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Agassi, Abenteuer, abgelegene Inseln

Lesetipps für die Weihnachtszeit

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von Claudia Heinelt

Das Paradies ist eine Insel. Oder?

Wundervoll, wundervoll, wundervoll! Eigentlich ist damit alles gesagt zu dem "Atlas der abgelegenen Inseln" der erst knapp 30-jährigen Kommunikationsdesignerin Judith Schalansky. Falls Sie nun aber doch noch ein paar Informationen haben wollen: Ja, es ist tatsächlich ein Atlas. Ja, die Autorin hat darin tatsächlich "50 Inseln, auf denen ich nie war und niemals sein werde" (wie es im Untertitel heißt) versammelt. Aber wie! Ein Buch für alle Sinne! Schon allein das Betrachten und Befühlen des Äußeren ist ein Vergnügen: edelster hellgrauer Karton, schwarze Leinenfalz, ein andersfarbiger Schnitt und dieser köstliche Geruch, den nur hochwertig hergestellte Bücher verströmen. Alles liebevoll abgestimmte Details, die den Mund wässrig machen auf das Innere. Und es ist genauso schön: Rechts die Karte des jeweiligen Eilands, links die Informationen. Eine kleine Weltkarte zum Einordnen der Region, natürlich der Name, die Größe, der Breitengrad, die Einwohnerzahl. Wenn es denn welche gibt… Die Howlandinsel zum Beispiel: entdeckt 1828, gerade mal 1640 Kilometer bis Samoa, 3030 Kilometer bis Hawaii. Unbewohnt mitten im Pazifischen Ozean. Im Jahr 1937 auserkoren, um die Flugpionierin Amelia Earhart bei ihrer geplanten Weltumrundung ein letztes Mal vor dem Ziel mit Nachschub zu versorgen. Nur, wie Judith Schalansky herausgefunden hat: "Das Atoll ist so klein, dass eine Wolke reicht, um es zu verdecken. Um 7:42 Uhr ist Earharts Stimme über Funk zu hören: 'Wir kommen auf euch zu, aber können euch nicht sehen. Treibstoff wird knapp.' Auf der Insel suchen alle den Horizont mit Feldstechern ab, senden Signale, doch der Äther antwortet nicht mehr. Amelia Earhart verschwindet kurz hinter der Datumsgrenze auf dem Flug ins Gestern. Der Ozean schweigt."

Judith Schalansky: Atlas der abgelegenen Inseln.
Judith Schalansky: Atlas der abgelegenen Inseln.
Judith Schalansky: Atlas der abgelegenen Inseln.
Foto: mare

Ein hinreißender Atlas mit wundervollen Geschichten, zu Recht ausgezeichnet von der Stiftung Buchkunst als eines der "Schönsten Deutschen Bücher 2009".

Wunderwerk Körper

Hand aufs Herz: Gehören Sie auch zu den Menschen, die ihren eigenen Körper nur noch wahrnehmen können, wenn es entweder um diese wundervolle Tätigkeit mit drei Buchstaben geht oder das Ganze so weh tut, dass Sie den Arzttermin am liebsten gleich heute noch hätten? Dann brauchen Sie einen guten Alexanderlehrer oder zumindest ein Alibikind, dem Sie zu Weihnachten das neueste Prachtwerk von David Macaulay schenken können: "Das große Buch vom Körper". Der 63jährige Amerikaner, der sich bereits mit zahlreichen anderen Sachbüchern wie "Das große Mammut-Buch der Technik'" oder "Sie bauten eine Kathedrale" eine große Fangemeinde eroberte, hat wieder ganze Arbeit geleistet. Zahlreiche großartige Zeichnungen, ergänzt durch beeindruckend klare, verständliche Informationstexte und ein ausgezeichnetes Glossar, vermitteln auf rund 340 Seiten ein faszinierendes Gesamtbild unseres Körpers.

David Macaulay: Das große Buch vom Körper
David Macaulay: Das große Buch vom Körper
David Macaulay: Das große Buch vom Körper
Foto: Ravensburger Verlag

Wussten Sie zum Beispiel, dass die DNA jedes einzelnen Zellkerns - von denen Ihr Körper rund 100 Billionen besitzt - rund zwei Meter lang ist? Und was diese zwei Meter alles an Informationen enthalten? Oder ist Ihnen klar, wie Ihre Zunge Leberwurst von Torte unterscheidet? Wie Ihre Knochen, Gelenke und Muskeln dafür sorgen, dass Sie rennen, springen oder auf dem Schreibtischstuhl rumlümmeln können? Und dann erst das großartige Kapitel über das Nervensystem: endlich verständliche Erklärungen dazu, wie es in Ihrem Gehirn aussieht. Über 100 Milliarden Nervenzellen, die sich ständig neu vernetzen können! Ach, wissen Sie was: Vergessen Sie das mit dem Alibikind und Weihnachten. Gehen Sie am besten gleich los und kaufen sich Macaulays Atlas selbst. Damit Sie Ihren Körper endlich als das Wunderwerk wahrnehmen können, das er ist.

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