaubt nicht, dass sich Siemens aus dem Joint Venture mit Fujitsu zurückziehen wird.
Andreas Zilch von der Experton Group glaubt nicht, dass sich Siemens aus dem Joint Venture mit Fujitsu zurückziehen wird.

Im April hatte FSC für das laufende Geschäftsjahr (bis Ende März 2009) noch ein Umsatzplus von fünf Prozent auf knapp sieben Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Das Vorsteuerergebnis sollte nach damaligen Angaben zwischen 105 und 200 Millionen Euro liegen. Zur Begründung für den schwierigen Geschäftsverlauf verwies Bischoff auf die Dollarschwäche und den scharfen Preisverfall. Vor allem im weltweit boomenden Notebook-Geschäft mit Endverbrauchern hat FSC derzeit Probleme. Lediglich im Geschäft mit Infrastruktur um Server und Speichersysteme für Unternehmenskunden werde ein Plus von fünf Prozent erwartet. Allerdings werde diese Entwicklung das Minus im Endkundenmarkt nicht ganz ausgleichen können, wurde Bischoff zitiert.

IDC-Analyst Meyer sagt, die Verunsicherung über die Zukunft von FSC sei groß. Dies liege auch daran, dass es in letzter Zeit vielfältige und oftmals widersprüchliche Neuigkeiten und Vermutungen gegeben habe. Diese hätten Geschäftskunden verunsichert, weil sie sich fragten, mit wem sie es bei FSC in den kommenden 15 Monaten zu tun haben würden. Meyers Fazit: "Ich erwarte innerhalb der nächsten Zeit klare Aussagen von FSC. Die müssen sich auch mit den Aussagen des Mutterunternehmens Siemens decken." (jm/wh)

Kommentar: Gibt es eine Zukunft für Fujitsu-Siemens Computers?

Alexander Kubsch, Director Consulting bei Techconsult in Kassel, glaubt, dass alles beim Alten bleibt.
Alexander Kubsch, Director Consulting bei Techconsult in Kassel, glaubt, dass alles beim Alten bleibt.

Kommentar Alexander Kubsch, Director Consulting bei Techconsult in Kassel.

Hat Siemens generell ein Problem mit seiner Wettbewerbsfähigkeit? Aus fast allen Produktsparten (Handygeschäft weggebrochen, Transrapid ein Desaster, Schmiergeldskandal im Anlagenbau, Dematic-Geschäft aufgegeben…) kommen in letzter Zeit schlechte Nachrichten. FSC ist da nur eine unter vielen.

Die Forderung von Siemens-Chef Löscher nach einer höheren Kapitalverzinsung von FSC ist nachvollziehbar. Allerdings schreibt FSC Gewinne - immerhin über 100 Millionen im vergangenen Geschäftsjahr. Wahrscheinlich ist Siemens nicht der ideale Partner für die Hardwareherstellung und -entwicklung, Siemens' Kernkompetenz liegt offenbar mehr im langfristigen Geschäft und in Großprojekten. Das hat sich schon bei der Handy-Herstellung gezeigt. Das scheint sich jetzt zu wiederholen. Man kann für die über 10.000 FSC-Beschäftigten nur hoffen, dass Siemens einen eventuellen Ausstieg aus dem Hardwaregeschäft besser organisiert als vor zwei Jahren mit BenQ.

Wer soll den 50-prozentigen Siemens-Anteil übernehmen? Höchstwahrscheinlich findet sich kein Interessent. Die Kombination aus Fujitsu für das Nordamerika- und Asien-Geschäft sowie Siemens für den geografischen bereich Europa, naher Osten und Afrika (Emea) war und ist einzigartig. Also bleibt nur eine Fortführung des Geschäfts unter dem Dach eines der beiden Partner - oder aber ein kompletter Verkauf von FSC.

Für die erste Option hat Fujitsu bereits abgewunken - das Risiko wäre zu groß. Das kann natürlich der Beginn der Übernahmeverhandlungen sein, um den Preis des Siemens-Anteils zu drücken. Aus der Sicht von Fujitsu kann diese Option sinnvoll sein - man hätte damit Zugang zum europäischen Markt.

Eine andere Möglichkeit für Siemens wäre es, den Fujitsu-Anteil zu übernehmen und das Unternehmen fit für einen Börsengang oder einen Komplett-Verkauf (siehe oben) zu machen. Nach Einschätzung von Techconsult ist diese Option aber die unwahrscheinlichste. Der Schritt ist für Siemens zu riskant. Außerdem fehlt Siemens für diese Art Geschäft die (weltweite) Erfahrung.

Aber es gibt noch eine dritte Möglichkeit - die scheint aus heutiger Sicht wahrscheinlichste: Es bleibt alles beim Alten. Siemens-Chef Löscher nutzt das derzeit stattfindende Gedankenspiel, um den Druck auf FSC-Chef Bischoff und seine Marge deutlich zu erhöhen. Das FSC-Geschäftsjahr endet am 31. März 2009 - bis dahin ist noch etwas Zeit, um über Herbst und Winter am Ergebnis zu arbeiten. Eine endgültige Entscheidung über die Trennung wird erst im September 2009 fallen, wenn die Verträge mit Fujitsu verlängert werden müssen - ein positiver FSC-Jahresabschluss im März dürfte die Verkaufsüberlegungen beenden.



(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

DATA CENTER: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Kampf der Server-Plattformen Kampf der Server-Plattformen In den Rechenzentren etabliert sich eine neue Server-Generation: flexibel, modular, effizient und einfach zu administrieren.
weiter
Neun Myhen um Cloud Computing Neun Myhen um Cloud Computing Kaum ein CIO kommt mehr am Schlagwort Cloud Computing vorbei. Doch wie glaubwürdig sind die Marketing-Versprechen der Anbieter?
weiter
Data Center der Zukunft Data Center der Zukunft Das Rechenzentrum der Zukunft wird schneller und effizienter auf veränderte Geschäftsanforderungen reagieren.
weiter
iSCSI macht Shared Storage erschwinglich iSCSI macht Shared Storage erschwinglich Lange Zeit dominierten Fibre-Channel-Speichersysteme den Markt für Shared Storage. Mit iSCSI eröffnen sich kostengünstige Alternativen.
weiter
2,5-Zoll SSDs im Test 2,5-Zoll SSDs im Test Schnelle Solid State Disks (SSD) eignen sich auch für Server. Unser Test vergleicht die Leistung gängiger Flash Drives im 2,5-Zoll-Format.
weiter
Kampf der Server-Plattformen Neun Myhen um Cloud Computing Data Center der Zukunft iSCSI macht Shared Storage erschwinglich 2,5-Zoll SSDs im Test
MEHR ZUM THEMA DATA CENTER & SERVER
  • Whitepaper
  • Top geklickt
Jobs suchen
Aktuell finden Sie über 500 ausgeschriebene Stellen im CW-Stellenmarkt
Suchworte eingeben:
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke + Wireless