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Warum Informatik Spaß macht

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von Ann-Kristin Koch
Informatikstudiengänge haben Imageprobleme: - zu schwer, hohe Abbruchsquoten, wenig Frauen. Drei Young Professionals und ein alter Hase erklären, wieso sie jederzeit wieder Informatik studieren würden und weshalb das Fach Spaß macht.

Derzeit gibt es laut Branchenverband Bitkom fast 43.000 offene Stellen für IT-Spezialisten in Deutschland. Die Rahmenbedingungen für Informatiker sind gut, aber "das deutsche Bildungssystem kann den Bedarf der Wirtschaft an Informatikern zurzeit einfach nicht decken", klagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. "Die Studiengänge und auch der Informatikunterricht an Schulen müssen einen stärkeren Praxisbezug bekommen, um wieder mehr junge Menschen für das Fach zu begeistern", so der Bitkom-Chef. Dabei ist es noch nicht lange her, da gab es einen regelrechten Run auf das Fach. Die jungen Studierenden sahen in Zeiten des Internet-Booms in der Informatik den Freifahrschein zu hoch bezahlten Jobs. Als die Dotcom-Blase vor rund sieben Jahren platzte, endete auch der Run auf die mehr als 150 Informatikstudiengänge in Deutschland.

Informatik ist kein Selbstzweck

"Das Image vom Hacker und Zocker im stillen Kämmerlein ist passé. Heute sind Informatiker global im Einsatz, müssen kommunizieren und interdisziplinär arbeiten", erklärt Nils Müller. Der Diplominformatiker weiß, wovon er spricht. Er ist als Produktentwickler bei der Duisburger Cundus AG tätig. Beim Spezialisten für Business Intelligence programmiert er zu 50 Prozent an einem neuen Tool, die anderen 50 Prozent seiner Arbeitszeit ist er in einer Pre-Sales-Funktion tätig und prüft direkt beim Kunden die technischen Voraussetzungen zur Softwareimplementierung. Der junge IT-Experte hat sich bewusst für diese Doppelrolle entschieden und sieht darin auch den Reiz seines Jobs: "Die Informatik ist für mich nicht Selbstzweck, sondern Werkzeug, um die Herausforderungen zu meistern." Der Weg dahin sei aber nicht immer Zuckerschlecken gewesen, gibt er zu. Der 28-Jährige hat Kerninformatik an der Universität Dortmund studiert.

Informatik: Diskutieren Sie mit!

Warum gibt es so viele Studienabbrecher im Studiengang Informatik? Was macht das Fach so schwer? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten braucht man, um im Informatikstudium und später in der IT Erfolg zu haben? Wenn Sie uns Ihre Meinung dazu sagen möchten, können Sie das gerne tun – in unserem Informatik-Forum.

Fallstrick Mathematik

Nils Müller, Cundus: 'Das Image des Informatikers als Hacker und Zocker im stillen Kämmerlein ist längst passé.'
Nils Müller, Cundus: 'Das Image des Informatikers als Hacker und Zocker im stillen Kämmerlein ist längst passé.'
Nils Müller, Cundus: 'Das Image des Informatikers als Hacker und Zocker im stillen Kämmerlein ist längst passé.'
Foto: Nils Mueller

Müller hatte beste Voraussetzungen: mathematikbegeistert, interessiert, Probleme zu lösen, und Spaß an Algorithmenentwürfen. "Und doch hatte ich an der Mathematik ganz schön zu knabbern, Mathe fand plötzlich auf einem ganz anderen Niveau als in der Schule statt", so der Nachwuchsentwickler. Mit dem erfolgreich bestanden Mathematikschein in der Tasche lief dann alles wie am Schnürchen. Müller lernte in der Theorie, komplexe Probleme zu lösen, die wenig später auch in der Praxis vorkamen. "Haben wir an einem Tag mittels Algorithmen kürzeste Verbindungen zwischen Punkt A und Punkt B errechnet, sahen wir am Tag darauf solche Funktionalitäten schon im Alltag wie etwa bei Google-Maps."

Neben Problemen aus der künstlichen Intelligenz beschäftigte sich Müller mit Fuzzy-Logik und Bayesschen Netzen. Voraussetzung dafür waren analytisches Denken und die Begeisterung, komplexe Probleme und Handlungsfolgen verstehen zu wollen: "Informatiker sollten an das Eingeweide des PCs wollen und Spaß an Mathe haben. Wer nur gerne spielt oder chattet, wird scheitern."

(4 Beiträge), 
Kommentieren
DerKetzer
Sehr geehrter Ketzer, eine sehr widersprüchliche Antwort. Es kann keinen spannenderen Beruf geben, wenn Informatik interessanter ist. Jeder Logiker oder Informatiker wird diese Aussage als paradox enttarnen. :confused: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: :p Das Studium macht Spass, die IT-Branche selten. Würde ich Informatik wieder studieren: Unbedingt JA! Würde ich wieder den Beruf ergreifen: Sicher NEIN! Es gibt spannendere Berufe, die weniger aufregend sind ;). Hier noch mal die Erklärung für alle Autisten in der IT-Branche (Autisten verstehen normalerweise weder Witze noch Ironie oder ähnliches): Ich trenne zwischen Studium und Beruf. Damit alles klar? (Oh, Mann! :o Was habe ich in einem anderen Kommentar zu den unlogisch denkenden Leuten in der IT gesagt?) Sic! zum Beitrag

computerfuzzy
Sehr geehrter Ketzer, eine sehr widersprüchliche Antwort. Es kann keinen spannenderen Beruf geben, wenn Informatik interessanter ist. Jeder Logiker oder Informatiker wird diese Aussage als paradox enttarnen. Gerade diese indifferente Haarspalterei schadet der Sache sehr. Es ist ein Beruf mit Zukunft, denn Videorecorder, Receiver, Anrufbeantworter sind fast schon heute, aber mit Sicherheit in wenigen Jahren nur noch als Software existent. Das wird für unendlich viele Geräte gelten, die nur noch virtuell in den dann überall gegenwärtigen Computern existieren. Wir gaben die Fotoapparateproduktion aus den Händen, die Handyproduktion als zu lohnintensiv weg und was weiß ich noch alles. Die Produktionsweisen werden im Ausland modernisiert und kommen als Billigarbeit in der Hand ausländischer Firmen wieder zurück. Denn inzwischen bestehen Kameras nur noch aus einem Display einem Knopf und zwei Chips. Hätten das nicht Rollei und Voigtländer auch gekonnt? Ich weiß - es gibt da Aufholjagten, aber oft ist dann nur noch der Name Deutsch, daran verdienen tun andere. Wollen wir die Informatik nun genauso aus unserer Berufswelt verjagen? Sind wir wirklich so faul und so grenzenlos dumm??? Wo bleibt der Geist, den wir beim Fußballspielen immer wieder anmahnen??? Lesen Sie mal das Buch 'Coding for fun' Dann können wir uns gerne wieder über die schwere, trostlose und langweilige Informatik unterhalten! zum Beitrag

computerfuzzy
Natürlich ist Informatik eine Ingenieurswissenschaft und sollte systematisch betrieben werden. Aus der Praxis weiß ich nur zu gut, dass die Realität oft anders aussieht. Vor allem, wenn man in Schwellenländern programmieren lässt. Was aber eindeutig feststeht, wenn der innere Antrieb fehlt, stürzt man. Hat der Student im Herzen nicht die Liebe zu seiner Informatik entfacht, wird er scheitern. Es bringt nichts, immer wieder darauf hinzuweisen, dass man keine Spielfreaks braucht, sondern ernsthafte Arbeiter. Wer soll dann die unzähligen Computerspiele programmieren??? Etwa BWLer? Nein, es gehört gesagt, dass das Feld der Informatik weit genug ist, um jedem Platz zu bieten, der Freude daran hat. So gesehen, kann ich mit diesem Artikel überhaupt nicht konform sein. Da finde ich es schon richtiger, die Freude an der Informatik zu fördern, wie es der Informatiker Gottfried Wolmeringer mit seinem neuen, wunderbaren Buch 'Coding for fun' tut. Es ist ein Buch, das von der Turingmaschine bis zur KI alles sehr ernst abhandelt und trotzdem extrem unterhaltsam, ja sogar überaus lustig ist. zum Beitrag

DerKetzer
Das Studium macht Spass, die IT-Branche selten. Würde ich Informatik wieder studieren: Unbedingt JA! Würde ich wieder den Beruf ergreifen: Sicher NEIN! Es gibt spannendere Berufe, die weniger aufregend sind ;). Allerdings gibt es auch andere Studiengänge, die ich auch unbedingt studieren würde. Wenn für die IT-Branche schlechter ausgebildete Ingenieure und Physiker besser verdienen als die Informatiker (s. CW-Artikel über Gehälter), dann ist die Branche nur etwas für zwanghafte Programmierer. Wer unbedingt in die IT-Branche will, muss ja nicht Informatik studieren, sondern kann auch Ingenieur Elektronik oder sonst etwas werden: besseres Image UND besserer Verdienst. zum Beitrag


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