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Karriere & Gehalt

Weiterbildung ist wichtig, aber

Kundenprojekte gehen vor

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von Hans Königes (COMPUTERWOCHE-Redakteur)
Ein attraktives Weiterbildungsangebot ist wichtig, um gute Leute anzuziehen und ans Unternehmen zu binden. Allerdings gibt es Grenzen, wenn die Projektarbeit zu Ende geführt werden soll.

Das Software- und-Beratungshaus Itemis aus Lünen ist für sein Weiterbildungsmodell "4+1" mehrfach ausgezeichnet worden. Es erlaubt den Mitarbeitern, sich einen Tag in der Woche weiterzubilden. Ein CW-Leser will nun wissen, wie dieses Modell in der Praxis funktioniert und wie weit der Begriff der Weiterbildung bei Itemis gefasst wird? Er fragt weiter: "Es kann doch sicher nicht sein, dass, um es überspitzt zu formulieren, der halbe Betrieb einen Tag in der Woche irgendwelche Kurse besucht? Was passiert, wenn viel zu tun ist? Oder wenn jemand dankend gern auf diesen Tag verzichtet nur damit der Projektdruck nicht ins Unermessliche steigt? Haben Sie schon mal Bilanz gezogen, ob und was dieser Tag bringt?

Itemis-Personalvorstand Jens Trompeter antwortet: "Wir denken, dass es gerade jetzt wichtig ist, für unsere IT-Berater qualifizierte Aufgaben zu finden. Das klappt natürlich nur, wenn die Mitarbeiter die Chance haben, technologisch immer auf dem neuesten Stand zu sein. Daher haben wir auch mit Beginn der schwierigen Zeiten innerhalb weniger Tage unsere Trainings-Series an den Start gebracht: ein Programm zum internen Wissensaustausch.

Jens Trompeter, Itemis: 'Unseren Mitarbeitern sind 20% ihrer Arbeitszeit für die persönliche Weiterbildung verbrieft.'
Jens Trompeter, Itemis: 'Unseren Mitarbeitern sind 20% ihrer Arbeitszeit für die persönliche Weiterbildung verbrieft.'
Jens Trompeter, Itemis: 'Unseren Mitarbeitern sind 20% ihrer Arbeitszeit für die persönliche Weiterbildung verbrieft.'
Foto: itemis

Die Mitarbeiter besuchen generell nicht `irgendwelche Kurse`. Der +1 Tag wird zum Beispiel in unseren Study Groups umgesetzt, wo sich Mitarbeiter eigeninitiativ zusammenfinden, um neue Technologien oder Methoden kennen zu lernen, sich einzuarbeiten und zu evaluieren, ob sie für uns und unsere Kunden interessant wären. Andere Kollegen nutzen den +1 Tag, um Fachartikel oder Fachbücher zu schreiben.

Es ist schon so, dass nicht jeder Mitarbeiter das Modell nutzt. Manchmal kann das auch durchaus mit dem Projektdruck zusammenhängen. Ganz klar gilt: Kundenprojekte gehen vor. Deshalb funktioniert die Umsetzung auch nicht immer als ein Tag pro Woche sondern vielmehr als Quote: Unseren Mitarbeitern sind 20 Prozent ihrer Arbeitszeit in ihren Arbeitsverträgen für die persönliche Weiterentwicklung verbrieft. Oft ist es auch so, dass Kollegen nach einem Kundenprojekt eine gewisse Zeit "am Stück" für ihre persönliche Entwicklung bekommen. Außerdem haben wir immer mehrere Forschungsprojekte im Angebot. Hier mitzuarbeiten ist natürlich auch eine besondere Herausforderung und bietet gute Rahmenbedingungen für die eigene Weiterbildung.

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