CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS
Schließen
Dock ein-/ausblenden
Karriere & Gehalt

Risikofaktor Burnout

Wie Unternehmen ihre Mitarbeiter schützen können

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken
von Ellen Maier (Leiterin Kooperationen am Strascheg Center for Entrepreneurship in München.)
Ein erweiterter Gesundheitscheck kann Auskunft darüber geben, ob der Mitarbeiter ausgebrannt ist. Wichtig ist, dass Unternehmen es gar nicht so weit kommen lassen.

Was haben ein Vorstand, ein Abteilungsleiter und ein Facharbeiter gemeinsam? Alle drei sind Burnout-gefährdet. Denn weder der Aufgabenbereich noch das Maß an Verantwortung im Job oder gar der Grad der Professionalität bestimmen den Risikofaktor, sondern das Arbeitstempo, die selten erlebte Anerkennung durch Vorgesetzte und die Unsicherheit über die Erhaltung des Arbeitsplatzes. Nach Erkenntnissen von Andreas Hillert, Arzt in der Medizinisch Psychosomatischen Klinik Roseneck, sind mittlerweile depressive Störungen die zweithäufigste Ursache für eine Frühverrentung bei unter 50-jährigen Arbeitnehmern. Laut einer Umfrage der Techniker Krankenkasse und des FAZ-Instituts fühlen sich 31 Prozent der Deutschen ausgebrannt. Darüber reden tun die wenigsten. Aus unternehmerischer Sicht ist es wichtig, über Burnout zu sprechen und Mitarbeitern eine Plattform zur Prävention zu bieten.

Ellen Maier, Strascheg Center for Entrepreneurship: 'Die Symptome einer Burnout-Erkrankung sind vielfältig und bei jedem anders.'
Ellen Maier, Strascheg Center for Entrepreneurship: 'Die Symptome einer Burnout-Erkrankung sind vielfältig und bei jedem anders.'
Ellen Maier, Strascheg Center for Entrepreneurship: 'Die Symptome einer Burnout-Erkrankung sind vielfältig und bei jedem anders.'

Gerade in der aktuellen Wirtschaftssituation, geprägt von hoher Arbeitsbelastung und Termindruck, reagieren viele Arbeitnehmer mit Ängsten um ihre Zukunft: Die eigene Existenz, der Job und ein harmonisches Familienleben stehen oft auf dem Spiel. Die Folge: Kopfschmerzen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Verspannungen, Rücken- und Nackenschmerzen, Nervosität, Stimmungstiefs und andere Beschwerden. Doch wie lässt sich Burnout erkennen und gegen andere Erkrankungen wie Depression abgrenzen?

Die Schwierigkeit bei Burnout ist, dass es die "Krankheit" nicht als Diagnose gibt. Aber Burnout ist klassifizierbar und wird mittlerweile bei der World Health Organization (WHO) als so genannter Zusatzcode geführt. Viele Patienten gehen aufgrund von organischen Beschwerden zum Arzt, und erst nach dem Ausschluss einer organischen Erkrankung kommt die Aussage: "Ich fühle mich ausgebrannt." Mit einem erweiterten Gesundheitscheck, der Aufschluss über das Tagesprofil von Hormonen wie Cortisol und DHEA sowie Neurotransmittern wie Adrenalin gibt, lassen sich Krankheiten aufdecken und der Grad eines möglichen Burnouts feststellen.

Die Symptome einer Burnout-Erkrankung sind vielfältig und bei jedem anders. Aber: Burnout wird eigenständig neben Depression, Emotionalität/Neurotizismus, Stress und Arbeitsunzufriedenheit betrachtet. Gemäß dem so genannten "arbeitsbezogenen Verhaltens- und Erlebnismuster" (AVM) ergibt sich: Gefährdet sind die Mitarbeiter mit einer hohen Verausgabungsbereitschaft und Resignationstendenz. Den Unternehmen wird daher geraten, auf die Balance zwischen Leistungsanforderung und Verausgabung zu achten, die Mitarbeiter Wertschätzung spüren zu lassen und zu überprüfen, ob im Haus eine offene Kommunikation möglich ist. Schon Kollegen-Feedback, Kommunikationstrainings und Diskussionsrunden können helfen. Arbeitsplatzunsicherheit oder fehlende berufliche Perspektiven sind dagegen kontraproduktiv.

(1 Beitrag), 
Kommentieren
Daublebsky
Wie aus den berufsgruppenspezifischen Studien der Business Doctors hervorgeht,kann jede Aussage dieses Artikels voll und ganz unterstrichen werden. Ich möchte jedoch nur kurz anmerken ,daß ,angesichts der Tatsache,daß laut TKV - Studie 80 % der Manager nicht wissen ,wo in Ihren Unternehmungen die Ursachen für eine erhöhte Stressbelastung liegen, wie auch der Tatsache ,daß laut der Studie der Business Doctors in vielen Berufsgruppen dramatische Unterschiede in der Belastung zwischen männlichen und weiblichen Mitarbeitern liegt, möchte ich mit folgenden Zeilen ein neues Denken zu neuen Chancen ,dieser bedrohlichen Enteicklung gegenzusteuern, aufzeigen. Neues Denken schafft neue Chancen Auswege aus der Angst- Stress- und Burnoutfalle Führt die visionslose Gesellschaft, erstarrt im Schock der Krise vermehrt zu Ängsten, Stress, Depressionen und Burnout? Ist die rasante Zunahme der psychischen Erkrankungen unvermeidlich, fragen die Business Doctors? Im Rahmen einer Ursachenanalyse in unserer Arbeitswelt sind sie fündig geworden, haben neue Ansätze gefunden, gegenzusteuern und Methoden entwickelt, nachhaltig vorzubeugen. Im Schweiße Deines Angesichts? ?Im Schweiße Deines Angesichts sollst Du Dein täglich Brot verdienen.? Ein Bibelzitat, dass unsere abendländische Kultur sowie unsere Zugänge zur Arbeitwelt in den letzten Jahrhunderten nachhaltig beeinflusst hat und dies heute noch zu tun scheint. Geprägt und dogmatisch indoktriniert durch die christliche Soziallehre haben wir es offensichtlich verinnerlicht, dass unser Schaffen und Arbeiten nur dann gottgefällig ist, wenn wir dabei leiden. Da laut aktuellen Studien in den Industrienationen bis zu 67% innerlich gekündigt haben und bis zu 89% mit ihrem Job unzufrieden sind ? Tendenzen durchwegs steigend ? scheint sich das Leiden und der Leidensdruck am Arbeitsplatz scheinbar zu bestätigen und wird offensichtlich vielfach noch durch geringe Arbeitsplatzqualität und sozial unverträgliche Arbeitsplätze getoppt. Verfolgen wir nun diese Gedanken weiter, können wir offensichtlich also nur unter eher trostlosen Rahmenbedingungen unser gottgefälliges Pensum erfüllen. Freude und Spaß an der Arbeit laufen also dieser tradierten Geisteshaltung diametral entgegen. Hier sehen die Business Doctors ebenso eine der Ursachen der ständig ansteigenden Stress- und Burnouterkrankungen. Tempo, Stress und Burnout Ein zweiter, wesentlich stärker wirkender stress- und burnoutauslösender Faktor ist das ständig zunehmende Tempo in unserer Arbeitswelt, bedingt und begleitet von der permanenten globalen Erreichbarkeit. Möglichkeiten abzuschalten, werden somit sowohl von außen als auch durch selbst auferlegte Zwänge wie Erfolgs- und Konsumdruck geringer. Die kontinuierlich steigende Geschwindigkeit lässt uns scheinbar keine Zeitfenster zum Innehalten und Nachdenken offen. Wir sind zu Getriebenen geworden, haben uns aber auch zu einem hohen Prozentsatz selbst dazu gemacht. Unsere Arbeitswelt mit einer Galeere zu vergleichen drängt sich hier nahezu auf. Wir sitzen also auf einer deprimierend schmucklosen Ruderbank im trostlosen Bauch einer Galeere. Der Trommler erhöht die Schlagzahl und wir wollen da eigentlich raus, haben jedoch Angst, den Haifischen vorgeworfen zu werden , ziehen aber trotz aller Negativa den Verbleib auf der Galeere vor (siehe die berufsgruppenspezifischen Burnoutstudien der Business Doctors, die eindeutig beweisen, dass bei zu geringer Wertschätzung, Sklaventreiberei, mangelnder Kommunikation und zu wenig Rekreationsmöglichkeiten Ängste, Stress und Burnoutfälle steigen, Produktivität, Wertschöpfung und Mitarbeiterzufriedenheit aber sinken). Das wird vielfach fälschlich als Zustimmung interpretiert, die Schlagzahl wird weiter erhöht und letztlich fällt der so ausgepowerte Mitarbeiter erst recht mit einem Burnout von der Ruderbank. Ängste, Stress und Burnout, ein beträchtlicher Kostenfaktor Hier fängt sich nun die Kostenspirale für alle Betroffenen zu drehen an. Haben sich doch alleine in Österreich die curativen Kosten von 4,8 Milliarden Euro bedingt durch Stress und Burnout im Jahr 2007 auf 7 Milliarden Euro im Jahr 2009 gesteigert. Im gleichen Zeitraum hat sich die Anzahl der irreparablen Burnoutfälle verdoppelt. Die gesamte EU-Zone wird bereits mit 300 Milliarden durch diese Fehlentwicklung belastet. Neues Denken schafft neue Chancen Spätestens hier sollte man beginnen nachzudenken und sich die Frage stellen, ob es nicht höchst an der Zeit wäre, neu zu denken, neue Wege zu gehen und zu versuchen, die Arbeitswelten den technologischen Entwicklungen anzupassen. Chill out ? komm runter und kreiere Dich neu wäre ein grundlegender Ansatz. Recreation Areas, Entschleunigung statt Beschleunigung wären die Denkansätze für neue Arbeitswelten. Aufgaben lösen ,statt Arbeit verrichten Vor allem, um von dem Leidensprinzip der Arbeit wegzukommen, sollten wir, als Vision den negativ besetzten Begriff Arbeit auch in seiner Bedeutung durch den positiv besetzten Begriff Aufgabe ersetzen. Damit erreichen wir schnell neue und positive Positionierungen. Die Wertschätzung steigt und damit die Mitarbeiterzufriedenheit. Statt bei der Arbeit mit Wut gegen den ?Trommler? zu leiden, löse ich mit dem Team Aufgaben und fördere damit Produktivität und Wertschöpfung. Vertrauensarbeitszeit und neue Arbeitszeitmodelle, sind erste Schritte in die richtige Richtung. Vision oder gangbare Veränderung Die Business Doctors haben basierend auf ihren berufsgruppenspezifischen Stress- und Burnoutstudien neue Programme und Maßnahmepackages wie das erfolgreiche Change to Success Programm und das EPF (Economic Fitness Programm) entwickelt und können im Day to Day-Business beweisen, dass aus Visionen entwickelt, realisierbare Changeprozesse nachhaltige Veränderungen bewirken. Weitere Informationen zu den Studien wie auch zu den Programmen finden Sie unter www.business-doctors.at. Hilfestellungen und einen Begleiter durch den täglichen Wahnsinn von Stress und Burnout können Sie als kostenfreien Vorabdruck unter dem Titel Don?t Panic: Du bist nicht allein unter http://www.business-doctors.at/panic/index.html abrufen. zum Beitrag


Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

JOB & KARRIERE: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Täglich Karriere-Tipps... Täglich Karriere-Tipps... gibt Steffen Weissbarth von Exasol noch bis 23. November.
weiter
Der große Gehaltsreport 2011 (Foto: Fotolia, Joachim Wendler) Der große Gehaltsreport 2011 1,8 Prozent mehr Gehalt für Führungskräfte, 2,3 Prozent mehr für Fachkräfte - so lautet ein Ergebnis der Vergütungsstudie von Personalmarkt und CW.
weiter
Die wichtigsten IT-Frauen (Foto: Deutsche Telekom) Die wichtigsten IT-Frauen IT ist reine Männerwirtschaft? Falsch! Wir stellen die wichtigsten IT-Frauen in Deutschland vor.
weiter
Ein Tag im Leben eines Entwicklers (Foto: Friedrich Schanda/Pentasys) Ein Tag im Leben eines Entwicklers Wir haben Günther Reisner vom Münchner Systemhaus Pentasys acht Stunden lang über die Schulter geschaut.
weiter
Die wichtigsten IT-Macher 2011 Die wichtigsten IT-Macher 2011 Hasso Plattner, August-Wilhelm Scheer und René Obermann führen das COMPUTERWOCHE-Ranking der 100 wichtigsten Persönlichkeiten in der deutschen ITK-Bra ...
weiter
Jobangebote
FEATURED LINKS

KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke
Mobile & Apps