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Compliance & Recht

USK infrage gestellt

CSU-Politiker fordern rasches Verbot von "Killerspielen"

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Der wachsenden Verbreitung sogenannter Killerspiele wollen CSU-Politiker per Verbot einen Riegel vorschieben.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) und der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl (CSU), stellten am Montag in Berlin die freiwillige Selbstkontrolle der Spielehersteller (USK) infrage. Jugendschutz müsse vor den Interessen der Produzenten stehen. Unterstützt wurden sie vom Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, Christian Pfeiffer. Es dürfe nicht sein, dass die USK mit ihrer Altersfreigabe das Strafrecht faktisch außer Kraft setzte. Pfeiffer wies auf den Zusammenhang von "Killerspielen" und Gewaltbereitschaft der Jugendlichen hin.

Herrmann bezeichnete die am 1. Juli in Kraft getretene Verschärfung des Jugendschutzgesetzes als Minimalkorrektur. "Killerspiele" seien Machwerke von abstoßender Brutalität und Grausamkeit. Bayern will im Bundesrat darauf dringen, dass sein bereits im Januar 2007 eingebrachter Antrag weiter beraten wird. Das Verbot von Gewaltdarstellungen in Paragraph 131 des Strafgesetzbuchs sei in keiner Weise auf Computerspiele zugeschnitten. Ein Verbot von "Killerspielen" stehe bereits im Koalitionsvertrag. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien müsse das entscheidende Wort haben und nicht die industrienahe USK, forderten die CSU-Politiker und Pfeiffer. Nach den Vorstellungen Herrmanns sollte bei Verstößen eine Höchststrafe von einem Jahr Gefängnis eingeführt und das Bußgeld drastisch von 50.000 auf 500.000 Euro erhöht werden.

Pfeiffer verlangte eine umfassende Indizierung. Wenn die Spiele nicht mehr frei verkaufbar seien, würden sie nicht bekannt, und der Umsatz breche ein. "Das Indizieren ist ökonomisch höchst wirksam." Uhl regte vor dem Hintergrund kinderpornographischer Angebote im Internet an, Provider per Gesetz zu zwingen, bestimmte Seiten aus dem Netz zu nehmen. Spätestens seit den Olympischen Spielen in Peking wissen man, was möglich sei. "Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich."

Pfeiffer kritisierte die Freigabepraxis der USK. Nur bei einem Drittel von nachgeprüften 72 Spielen sei die Alterseinstufung nachvollziehbar. Die Kontrolle sei eine Farce. "Der Jugendschutz ist ein Papiertiger." Als Beispiel für abstoßende Gewaltspiele nannte er "Grand Theft Auto IV": Das von der USK ab 18 Jahren freigegebene Spiel wurde in den ersten Wochen weltweit sechs Millionen Mal verkauft. "Die lustvolle Gewaltanwendung wird zum Selbstzweck des Spiels." Mord und Totschlag würden mit Punkten belohnt.

Viel zu wenig Beachtung findet nach Einschätzung Pfeiffers die Suchtgefahr durch Computerspiele. Vor allem Jungen neigten zu übermäßigem Konsum. In der Schule schnitten sie deutlich schlechter ab. Zudem gehöre kein Bildschirmgerät in ein Kinderzimmer. "Zuviel Medienkonsum macht dick, dumm und möglicherweise auch aggressiv." (dpa/tc)


(2 Beiträge), 
Kommentieren
wuerstchen
Was ist von Menschen in einem demokratischen Land zu halten, die solche Sprüche klopfen: "Was die Chinesen können, sollten wir auch können?" Vielleicht sollte Herr Pfeifer nach China auswandern. Dann bliebe uns ein weiterer unerträglicher Profilierungsversuch dieses Mannes erspart, der in verschiedenen Talkshows Stimmung gegen Spiele macht, die sowieso nur für Erwachsene bestimmt sind. zum Beitrag

SargoDarya
Ich finde das mit dem USK (wobei ich dachte das FSK Freiwillige und USK Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle heisst, also kurz oben USK mit FSK verwechselt wurde) ist eigentlich völliger Schwachsinn. Ich spiele zwar nicht viel und momentan bin ich eher selbst am programmieren und aktuell spiel ich überhaupt gar keine "Killerspiele" aber ich finde man kann das ganze auch ein wenig übertreiben. Zitat: "Zuviel Medienkonsum macht dick, dumm und möglicherweise auch aggressiv." Ich sitze tagtäglich ca. 14-16 Stunden an meinem Rechner oder an meiner PS3, arbeite in einer PR-Agentur und bin eher untergewichtig, keineswegs Aggressiv und ich behaupte mal einfach dumm bin ich auch nicht, sonst würde ich nämlich nicht hier arbeiten. Zitat: "Pfeiffer wies auf den Zusammenhang von "Killerspielen" und Gewaltbereitschaft der Jugendlichen hin." Gibt es da einen direkten Zusammenhang? Werde ich automatisch zum gefährlichen Raser weil ich Rennsimulationen spiele oder zum absoluten Geldverschwender weil ich in Wirtschaftssimulationen mein Geld auf den Kopf haue? Nein, genauso wenig werde ich durch sogenannte (Achtung, Fachbezeichnung) Ego-Shooter gewalttätig. Ganz im Gegenteil. Eher noch fördern die meisten Spiele den Zusammenhalt im Team, taktisches Denken und teilweise auch Logik beim Durchschauen des Gegners. Zitat: "Viel zu wenig Beachtung findet nach Einschätzung Pfeiffers die Suchtgefahr durch Computerspiele. " Die Suchtgefahr besteht tatsächlich, allerdings am wenigstens bei den Ego-Shootern sondern am meisten durch MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role Playing Games) in denen der Spieler praktisch vollends in die Rolle seinen Charakters schlüpft, dafür sein ganzes erspartes ausgibt und sich teilweise so stark desozialisiert das er die Onlinewelt als Freunde ansieht und seine richtigen Freunde stark vernachlässigt. Teilweise die ganzen Wochenenden werden bei MMORPGs durchgespielt weil man seine Community einfach nicht verlassen kann. Das sehe ich als ein viel größeres Problem bei der Jugend als die Ego-Shooter. Zitat: "Was die Chinesen können, sollten wir auch können. Da bin ich gern obrigkeitsstaatlich." Sollten wir wirklich andere Länder unterdrücken können oder die Leute ihrer Freiheit berauben oder sie so sehr in ihrer Freiheit einschränken? Wenn wir an dem Punkt sind wo wir alles wie China machen Können ist Deutschland keine Demokratie mehr sondern ein genauso radikaler Staat wie China! Zitat: "Vor allem Jungen neigten zu übermäßigem Konsum. In der Schule schnitten sie deutlich schlechter ab!" Diesen Satz in den Kontext mit Ego-Shootern zu bringen lässt es fast so wirken wie ob Ego-Shooter alleine Schuld daran sind. Hier wird völlig ausser acht gelassen das der Medienkonsum nicht nur aus Killerspielen sondern auch aus Fernsehen und anderen Medien besteht. In dem Bereich sehe ich nicht das Killerspiele den Zeitfaktor so stark beeinflussen, es sind eher kurzfristige Spiele die man eventuell mal eine, maximal zwei Stunden hintereinander spielt. MMORPGs sind hier viel problematischer! Meine Meinung ist einfach das man das ganze so belassen sollte wie es momentan ist und wenn überhaupt irgendwelche Leute einschätzen können wie Spiele wirken dann sollten es doch die Entwickler selber sein und nicht Politiker die nur irgendwelche Waffen sehen und gleich sagen das muss verboten werden. Nur mal so abgesehen davon das damit hunderte von Arbeitsplätzen wenn nicht sogar tausende gefährdet werden. Sind wir jetzt schon so weit das die Politik alleine Arbeitsplätze gefährdet und alle Spieler gegen die Politik aufbringt? Ich hoffe nicht LG, Sargo zum Beitrag


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