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BI & ECM
E-Mail-Verwaltung

Google Mail stellt Lotus Notes und Microsoft Exchange in Frage

25.04.2008 um 11:39 Uhr
Unternehmen fragen sich, warum sie noch Geld und Ressourcen in eigene E-Mail-Systeme stecken sollen, wenn es im Web billige Alternativen gibt.

"Unternehmen haben die Nase voll. Die Kosten für Lizenzen und Ressourcen schießen in die Höhe. IT-Leiter suchen nach billigeren und einfacher verwaltbaren E-Mail-Lösungen", fasst Karen Hobert, Analystin der Burton Group, auf ihrem Blog die Stimmung vieler Anwender zusammen. Und dieser Frust kombiniert mit dem Sparzwang in vielen Organisationen ist Wasser auf die Mühlen von Google und dessen E-Mail-Dienst Gmail (hierzulande: Google Mail). "Die Aussicht, durch den Web-Dienst viel Geld sparen zu können, überwiegt das (vielleicht ungute Gefühl) seine E-Mails nicht mehr selbst zu verwalten."

Anbieter kommerzieller E-Mail-Software seien mitschuld an der Verstimmung. Beispielsweise würden Anwender oft über die komplizierte Lizenzpolitik und komplexe Server-Verwaltung von "Microsoft Exchange" klagen. Selbst eine extern betriebene Exchange-Lösung sei im Vergleich zu anderen E-Mail-Angeboten im Hosting-Verfahren immer noch teurer, kritisiert Hobert. Zahlten Unternehmen durchschnittlich 15 Dollar pro Nutzer und Monat für einen externen Exchange-Arbeitsplatz, verlange beispielsweise der E-Mail-Anbieter Zimbra nur rund fünf Dollar pro Monat. "Das sind 120 Dollar im Jahr, die ein Unternehmen pro Nutzer spart."

Outlook als Google-Client

Zudem werde Google in absehbarer Zeit den Umstieg erleichtern, indem Unternehmen intern weiter ihre Outlook-Clients nutzen können und nur die Server-Infrastruktur aufgeben müssen (siehe auch API hilft bei der Migration von Outlook zu Google Mail). Die Trennung von E-Mail-Server und E-Mail-Client erleichtere es der IT, auf Google und andere umzusteigen, ohne die Endanwender zu verärgern oder schulen zu müssen (siehe auch "Online-Collaboration am Schreibtisch im Web"). Anbieter wie PostPath, Novell und Zimbra bieten bereits entsprechende Outlook-Konnektoren für ihre E-Mail-Server (siehe auch die Übersicht im Computerwoche Wiki zu Mail Servern).

90 Prozent Einsparungen bei E-Mails

Kunden haben der Burton Group laut Hobert berichtet, dass sie durch den Umstieg auf Google Apps, zu denen Google Mail gehört, ihre bisherigen E-Mail-Kosten (Exchange und andere kommerzielle Produkte) um 90 Prozent senken konnten. Angesichts eines solchen Einsparpotenzials wird klar, warum Google eine solch durchschlagende Wirkung im Markt hat. Trotzdem sollten Unternehmen alle Aspekte eines Umstiegs in Ruhe bewerten und auch andere Hosting-Angebote vergleichen. Google Mail hat immer noch einen Beta-Status. Die IT sollte auch die möglichen Probleme eines Wechsels bedenken, beispielsweise welche Verfügbarkeit des Dienstes man benötigt.

Ebenso sehen Experten in den Google Apps derzeit in erster Linie ein Alternativangebot zu Office-Paketen für kleine und mittelständische Firmen. Großunternehmen zeigten aber zunehmend Interesse. Die wesentlich geringeren Kosten von Google Mail seien derzeit ein Argument, an dem man kaum vorbeikomme, so Hobart (siehe auch "Neue Google-Apps-Version umgeht die IT-Abteilung"). Microsoft und andere könnten dem entgegenwirken, indem sie ihre Preise senken. "Würde es eine gehostete Exchange-Lösung für, sagen wir mal, 40 Dollar pro Nutzer und Jahr geben, würden die Telefone bei Microsoft und seinen Partnern nicht mehr stillstehen." (as)


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