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Business Intelligence

SAP will Analyse und Prozesse vereinen



Große Veränderungen zeichnen sich ab

Insgesamt sind die BI-Features in Netweaver 2004s nicht spektakulär oder gar dem Wettbewerb voraus, sondern sie stellen vielmehr hilfreiche und nötige Nachbesserungen des wichtigen BW-Release 3.5 dar. Interessant ist beispielsweise eine Re-Modeling-Toolbox, mit der sich Infocubes auch nachträglich anpassen lassen - eine Option, die angesichts des Wildwuchses an Installationen sicher hilfreich ist. Allerdings arbeitet SAP zugleich an einer neuen Vision, die große Auswirkungen auf das BI-Portfolio haben wird. So kündigte der Hersteller erstmal auf der Hausmesse "Sapphire" so genannte Composite Analytical Applications an. Mit ihnen lassen sich, so Roman Bukary, Vice President SAP Analytics, BI und andere Inhalte mit operativen Prozessen und Workflows zu immer wieder neuen Anwendungen kombinieren. "BI und analytische Anwendungen sind die Enabler für die tägliche Arbeit", erklärte Bukary.

Unterstützen BI-Lösungen bisher vor allem einzelne Abteilungen und versierte Anwender bei der Analyse von Geschäftsinformationen, sollen künftig Auswertungen enger mit den operativen Prozessen verknüpft werden und je nach Prozess und Rolle allen Anwendern zur Verfügung stehen. Tatsächlich befindet sich die SAP mitten im Umbau ihrer Infrastruktursoftware hin zu einer Business Process Platform (BPP). "Statt der bisherigen Code-basierenden wollen wir eine modellbasierende Foundation aufbauen, die service-orientiert ist und auf der sich aus einzelnen Bausteinen zusammengesetzte (Composite) Anwendungen erstellen lassen, die sich nach Aufgaben, Rollen und Funktionen richten", warb Bukary. Rund 100 solcher Composite Analytical Applications wie "Order-to-cash" will SAP anhand von Best Practices, Netweaver und der technischen Schützenhilfe durch den Anbieter Macromedia erstellt haben und als eigenständige Produkte verkaufen. Zu ihrer Lizenzierung konnte Bukary derzeit noch nichts sagen.

Es gehe aber nicht darum, die vorhandene Infrastruktur umzukrempeln, sondern auf ihrer Basis neue Prozesse aufzusetzen. Allerdings bezeichnete der Manager zugleich vorhandene BI-Lösungen als zu "umfangreich" und sprach letztlich deren Modularisierung das Wort. "Wenn der Kunde mit seiner Vertriebslösung glücklich ist, werde ich ihm nicht raten, seine Anwendung zu zerschlagen. Aber was, wenn er zusätzlich gern Informationen aus HR und FI/CO möchte, um beispielsweise zu sehen, welcher Vertriebsmitarbeiter am meisten leistet?"

Bei allen Neuerungen bleiben die bisherigen BI-Techniken und Datenhaltungen wie Data Warehouse oder Data Marts als Informationslieferanten erhalten und Infocubes ließen sich virtuell zusammenführen. Die auf sie zugreifenden Anwendungen bilden hingegen nicht mehr nur BI-Aspekte ab. "In fünf Jahren wird sich vielleicht nicht mehr unterscheiden lassen, wo ein transaktionsgesteuerter Prozess beginnt und ein BI-Prozess aufhört", sagte Bukary. Zentrales Hilfsmittel zum Aufbau solcher Anwendungen ist das neue Werkzeug "Visual Composer". Es stellt eine grafische Design-Umgebung bereit, mit der laut Hersteller auch weniger versierte Anwender ohne Programmieraufwand Anwendungen modellieren und schnell zu Prototypen gelangen können. Sie erinnert damit an Produkte wie "Dynasight" von Arcplan, die bereits seit Jahren im Einsatz sind (siehe Seite 18). Das Besondere am SAP-Ansatz ist aber, dass Anwender (einzelne) Module/Prozesse etwa aus der Mysap-ERP-Welt mit BI-Input sowie Workflows in einem Portal-basierenden "Workcenter" kombinieren können. "Die mögliche Zahl der Composite Analytical Applications ist unbegrenzt. Ihre Zahl hängt davon ab, in welchen Prozessschritten der Kunde Analysen einbindet", sagte Bukary.



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