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Web 2.0 im Unternehmen

Wiki in der Projektarbeit

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von Elisabeth Wagner(freie Journalistin in München)
Neue Ideen visuell erlebbar zu machen, ist die Aufgabe eines Expertenteams bei Volkswagen. Seine computeranimierten Filme bilden oft den Höhepunkt von Produktpräsentationen.

Motiviert durch den Siegeszug von Wikipedia wurde im VW-Visualisierungsteam ein Wiki eingerichtet. Bis dahin steckte dieses spezifische Wissen nur in den Köpfen der Mitarbeiter. Anfang 2008 entschloss sich das Projektteam, das Potenzial der Wiki-Methode im Visualisierungsumfeld konsequent zu nutzen. Dabei ging es zunächst um die Systematisierung und Wiederverwendung der verschiedenen Komponenten. Ziel war es, bereits einmal aufbereitetes und eingesetztes virtuelles Material, sogenannte Shader, einfach wiederzufinden und damit ihre Wiederverwendung zu ermöglichen. Diese neue Arbeitsweise sollte gleich mit einem Wiki eingeführt werden, da dies die kollektive Zusammenarbeit unterstützt. Als Partner beauftragte das Projektteam die Twoonix Software GmbH.

Bei der funktionalen Prüfung der technischen Alternativen, darunter Datenbanken, Fileserver und andere Groupware-Lösungen, ging ein Wiki als klarer Sieger hervor. Entscheidend war vor allem die Möglichkeit, neue Anforderungen schnell und ohne neuen Programmieraufwand umzusetzen. Die Anwender schätzten vor allem folgende Funktionalitäten des Wikis wie:

  • eine aufgabenorientierte Oberfläche mit übersichtlicher Gestaltung und ansprechendem Design;

  • ein Konzept für eine strukturierte Ablage von Arbeitsinhalten in Themeninseln;

  • Vorlagen zum Anlegen von Projekten und Lösungsschritten;

  • Projekt-Übersichtsseiten mit vielfältigen Kategorisierungs- und Suchmöglichkeiten sowie

  • Einstiegs- und Hilfeinformationen für alle wesentlichen Aktivitäten, gestaltet als FAQs.

Martin Bregulla, Wiki-Berater: "Die Wünsche der einzelnen Teams sollten berücksichtigt werden."
Martin Bregulla, Wiki-Berater: "Die Wünsche der einzelnen Teams sollten berücksichtigt werden."
Martin Bregulla, Wiki-Berater: "Die Wünsche der einzelnen Teams sollten berücksichtigt werden."

Durch diese Arbeiten wurde das Projekt-Wiki Schritt für Schritt zum themenbezogenen Arbeitsmedium. Eine Benutzerbefragung zeigte, dass die Mitarbeiter damit gut zurecht kamen. Zum Projektende im Januar 2009 dokumentierten, steuerten und publizierten sie alle Projekte aktiv in diesem Wiki.

Bei Wikis gilt die "Nielsen-" oder "90-9-1-Regel". Sie besagt in etwa, dass 90 Prozent der Nutzer eines Wikis Leser, neun Prozent Schreiber, die also Informationen einstellen, und ein Prozent Strukturierer sind. Zum Vergleich dazu liegen die Prozentanteile im VW-Visualisierung-Team bei zehn Prozent Leser, 85 Prozent Schreiber, die Ihre Projekte bearbeiten, und fünf Prozent Strukturierer.

"Dieses Wiki mit den angepassten und geprüften Extensions", so Berater Martin Bregulla, "lässt sich jederzeit auf andere Teams übertragen". Allerdings seien bei der Konzeption eines Wiki-Einsatzes die speziellen Erwartungen und Anforderungen der jeweiligen Gruppe zu berücksichtigen. Grundsätzlich sollten sich Unternehmen auf einen Wiki-Standard festlegen, um die Vorteile der Zusammenarbeit 2.0 aus Unternehmen, Hochschulen und IT-Anbieter unmittelbar zu nutzen.

Mitmachen und Lernen

Die Visualisierungsmitarbeiter greifen in jeder Phase ihres Projektes auf die jeweils relevanten Dokumente im Wiki zu. Sie dokumentieren, steuern und publizieren dort ihre Projekte, füllen und verwenden die gemeinsame Wissensbasis. So wurde das Wiki zu einem alltäglichen Arbeitsmedium. Weit über 800 Bearbeitungen pro User seit der Implementierung zeigen die hohe Akzeptanz dieser Arbeitsweise. Jeder Einzelne leistet seinen Beitrag zum gemeinsamen Wissen und der Nächste kann diesen sofort übernehmen. Geteilt werden neben Vorlagen, Visualisierungskomponenten und Ergebnissen auch Lösungswege - eine entscheidende Verbesserung der Teamkommunikation.

(4 Beiträge), 
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Michael123
Vielen Dank für die Links! zum Beitrag

Twoonix
"im Wikiumfeld Gärtner genannt" Hierzu gibt es eine Präsentation von Schaeffler: + http://www.wiki4enterprise.org/index.php/Kurze_Vorstellung_der_Wikiaktivit%C3%A4ten_und_Erfahrungen_bei_Schaeffler zum Beitrag

Twoonix
Weitere Leseempfehlungen zu diesem Artikel. a.) Der Artikel zum Sky-Wiki von Fraport: http://www.computerwoche.de/karriere/karriere-gehalt/1868054/index.html b.) "Nutzertreffen von MediaWiki in Organisationen": http://www.wiki4enterprise.org/index.php/Kategorie:Organisationen zum Beitrag

klml
Wikis haben sich anfänglicher Skepsis doch inzwischen in den Alltag von Firmen und Unternehmen eingebunden, weil sie ihre Vorteile im Zusammenspiel von Abteilungen, Projektgruppen oder auch mit Partnern ausleben und viel organisatorisches Chaos eindämmten. Allerdings ist ein Wiki kein Selbstläufer per se. In vielen Unternehmen überwuchert nach der Installation das Wiki zur unendlichen Müllhalde. Jedes Wiki lebt von engagierten Nutzern, im Wikiumfeld Gärtner genannt, die neue Usern und neue Information ständig mit der Struktur versorgen, die am Ende ein Wiki zur universellen Antworten-Maschine macht. Wie man so ein Wiki richtig mit und für die Gruppe kultiviert ist weit aus schwieriger als die einfache Installation. Mehr zum Thema 'richtiges Wiki' gibt es auf http://www.wiki4enterprise.org (natürlich auch ein wiki;) einer Plattform betrieben von Martin Bregulla. Einen weiteren thematischen Einblick in das Thema bilden viele Bücher und das http://de.wikibooks.org/wiki/Wikis_in_Organisationen (natürlich auch als wiki zum mitschreiben) zum Beitrag


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