CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS


RSS-Feed
BI & ECM

Spreadmarts

Wie sich der Excel-Wildwuchs in Unternehmen eindämmen lässt

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken | 
von Carsten Dittmar, Principal Consultant, Steria Mummert Consulting AG, Hamburg.
Gute Software für Business Intelligence und Verhandlungsgeschick sind nötig, um Fachabteilungen von der Entwicklung problematischer Spreadmarts mit Excel und Desktop-Datenbanken abzuhalten.

Obwohl Unternehmen mit einem Data Warehouse und auf ihm basierenden BI-Anwendungen eine zentrale Lösung für Datenauswertungen zu schaffen glauben, entwickeln Fachabteilungen oft auf eigene Faust Excel-basierende Spreadmarts.
Obwohl Unternehmen mit einem Data Warehouse und auf ihm basierenden BI-Anwendungen eine zentrale Lösung für Datenauswertungen zu schaffen glauben, entwickeln Fachabteilungen oft auf eigene Faust Excel-basierende Spreadmarts.

Lösungen für Business Intelligence (BI) basieren heute in der Regel auf einem Data Warehouse. Dieses führt Daten aus den operativen Quellen an zentraler Stelle zusammen und ermöglicht mit entsprechenden Werkzeugen Auswertungen vom Reporting bis hin zu komplexen Data-Mining-Verfahren. Doch oft zeigt sich in der Praxis, dass ein Data Warehouse nicht der erhoffte "Single Point of Truth" für Geschäftsanalysen und Planung ist, sondern in vielen Meetings wie bisher über die Korrektheit und Aussagekraft der vorliegenden Daten gestritten wird (siehe auch den Beitrag "Die Datenverwaltung und Auswahl der richtigen Datenbank geraten zur Wissenschaft"). Die Ursache hierfür ist simpel, wird aber oft übersehen: Neben der technischen Architektur des Data Warehouse, die sich typischerweise aus einer Staging Area, einem Core Warehouse und einem analytischen Layer mit aufsetzender Data-Mart-Schicht zusammensetzt, existiert mit den so genannten Spreadmarts eine weitere Ebene.

Bei diesen handelt es sich meist um Spreadsheets oder Desktop-Datenbanken für Analysen und Reporting, die Mitarbeiter aus dem Fachbereich auf eigene Faust entwickelt haben und betreiben. Solche Anwendungen enthalten Daten, die aus einem BI-System extrahiert, transformiert, neu verknüpft und formatiert wurden sowie eigene oder abgeleitete Metriken verwenden. Spreadmarts sind mit bekannten Anwendungen aus den gängigen Office-Paketen erstellt worden, allen voran Microsoft-Excel-Arbeitsmappen. Nach einer aktuellen Studie des TDWI (The Data Warehouse Institute) finden sich derartige Spreadmarts in über 90 Prozent aller Unternehmen. Insbesondere in den Abteilungen Finance, Marketing, Operations und Sales wird mit unzähligen Spreadmarts gearbeitet, so dass neben der eigentlichen BI-Lösung eine Vielzahl unkontrollierter Schatten-Lösungen existiert.

Was Fachabteilungen an Excel lieben?

Für Fachabteilungen liegen die Vorteile von Spreadmarts wie Microsoft-Excel-Arbeitsmappen auf der Hand: Sie sind mit diesen Werkzeugen vertraut und profitieren von den zahlreichen Gestaltungsmöglichkeiten, Formeln und Funktionen. Auch lassen sich Daten meist einfach zusammenführen, die im vorhandenen BI-System bisher nicht verfügbar sind. Statt auf eine möglicherweise langwierige Umsetzung entsprechender Anforderungen durch die IT warten zu müssen, können sich Fachanwender ihre eigenen Auswertungen zusammenstellen. Die lokale Autonomie und Kontrolle über die Daten und das Reporting liegt so bei ihnen (siehe auch "Web-Alternativen zu Word, Excel und Powerpoint").

Gleichzeitig wird es möglich, Ursprungswerte über manuelle Eingaben oder durch diverse Nebenrechnungen an einen erwünschten oder geplanten Wert anzunähern. Und schließlich sprechen die geringen Kosten für Spreadmarts, da Tabellenkalkulationen zum Standard auf jedem Desktop-Rechner im Unternehmen gehören. Diese Argumentation hat dazu geführt, dass es heute unzählige Berechnungen und Analyse-Tools in den Fachabteilungen gibt, in denen zum Teil ein erhebliches Maß an Logik hinter komplexen Formeln, Makros oder versteckten Spreadsheets steckt. Viele Mitarbeiter sehen in Spreadmarts selbstverständliche Werkzeuge zur Weiterverarbeitung von Daten aus dem BI-System, um Ad-hoc-Analysen vorzunehmen.


(2 Beiträge), 
Kommentieren
loewenherz
Also ich glaub nicht, dass es sinnvoll ist "Inseln" derart zu verteufeln. Habe schon viel mit BI-Implementierern zu tun gehabt, und am ersten Blick scheint alles einfach. Und 2,5 Stunde für einen Mitarbeiter für die Wartung der Daten auszugeben, ist noch immer um Häuser billiger als ein Softwarepacket für 30.000+ und Implementierung (im Umfang wie im Artikel wahrscheinlich bei 100.000+) dann noch die jährliche Wartung und die Benutzerlizenzen, je nachdem wieviele damit arbeiten.... Das Rechenbeispiel muß mir der Herr Dittmar mal vorrechnen... Ja das Konzept ist sehr schön und hat auch seine Berechtigung in Konzernen, aber sicher nicht im Mittelstand. Bin hier der Meinung, dass man dies mit der "normalen" Unternehmenslösung (Dynamics, SAP...) sehr gut bedient sein sollte. zum Beitrag

Egor_Kobylkin
Die Wahrheit könnte wie so oft dazwischen liegen: mit Plug-Ins Wie ExcelSQL oder gleich MicrosoftQuery+DB Views könne man Excel als Berechnungstool einsezten, wenngleich die Basis-Daten weiterhin transparent aus DWH gezogen werden. zum Beitrag


Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

BI & ECM: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
So managen Sie BI-Projekte So managen Sie BI-Projekte Wer denkt Business Intelligence sei eher trivial täuscht sich gewaltig. Bei der Umsetzung von BI-Projekten lauert so mancher Fallstrick.
weiter
Checkliste für Business Intelligence Checkliste für Business Intelligence Wer mit einem BI-Projekt nicht scheitern will, sollte strukturiert vorgehen. Unsere Checkliste zeigt worauf Sie achten müssen.
weiter
Collaboration-Software im Vergleich Collaboration-Software im Vergleich Bei der Wahl einer Collaboration-Lösung sollten Firmen genau hinschauen, denn die Angebote offenbaren erhebliche funktionale Unterschiede, was sich zu ...
weiter
Wer macht das Rennen im BI-Markt? Wer macht das Rennen im BI-Markt? Die Geschäfte mit BI-Software gehen gut, doch nicht alle Hersteller profitieren von der großen Nachfrage.
weiter
Probleme im Web-Shop Probleme im Web-Shop Viele Webshops kranken an ihre mangelhaften Benutzerführung und beschränkten Suchfunktionen. Zugleich zwingen Trends wie Personalisierung und Web 2.0 ...
weiter
So managen Sie BI-Projekte Checkliste für Business Intelligence Collaboration-Software im Vergleich Wer macht das Rennen im BI-Markt? Probleme im Web-Shop
MEHR ZUM THEMA BI & ECM
  • Whitepaper
  • Top geklickt
Jobs suchen
Aktuell finden Sie über 500 ausgeschriebene Stellen im CW-Stellenmarkt
Suchworte eingeben:
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke + Wireless