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Karriere & Gehalt

Präsentieren mit Powerpoint

Weniger Folien sagen mehr

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von Michael Schweizer (Textchef der COMPUTERWOCHE und freier Autor in München)
Microsofts Präsentationsprogramm hat schon viele Vorträge ruiniert. Erfahrene Praktiker sagen, wie man es besser machen kann.

Hartmut Mehdorn war Goliath. Anhand vieler Powerpoint-Folien erklärte der Bahnchef der zuständigen Behörden-Jury, warum der ICE zwischen Frankfurt am Main und Stuttgart nicht halten solle. Dann ergriff David das Wort, der junge Nahverkehrs-Direktor des Regionalverbands. Er legte keine einzige Folie auf, sondern erzählte Geschichte: Der Rhein-Neckar-Raum sei seit den alten Römern eine wirtschaftliche Drehscheibe. Fast 100.000 Unternehmen seien dort zu Hause, an denen könne man nicht vorbeifahren. Mannheim bekam seinen ICE-Bahnhof. David hatte gewonnen.

Von allem zuviel: Bilder, Grafiken und Text.
Von allem zuviel: Bilder, Grafiken und Text.
Von allem zuviel: Bilder, Grafiken und Text.

Diese Episode gibt der Rhetorik- und Präsentationstrainer Matthias Pöhm in einem seiner Lehrbücher wieder. In ihr konkretisieren sich die gängigsten Beschwerden über Powerpoint: Es nervt. Mächtige wollen damit manipulieren. Präsentatoren versuchen damit ihre Inkompetenz zu überspielen. Das stimmt alles. Aber es kann nicht die ganze Wahrheit sein, sonst würde das Tool nicht jeden Tag 30 Millionen Mal benutzt.

Zu viele Folien - zu viel Text

Axel Daldorf, Realtime, ist einer der wenigen Powerpoint-Fans, die sich dazu bekennen.
Axel Daldorf, Realtime, ist einer der wenigen Powerpoint-Fans, die sich dazu bekennen.
Axel Daldorf, Realtime, ist einer der wenigen Powerpoint-Fans, die sich dazu bekennen.

"Wenn man jemanden davon überzeugt, dass er sich auf das Wesentliche konzentriert und nicht 50 Folien verwendet, sondern zehn, ist schon viel gewonnen", sagt der Stuttgarter Trainer und Coach Axel Rittershaus. In seinen eigenen Produktvorträgen - sein zweites Unternehmen Leopard International vermittelt zwischen ausländischen Softwareherstellern und deutschen Anwendern und Partnern - beschränkt er sich allerdings auf drei bis vier Bilderfolien und zeichnet seine Kernaussagen ("mehr als drei kann sich eh kein Mensch merken") auf Flipcharts. "Pointiert und sparsam" solle man mit Powerpoint umgehen, rät auch Christa Nehls, die nach über 25 Jahren bei Digital Equipment, Compaq und Hewlett-Packard nun in Römerberg Coaching und individualpsychologische Beratung anbietet.

So dankbar das Publikum sein wird, wenn der Vortragende es vom Folien- Trommelfeuer verschont, gewonnen ist es damit noch nicht. Viele Vortragende stellen ihr Wissen umfassend dar, statt den kleinen Teil davon auszuwählen, den die Zuhörer brauchen. Techniker überfordern Nichttechniker mit fachlichen Einzelheiten, Vorstände belästigen gestandene Informatiker mit Marketing-Phrasen über das eigene Haus. Weil es ihm helfe, genau diese fehlende Orientierung an der Zielgruppe zu vermeiden, ist Powerpoint für Axel Daldorf "das Werkzeug schlechthin". Vor Endanwendern, Managern und Messegästen könne er damit jeweils so präsentieren, wie es inhaltlich, aber auch in "Stil und Farbe", zu ihnen passe. Ohne Powerpoint wäre das viel aufwändiger. Daldorf arbeitet im Vertrieb des SAP-nahen Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Realtime. Auf die Umfrage "Hassen Sie Powerpoint?" in COMPUTERWOCHE online antwortete er als Einziger klar negativ: "Ich liebe Powerpoint."

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