BI-Projekte werden mehr durch die Branche und Prozesse (zum Beispiel Fertigungstiefe) eines Unternehmens bestimmt als durch dessen Größe;
...brauchen die Beteiligung von IT und Fachbereich;
... dürfen sich nicht nur mit Berichten beschäftigen, sondern müssen immer die Architektur und das Daten-Management berücksichtigen;
... dürfen nicht durch die Produkte eines Herstellers gesteuert werden;
... sind keine klassischen IT-Projekte nach dem Wasserfallmodell, sondern werden phasenweise und iterativ umgesetzt;
... sollten mit einem Grobkonzept für ein Data Warehouse beginnen und nicht mit endlosen Detailanforderungen, die schnell veralten;
Pflichtenheft, Meilensteine, Abnahmen und phasenweises Testen sind ein Muss.
Das Endziel eines BI-Projekts darf während der einzelnen Projektphasen nie aus den Augen gelassen werden, warnt der Berater: "Es gibt klare Meilensteine: Proof-of-Concept, Fertigstellung der Version 0.9 und dann Abnahme der ersten Vollversion." Ebenso sei es zentral, im Vorgehensmodell die Kontrolle der Datenqualität und ein regelmäßiges Testen des Systems zu berücksichtigen sowie sich über Backup- und Recovery-Verfahren für das Data Warehouse und allgemein die Betriebssicherung Gedanken zu machen. Laut Graf sollte ein Data-Warehouse-Projekt nicht länger als sechs bis neun Monate dauern. Berater Jochum fordert sogar, dass eine Implementierung (Grobkonzept, Aufbau Data Mart) nie mehr als drei bis sechs Monate verschlingen darf, vorausgesetzt, es treten keine gravierenden Probleme während der Umsetzung auf.
Dennoch ist es in Großunternehmen weitaus schwieriger als im Mittelstand, ein übergreifendes "Enterprise Data Warehouse" zu gestalten, schränkt Berater Graf ein. Widersprüchliche Erwartungen, politische Gründe, Streit über die Datenhoheit und Budgets würden dies oft verhindern oder doch nur die kritisierten fach- oder aufgabenspezifischen Data Marts ermöglichen. Allerdings sei es auch im Mittelstand nicht immer einfach zu erklären, warum ein Data Warehouse in seinem Modell ein Stück weit über die konkreten Anforderungen hinausgehen soll (und so vielleicht mehr kostet). Um das richtige Maß zu finden, müsse man sich "auch einmal mit dem Geschäftsführer streiten und sich für das Wesentliche des Projekts einsetzen", fordert Graf. Wenn die Grundidee des Projekts hingegen aufgegeben werde, gebe es nur eine Antwort: Rücktritt, und dazu gehört Mut. "Meist sieht man sich immer zweimal im Leben."