computerwoche.de
Newsletter  |   CW-TV  |   Bilder-Galerien  |   Blogs & Forum  |   CW mobil  |   RSS  |   Aboshop


Compliance & Recht
Vor Datenklau-Krisengipfel

Gerhart Baum fordert umfassende Reform des Datenschutzrechts

04.09.2008 um 08:48 Uhr
Autor(en): Thomas Cloer.
Im Vorfeld des von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble einberufenen Datenklau-Krisentreffens heute Vormittag hat sich der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) zu Wort gemeldet.

In einem sehr lesenswerten Beitrag für "Spiegel online" fordert Baum eine umfassende Reform des Datenschutzrechts. "Die unkontrollierte Verwendung personenbezogener Daten berührt und gefährdet letztendlich den demokratischen Charakter unserer Gesellschaft. Aus diesem Gunde darf nicht länger gezögert werden, eine umfassende Reform des Datenschutzrechts in die Wege zu leiten", schreibt Baum. Die Untätigkeit der Politik führe zur empfindlichen Freiheitsverlusten in unserer Gesellschaft.

Im Weiteren führt der Liberale aus, dass ja eigentlich das Bundesverfassungsgericht in mehreren klugen Urteilen längst ein neues "IT-Grundrecht" konstituiert habe. Dieses, so Baum, müsse zu neuen rechtlichen Regelungen führen, etwa beim Arbeitnehmerdatenschutz, bei virtuellen Festplatten, die bei Internetdiensten angelegt werden und beim "Digital Rights Management".

"Alles im allem ist es ein Armutszeugnis für die Politik, dass neue Schutzstrategien, wie sie von namhaften Experten seit Jahren vertreten werden, nicht Eingang in die Gesetze gefunden haben", klagt der hauptberuflich noch immer praktizierende Anwalt. Inzwischen gebe es nicht nur im staatlichen, sondern auch im privaten Bereich perfekte Überwachungsinfrastrukturen. Eine Fülle von Vorschlägen liege als Gegenmittel auf dem Tisch, so zum Beispiel für Gewährleistung des Datenschutzes durch technische Gestaltungs- und Verarbeitungsregeln, durch neue Kontrollverfahren, durch Stärkung der Datenschutzbeauftragten und anderes mehr.

Einer Aufnahme des Datenschutzes in die Verfassung, wie sie etwa die Grüne Renate Künast fordert, steht Baum hingegen eher kritisch gegenüber: "Besser als es in den Urteilen von Karlsruhe zum Ausdruck gebracht worden ist, kann Datenschutz nicht definiert werden. Der Verfassungsrang des Datenschutzes in Nordrhein-Westfalen hat die Verantwortlichen jedenfalls nicht daran gehindert, ein Online-Gesetz zu verabschieden, das die Regeln des Datenschutzes beiseite gewischt hat", schreibt er weiter. Gefragt sei also vor allem verantwortliches Handeln der Politiker.


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

COMPLIANCE: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Stiefkind Datenschutz Stiefkind Datenschutz Viele IT-Verantwortliche verstoßen täglich gegen Gesetze, sagt der Arbeitsrechts- und Datenschutz-Experte Peter Wedde. Wehe, wenn der Prüfer kommt! weiter
Zeitbombe Bildrechte Zeitbombe Bildrechte Wer fremde Fotos oder Grafiken zur Illustration von Internet-Präsenzen nutzen, sollten peinlich auf die Bildrechte achten. Er könnte sonst draufzahlen ... weiter
Die Sicht des Juristen Die Sicht des Juristen Zu den Compliance-Pflichten der Unternehmen gehört unbedingt auch ein IT-Risiko-Management. Aber was fordern Gesetzgeber und Aufsichtsbehörden? weiter
ISO-konformes Itil V3 ISO-konformes Itil V3 Wer sich mit der ISO/IEC-Norm 20 000 beschäftigt, hat die Voraussetzungen für Version 3 der IT Infrastructure Library (Itil V3) zum Großteil erfüllt ... weiter
Das neue Urheberrecht Das neue Urheberrecht Was müssen Unternehmen nach der Änderung des Gesetzes zum Schutz des geistigen Eigentums beachten? - Das Wichtigste im Überblick. weiter
Stiefkind Datenschutz Zeitbombe Bildrechte Die Sicht des Juristen ISO-konformes Itil V3 Das neue Urheberrecht
MEHR ZUM THEMA COMPLIANCE & RECHT
  • Artikel
  • Whitepaper
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Neu: SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security