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BI & ECM
Informationsüberflutung

Ehepartner hassen den BlackBerry

17.11.2008 um 12:14 Uhr
Autor(en): Sascha Alexander.
Das renommierte Forschungszentrum MIT sieht die psychische Gesundheit von Unternehmensmitarbeitern durch die ständige Kommunikation über mobile Clients und Collaboration-Anwendungen bedroht. Doch ein Mittel dagegen zu finden, scheint schwierig.

JoAnne Yates, Deputy Dean am Massachusetts Institute of Technology (MIT), sieht die Stresskurve bei Unternehmensmitarbeitern durch immer mehr Kommunikationskanäle nach oben gehen. Vor allem unter BlackBerry-Nutzern macht mittlerweile das Wort "CrackBerry" die Runde, weil sie einfach nicht mehr abschalten können und wollen. In einer in Kürze erscheinenden Studie "Ubiquitous E-mail: Individual Experiences and Organizational Consequences of BlackBerry Use" will das MIT nun aufzeigen, wie dramatisch die Informationsüberflutung wirklich ist. Vorab sprach Yates, Co-Autorin des Berichts, mit den Kollegen der "Computerworld":

CW: Wie weit sind Ihre Forschungen zum Informationsüberfluss gediehen?

Yates: Derzeit läuft am MIT eine Disseration meiner Kollegin Melissa Mazmanian zu diesem Thema. Zusammen mit der Informatik-Professorin Wanda Orlikowski und mir untersuchen wir dabei die Nutzung des BlackBerry bei 30 Angestellten eines Finanzdienstleisters. Dabei zeigt sich, dass die Leute den BlackBerry kurzfristig eher als eine Hilfe zur Stressreduzierung sehen, weil man schneller über Probleme informiert wird, als diese erst beim Öffnen ihrer E-Mail-Anwendung am Desktop vorzufinden. Langfristig nimmt indes der Stress zu, weil man kaum noch abschalten kann. Alle Befragten beklagen, dass sie nicht mehr vom BlackBerry loskommen.

CW: Haben Sie eine Lösung für das Problem der Informationsüberflutung gefunden?

Yates: In manchen Firmen wurde es Managern verboten, Blogs und Instant Messaging zu verwenden, in anderen Unternehmen bezweifelt man hingegen den Sinn solcher Maßnahmen. Wieder andere Organisationen setzen auf Wikis, um die Kommunikation zu bündeln und für alle sichtbar zu machen, doch dies ist ein schwieriger Lernprozess für alle, und es gibt nicht immer Zeit für Schulungen. Auch wissen viele Mitarbeiter nicht, was von ihnen künftig verlangt wird. Die Untersuchung zeigt, dass Tools und individuelle kognitive Entwicklung nicht reichen. Vielmehr brauchen wir gemeinsame Kommunikationsrichtlinien (mehr zu den technischen Herausforderung der Informationsflut finden Sie hier).


Leserkommentare 
(1 Beitrag), 
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it-expert
Sie: "Welche Reihenfolge willst Du: Zuerst der BlackBerry aus dem Fenster und dann Du - oder andersrum?" Ich war bekennender BB-Süchtling. Bei jedem "Bing" hatte ich das Stück Plastik in der Hand. Egal, ob beim Abendessen oder Geburtstag - im IT-Betrieb sind Informationen wichtig. Um 4 Uhr genauso wie um 23:55 Uhr. Bis der BB defekt war. Und der Austausch inkl. Inbetriebnahme etwas länger dauerte als sonst. "Fünf Tage" sagte der BB-Beauftragte. Stellen Sie sich vor, ganze fünf Werktage ohne meinen Meister aus Plastik! Unvorstellbar, ich bin handlungsunfähig ohne meinem BB! Ich benötige sofort einen Ersatz oder eine Alternative! Am fünften Werktag kam ich ins Krankenhaus. Ohne BB. "Gerade so die Kurve gekratzt", sagt der Chefarzt. Ich hatte ganze 14 Tage Zeit, darüber nachzudenken. Und es ging im Unternehmen auch ohne mich gut weiter. Seither gibt es klare Grenzen und Vereinbarungen mit meinem Chef. Klare Grenze "zu Hause/Familie" und "Arbeit". Und der Chef sah nach einem Seminar ein, dass seine Manager nicht 24h für das Unternehmen verfüg- und erreichbar sein kann. Lassen Sie sich nicht von einem Stück Plastik zum Sklaven machen - das ist es nicht wert. zum Beitrag


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