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Auch zu Mittelständlern kommen gute Informatiker, ist Klaus Eberhardt, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Iteratec überzeugt.

CW: "Talente sind wählerisch. Wir auch." Mit diesem Slogan werben Sie um neue Mitarbeiter. Können Sie wirklich wählerisch sein?

EBERHARDT: Als mittelständisches Softwarehaus müssen wir uns von unseren Wettbewerbern insbesondere durch Qualität unterscheiden. Nur durch einen hohen Qualitätsanspruch an unsere Mitarbeiter können wir unseren Kunden das bieten, was sie von großen Unternehmen nicht bekommen: Teams mit hoher Kompetenzdichte geführt von guten Projektleitern und Architekten.

CW: Mit derzeit 75 Mitarbeitern zählt Iteratec nicht zu den Großen. Mit welchen Argumenten locken Sie neue Mitarbeiter?

Klaus Eberhardt, Iteratec: "Wir sagen deutlich, dass wir hohe Ansprüche haben."
Klaus Eberhardt, Iteratec: "Wir sagen deutlich, dass wir hohe Ansprüche haben."
Klaus Eberhardt, Iteratec: "Wir sagen deutlich, dass wir hohe Ansprüche haben."

EBERHARDT: Unsere Projektteams bestehen nicht aus Dutzenden oder gar hunderten von Mitarbeitern. Jeder Mitarbeiter hat immer das Gesamtziel im Auge und weiß, welchen Beitrag er zum Ganzen leistet. Das reizt insbesondere die Kandidaten, die einen hohen Anspruch an sich selbst haben und möglichst schnell umfangreiche Erfahrungen in verschiedenen Positionen sammeln wollen. Technologie- und IT-Management-Beratung übt einen hohen Reiz auf High Potentials aus. Informatiker, die gerne mit neuen Technologien und Architekturen arbeiten, können sukzessive in Beratungs- und Führungsaufgaben hineinwachsen, ohne ihre technischen Kompetenzen vernachlässigen zu müssen. Mit einem strengen Verfahren wählen wir die besten Talente aus. Das lockt überdurchschnittlich qualifizierte Absolventen, aber auch erfahrene IT-Professionals.

CW: Was erwarten Sie auf jeden Fall von Ihren Mitarbeitern?

EBERHARDT: Natürlich ist die Qualität der Ausbildung von Bedeutung. Ein sehr guter Abschluss in Informatik an einer Universität oder Fachhochschule sind Voraussetzung, um in die engere Wahl zu kommen. Aufgrund der oft sehr schwierigen Projekte in gemischten Teams und unter besonderer Beobachtung der Kunden achten wir aber besonders auf die sozialen Kompetenzen, die Fähigkeit zur Abstraktion und den Willen zu besonderen Leistungen. Dabei hilft uns ein Testverfahren, mit dem wir überprüfen, inwieweit das Profil des Kandidaten mit dem von uns vorgegebenen Beraterprofil übereinstimmt.

CW: Wenn Sie so streng auswählen, wie hoch ist der Prozentsatz derer, die Sie einstellen?

EBERHARDT: Der ist gar nicht so niedrig. Wir sagen deutlich, dass wir hohe Ansprüche haben. Das reduziert zwar die Anzahl der Bewerbungen, erhöht aber deren Qualität. Wir laden etwa jeden zehnten Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch ein. Die Einstellungsquote liegt bei etwa drei Prozent.

CW: Wie sieht eine typische Karriere in Ihrem Unternehmen aus?

EBERHARDT: Unterstellen wir, dass jemand direkt oder wenige Jahre nach seinem Hochschulabschluss zu uns kommt: Die ersten Aufgaben sind immer mit Softwareentwicklung verbunden. Das gilt übrigens auch für Wirtschaftsinformatiker. Schon früh können aber erste technologische Beratungsaufgaben dabei sein. Aus diesen Mitarbeitern werden dann oft herausragende Architekten. Vielen liegt aber die Gestaltung von Projekten von der Anforderungsanalyse bis zum Rollout mehr. Ihre Entwicklung geht über Teamleitung zu Teilprojekt- und Projektleitung bis hin zu Projekt-Management. Ein dritter Karrierepfad ist die strategische oder IT-Management-Beratung. Der Einstieg geschieht oft über unser Beratungsangebot Bebauungsplanung von Anwendungslandschaften. Wichtig ist für uns, dass die Kollegen ihre Karriere nicht als Einbahnstraße betrachten. Wir erwarten, dass jeder Mitarbeiter bis zu einem bestimmten Punkt in der Lage ist, zwischen den verschiedenen Laufbahnausrichtungen zu wechseln. Damit gewährleisten wir kompetente Beratung auch in kleinen Teams.

CW: Können Sie mit den finanziellen Angeboten der Mitbewerber denn mithalten?

EBERHARDT: So groß sind die Unterschiede bei den Gehältern zwischen mittleren und großen Softwarehäusern gar nicht. Wir bezahlen marktgerechte Gehälter und haben auch keine Probleme, sowohl junge als auch erfahrene Mitarbeiter in das Team zu holen. Das Geld ist in der Regel gar nicht entscheidend. Gute Leute entscheiden viel mehr nach Qualität des Unternehmens und der Attraktivität der Aufgaben. Da können wir in jedem Fall mithalten. (hk)

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