CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS


RSS-Feed
BI & ECM

SharePoint, Alfresco, Oracle Beehive, Lotus Quickr

Collaboration-Software im Vergleich

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken | 
von Damian Amherd, Berater und Projekt-Manager bei der Web-Agentur namics in St.Gallen und Steffen Engeser, Berater und Projekt-Manager bei der Web-Agentur namics in St.Gallen
Bei der Wahl einer Collaboration-Lösung sollten Firmen genau hinschauen, denn die Angebote offenbaren erhebliche funktionale Unterschiede, was sich zum Beispiel an den Teamfunktionen ziegt.

Abgesehen von den Systemvoraussetzungen sollten Unternehmen bei der Produktauswahl insbesondere die Teamfunktionen heutiger Collaboration-Lösungen eingehend vergleichen. Diese umfassen die Aspekte Kommunikation und Koordination (E-Mail, Instant Messaging, Kalenderverwaltung und Projekt-Management), Kooperation (Desktop-Sharing oder Online-Whiteboards), Dokumenten-Management sowie Information Sharing (Wikis, Blogs, Diskussionsforen etc.).Mehr zum Thema Collaboration finden Sie hier.

Wie die Praxis zeigt, können die zum Teil noch relativ jungen Produkte diese Aufgabengebiete bei weitem nicht immer gleich gut abdecken. Nachfolgend seien einige Eindrücke zusammengestellt, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben:

Microsoft Office SharePoint Server 2007

Das Serverprodukt, kurz MOSS 2007 genannt, integriert sich nahtlos in vorhandene Microsoft-Landschaften und stellt laut Hersteller ein Komplettpaket für den Austausch von Informationen, die Zusammenarbeit von Gruppen und Teams sowie der Steuerung von Prozessen zur Verfügung (künftig wird übrigend aus MOSS der Microsoft SharePoint Server). Autoren überprüfen und veröffentlichen Dokumente, erfassen und teilen Wissen und wickeln ihre tägliche Arbeit prozessgesteuert durch Workflows ab.

Blick in den Workspace des MOSS.
Blick in den Workspace des MOSS.

Zudem sind diverse Module enthalten, die man in wenigen Schritten konfigurieren kann, um einem Team oder einer Abteilung ein eigenes Portal zu schaffen. Allerdings kann MOSS nicht in jeder Disziplin überzeugen, beziehungsweise fehlen gewisse (Standard-)Funktionen. In diesen Fällen kommen Anwender nicht um die Eigenentwicklung von WebParts oder Workflows herum. Hinzu kommen Zusatzprodukte von Partnern und Drittanbietern, die MOSS komplettieren helfen.

Die Nutzung von MOSS 2007 setzt den Windows Server 2003/2008 und MS |SQL Server| 2003/2008 voraus. Die Lizenzierung läuft über Partner und ist relativ einfach gestaltet: Zum einen nach der Anzahl der PCs/Server, zum anderen nach der Art der Lizenzierung (Kauf, Miete, Umfang). Letztlich ist der Preis aber oft Verhandlungssache, weshalb Listenpreise wenig Orientierung bieten.

Mit Blick auf die genannten Teamfunktionen ist eine Kommunikation zwischen den Mitgliedern dank der guten Integration von MOSS mit den Office-Produkten gegeben. Ein Beispiel ist das Erstellen eines Meeting-Workspaces direkt beim Versenden der Meeting-Einladung über Outlook oder der Zugriff auf einen Teamkalender. Im Zusammenspiel mit dem Microsoft Live Communication Server können Anwender auch per Instant Messaging kommunizieren sowie Anwesenheitsinformationen innerhalb von MOSS darstellen.

Bei der Verwaltung unterschiedlicher Inhaltstypen arbeitet MOSS 2007 mit Listen und Listenelementen. So existiert zum Beispiel mit der Dokumentenbibliothek ein spezieller Listentyp, der typische Dokumenten-Management-Funktionen bietet. Hierzu gehören der Up- und Download, die Versionierung, Check-In/-Out und Workflows für Genehmigungen. Ferner stellt MOSS 2007 zahlreiche Templates zur Verfügung, mit denen man durch wenige Klicks verschiedene Seiten wie Wikis, Blogs, Umfragen, Diskussionsforen etc. erstellen kann.

Zusätzlich zu diesen Standard-Templates gibt es Application-Templates für Projekt-Management, zur Verwaltung von Kursen oder Kontakt-Management. Insgesamt macht MOSS 2007 einen stabilen Eindruck und ist als Collaboration-Plattform auch für den Einsatz in großen Unternehmen geeignet. Einigen Nachholbedarf zeigt die Software noch in den Bereichen Mehrsprachigkeit und Content-Management. Diese Lücken sollen aber mit dem aktuellen Service Pack 2 und Office 14 geschlossen werden (mehr zu SharePoint finden Sie hier).

Lesen Sie auf der nächsten Seite, wo Alfresco Share seine Stärken und Schwächen hat.


(7 Beiträge), 
Kommentieren
Bernhard Werner
In diesem Artikel wird leider auf eine ältere Version von Share verwiesen und offensichtlich auch nur ein Teil der Funktionalität dargestellt. Wie im Open Source Umfeld üblich, existieren immer verschiedene Pakete der Software und wer eine stabile Plattform verwenden möchte lädt sich die als Final publizierte Version. Wer hingegen mit dem letzten Stand der Technik arbeiten möchte kann sich über einen SVN Zugang auch den "Nightly Build" laden. Die Final Labs Versionen sind auf jedem Fall nicht in einem "experimentellen" Zustand. Für die Alfresco Enterprise Version werden umfangreiche Tests gegen die frei gegeben Stacks gefahren und für diese Version kann dann auch Support/Wartung in Form einer Subskription bezogen werden. Der Ansatz von Alfresco ist zum Einen, sich in die bestehende Infrastruktur zu integrieren und zum Anderen auch den gemeinsam erstellten Inhalt weiter verwenden zu können. Es bleibt also dem Anwender belassen ob er weiterhin Mitglied einer Site sein möchte oder nicht. Abhängig vom Rechtekonzept der Organisation kann er die Inhalte auch dann einsehen, z.B. über die Suchfunktion, wenn er nicht mehr Mitglied einer Site ist. Das gilt auch für die Funktionalität wie Wikis, Blogs, Foren und Kalender. Hier ist der Ansatz ebenfalls die einfache Verwendung der Funktionen, wenn diese den reinen dokument-zentrierten Inhalt sinnvoll ergänzen können. Wenn bereits stand alone Lösungen vorhanden sind können diese integriert werden, anstatt dem Anwender zwingend ein neues Tool zur Verfügung zu stellen. Schade ist, dass für den Test der MS Office Integration ein PlugIn verwendet wurde, das für die Version 2.x von Alfresco entwickelt wurde und auch nur für diese Version vorgesehen ist. Mit der Version 3 besteht die Möglichkeit, ohne PlugIn, die Sharepoint Funktionalität der MS Office Produkte direkt mit Alfresco zu nutzen. Somit wird dieses PlugIn schlichtweg nicht mehr benötigt, wenn Alfresco 3.x zum Einsatz kommt. Hier können die Anwender in ihrer gewohnten Umgebung mit den Standardfunktionen arbeiten ohne ungewohnte Funktionsweisen adaptieren zu müssen. Ebenso verhält es sich mit der Integration in die Arbeitsplatzumgebung. neben den im Artikel erwähnten Schnittstellen wie HTTP und WebDav stellt Alfresco hier Protokolle wie CIFS, zur transparenten Integration als Netzlaufwerk für MS Windows Clients, oder NFS und FTP zur Integration für andere Plattformen zur Verfügung. Dem Anwender soll die Möglichkeit gegeben werden über nahezu beliebige Clients mit Alfresco arbeiten zu können, ohne proprietäre Clients oder Protokolle verwenden zu müssen. zum Beitrag

pjoss
Besten Dank Helmut Heinrich, dass Sie bereits geschrieben haben, was in 1.5 vorhanden ist. Ansonsten hätte ich es noch schreiben müssen. Kommt noch die Funktion von Conferencing dazu, wo in mit Bild und Ton diskutiert werden kann, ohne dass sich alle am selber Ort befinden. Dabei können auch externe Leute eingeladen werden, welche den leider nur unter Windows laufenden Client installieren müssen. Ich gebe aber die Hoffnung nicht auf, dass da noch Clients kommen könnten, welche auch unter andere Plattformen laufen. zum Beitrag

Stefan63atIBM
Hier noch einige weitere Gedanken zum Thema Collaboration, Enterprise 2.0 und Social Software im IBM Blue Blog > https://www-951.ibm.com/blogs/Stefan_Pfeiffer/entry/von_collaboration_social_everywhere_und_smarter_work zum Beitrag

damianamherd
Vielen Dank für die Kommentare. Ich möchte die Möglichkeit nicht missen, kurz Stellung zu nehmen: @Stefan63atIBM Dass Quickr auch ohne Notes/Domino eingesetzt werden kann, streite ich nicht ab. Wenn man jedoch eh schon auf Notes/Domino verzichtet, würde ich eher auf andere Lösungen setzen. Dies meine (subjektive) Aussage zu diesem Thema. Was "Enterprise 2.0" betrifft, gehe ich absolut mit Ihnen einig - dieses Thema umfasst nicht nur DM, sondern auch Social Media und dergleichen. Tools wie Wikis oder Blogs werden in unserem Test jedoch meiner Meinung nach nicht vernachlässigt. Allgemein ist jedoch festzustellen, dass die Collaboration-Lösungen da den "spezialisierten" Stand-alone-Lösungen noch etwas hinterherhinken. @Helmut Heinrich Da zwischen der Einreichung eines Artikels und dessen Veröffentlichung einige Zeit vergeht, ist es im vorliegenden Fall leider so, dass die Veröffentlichung von Version 1.5 leider nicht mehr berücksichtigt werden konnte (ich erhielt die Ankündigungs-E-Mail von Oracle bloss einige Tage nachdem der Artikel verschickt wurde). Insofern konnten Webclients und Co. in diesem Test noch nicht analysiert werden. Zum Thema "freie Client-Wahl" - ich persönlich finde diesen Ansatz eigentlich auch super. So arbeite ich viel lieber mit Pidgin bzw. Adium (auf Mac) als mit anderen Clients. Weniger IT-affine Angestellte bzw. Firmen würden dies aber eher als Nachteil erachten, da sie eine homogene Applikationslandschaft bevorzugen. Wie bereits im Artikel selbst angetönt: die Produkte unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Features und insofern muss jede Firma bzw. jeder IT-Verantwortlicher selbst evaluieren, welche Funktionen ein "Muss" oder "Kann" sind. zum Beitrag

Sascha Alexander
Hallo Herr Pfeiffer, vielen Dank für Ihre Mail. Gleich zu Beginn des Beitrags steht, dass die Autoren vor allem die Teamfunktionen der Produkte betrachten wollten und ihren Praxiserlebnisse keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Es war daher nie beabsichtig, das gesamte IBM-Collaboration/ECM-Portfolio vorzustellen, auch wenn dies Ihnen als Market Manager verständlicherweise am Herzen liegt. Auch ist eine Diskussion über "Eleganz" vielleicht etwas schwierig zu führen. mit freundlichen Grüßen Sascha Alexander Redaktion Computerwoche zum Beitrag


Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

BI & ECM: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
So managen Sie BI-Projekte So managen Sie BI-Projekte Wer denkt Business Intelligence sei eher trivial täuscht sich gewaltig. Bei der Umsetzung von BI-Projekten lauert so mancher Fallstrick.
weiter
Checkliste für Business Intelligence Checkliste für Business Intelligence Wer mit einem BI-Projekt nicht scheitern will, sollte strukturiert vorgehen. Unsere Checkliste zeigt worauf Sie achten müssen.
weiter
Collaboration-Software im Vergleich Collaboration-Software im Vergleich Bei der Wahl einer Collaboration-Lösung sollten Firmen genau hinschauen, denn die Angebote offenbaren erhebliche funktionale Unterschiede, was sich zu ...
weiter
Wer macht das Rennen im BI-Markt? Wer macht das Rennen im BI-Markt? Die Geschäfte mit BI-Software gehen gut, doch nicht alle Hersteller profitieren von der großen Nachfrage.
weiter
Probleme im Web-Shop Probleme im Web-Shop Viele Webshops kranken an ihre mangelhaften Benutzerführung und beschränkten Suchfunktionen. Zugleich zwingen Trends wie Personalisierung und Web 2.0 ...
weiter
So managen Sie BI-Projekte Checkliste für Business Intelligence Collaboration-Software im Vergleich Wer macht das Rennen im BI-Markt? Probleme im Web-Shop
MEHR ZUM THEMA BI & ECM
  • Artikel
  • Whitepaper
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke + Wireless