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Wie Entwickler ticken

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von Simon Hülsbömer (COMPUTERWOCHE-Redakteur)
Wer für ein Software-Projekt die besten Köpfe anheuern möchte, muss verstehen, wie Programmierer arbeiten, denken und fühlen. Java-Experte Adam Bien gibt Tipps.

Laut Adam Bien, der als Java-Trainer arbeitet, programmiert und bloggt, gibt es nur zwei Arten von Menschen: diejenigen, die Technik lieben und die anderen, die es nicht tun. Der perfekte Entwickler fällt in die erste Kategorie und ist deshalb leicht zufrieden zu stellen - vorausgesetzt, er findet das ideale Umfeld für sich und sein Talent. Nach Biens Ausführungen, die er im Rahmen der OOP-Fachkonferenz "Software meets Business" präsentierte, empfindet der perfekte Entwickler das Schreiben von Code in erster Linie als Genuss und nicht als Mittel zum Zweck. Er ist in der Lage, Wissen weiterzugeben, eigenes Unwissen und Fehler zu erkennen, Probleme und Änderungen schnell zu kommunizieren, jeden Tag dazuzulernen, die bestmögliche Problemlösung zu erkennen und andere im Team von dieser zu überzeugen. Er kann politische Entscheidungen von oben akzeptieren, neue Technologien und Entwicklerwerkzeuge mit vorhandenen vergleichen sowie sich selbst eingestehen, dass es immer andere Entwickler gibt, die mehr wissen und mehr können als er selbst. Um Software-Entwickler in diesen Idealzustand zu versetzen, müssen sie ein Umfeld vorfinden, das ihnen die bestmöglichen Arbeitsbedingungen schafft. Bien hat die fünf wesentlichen Anforderungen zusammengetragen:

Entwickler brauchen gute Hardware

Gute Hardware kostet fast nichts. Gutes Personal ist teuer. Ein Entwickler sollte die Möglichkeit haben, seine Arbeitsgeräte selbst auszusuchen (selbst wenn es um Mac, Linux und mehrere Bildschirme geht). Gute Hardware sorgt für eine hohe Motivation und höhere Effizienz. Es ist mittelfristig wesentlich effektiver, von guten Programm zu profitieren, als an Arbeitsspeicher, Prozessorleistung oder gar am Rechnerdesign zu sparen. Viele Unternehmen haben das noch immer nicht begriffen.

Entwickler brauchen Anerkennung

Wenn ein Projekt schief geht, brauchen Manager einen Sündenbock. Wenn ein Projekt gelingt, wird dagegen niemand gelobt und erhält gar eine offizielle Anerkennung. Oft würde schon ein einfaches "Gut gemacht" genügen - auch das steigert die Motivation der Mitarbeiter. Viele Vorstände glauben, dass Analysten, Designer und Architekten die wahren Erfolgsgaranten in Softwareprojekten sind. Entwickler sind ihrer Meinung nach austausch- und auslagerbar - daher brauchen sie auch nicht besonders hervorgehoben zu werden.

Was Entwickler noch brauchen und was gute Entwicklerteams auszeichnet, lesen Sie auf der nächsten Seite.

(4 Beiträge), 
Kommentieren
DerKetzer
Wie Manager ticken, wenn es um die Arbeitszeit geht: Wenn man mehr dazwischen schiebt, kriegt man mehr geschafft. Und wenn die Mitarbeiter überlastet sind, und die Termine sowieso schon viel zu eng sind, dann kann man ja 'was nach vorne ziehen. zum Beitrag

rainwebs
Nicht nur "Wien wartet auf Dich", sondern auch "Spielräume" und "Warum ist Software so teuer" von DeMarco sollten hier Pflichtlektüre sein. Der Artikel ist sehr gut verfaßt. Allerdings wird er durch die Kritik an der vorgeschriebenen Maximalarbeitszeit in seiner Qualität drastisch geschmälert. Ich weiß nicht, ob die Aussage von Adam stammt, oder der Verfasser des Artikels dahintersteckt. Jedenfalls scheint mir hier noch ein Wissendefizit vorzuherrschen. Die kognitive Belastung pro Tag hat ihre Grenzen. Genauso wie der menschliche Körper in physischer Belastung nur begrenzt eingesetzt werden kann, gilt dies auch für den Kopfarbeiter. Ich finde es erstaunlich, daß hier die Gesetzeslage kritisiert wird. Die Begrenzung dient zum Schutz der Mitarbeiter. Es kann nicht im Sinne eines erfolgreichen Projektmanagements sein, seine Mitarbeiter zu überlasten. Am effektivsten ist ein Team, wenn es so wenig Spitzen wie möglich pro betrachteter Zeit durchlaufen muß. Die mittlere Leistung muss stimmen. Wird also gefordert, daß in der Initialphase - warum eigentlich gerade hier und nicht etwas die Endphase des Projekts, die ich für viel realistischer halte - mehr als die gewohnten 8 Stunden gearbeitet werden soll, und zudem noch über den gesetztlichen Rahmen hinaus, frage ich mich, was an solch einem Projektmanagement gutes dran sein soll? Das macht ja alle anderen Vorschläge zu nichte. Vielleicht sollte man mal einen Blick in das agile Manifest werfen. Eine zentrale Forderung ist, daß die üblichen 8 Stunden pro Tag nicht überschritten werden sollen. Projekte, die diese Forderung in Frage stellen, haben bereits ein Problem in der Performance - zuerst beim Projektmanagement und später dann auch bei den Mitarbeitern ;-). zum Beitrag

mbembenek
Also ob die genannten Ansprüche speziell was mit Entwicklern zu tun haben, möchte ich mal in Frage stellen. Das trifft wohl dem Grunde nach auf jeden Arbeitsplatz zu. Nur sind Kreativ-Berufe - und dazu zählen insbesondere auch Entwickler und Architekten - stärker davon betroffen. Kreativität braucht Freiräume und einen freien Kopf. Ist der Betroffene unzufrieden, sinkt die Produktivität. Gibt es zu viel Input, verzettelt man sich. Gibt es zu viele Beteiligte, steigt der Overhead. Ist das Team zu uniform, fehlen Synergieeffekte. Wird Kreativität falsch gesteuert, entwickelt sie eine Eigendynamik. Die Tendenz geht aber leider in die andere Richtung. Kreativität ist immer weniger gefragt, weil man sich so schön hinter Prozessen, Methoden und Anweisungen verstecken kann. Die muss man ja schließlich nicht hinterfragen, sondern nur befolgen. Dann hat man schließlich alles richtig gemacht. Wenn die Welt nur so schön schwarz und weiß zu beschreiben wäre. Der Erfolg oder das Scheitern eines Entwicklungs-Projektes ist diesem schon quasi in die Wiege gelegt, bevor überhaupt ein Entwickler eine Zeile Code geschrieben hat. zum Beitrag

gerhardq
Die einfachste Regel fehlt: Lesen Sie Tom DeMarco - Wien wartet auf Dich! zum Beitrag


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