| Abschied vom Traumjob | |
| Fünf Thesen zu den Jobaussichten 2010 |
Die volkswirtschaftliche Entwicklung zeigt nach oben. Also, alles klar zum Durchstarten auf dem Arbeitsmarkt? Nein, so einfach wird's nicht. Konjunktur und Beschäftigung entwickeln sich weder synchron, noch unterliegen sie den gleichen Gesetzen. Die Arbeitsmarktdaten gelten unter Statistikern als nachlaufende Indikatoren. Hinzu kommt, dass sich eine positive Beschäftigungsdynamik nur entwickeln kann, wenn viele Unternehmen mittelfristig mit Wachstum rechnen. Mit Blick auf diese beiden Punkte gibt es jedoch Anzeichen, dass es sich bei der aktuellen Krise nicht um eine typische Produktions-Nachfrage-Anpassung handelt.
Kurzfristig dämpft die Kurzarbeit die Einstellungsneigung deutscher Unternehmen: Es hat sich einiges an Überkapazitäten aufgebaut. Die stark gefallene Produktivität hiesiger Großfirmen zeigt das deutlich. Entweder wird dieser Faktor durch eine Anpassung der Belegschaftsgrößen ausgeglichen - die Bundesagentur für Arbeit geht von einem Anstieg der Arbeitslosenzahl um mehr als 20 Prozent auf über vier Millionen aus - oder durch eine längere Phase, in der viele Unternehmen nur wenig oder gar nicht einstellen. Oder wahrscheinlich durch beides.
Neueinstellungen direkt von den Hochschulen herunter gehen zurück. Eine zwar gemilderte, aber nicht überwundene Unsicherheit über die Chancen auf eine nachhaltige wirtschaftliche Erholung führt dazu, dass Unternehmen nur noch von Quartal zu Quartal "planen". Zum Beispiel stellte ein Autounternehmen im Jahr 2008 insgesamt 700 Hochschulabsolventen ein. Letztes Jahr waren es 400, dieses Jahr sollen es 250 werden.
Immerhin hat die sich abzeichnende Stabilisierung dazu geführt, dass frei gewordene Stellen wieder nachbesetzt werden. Für diese Positionen kommen jedoch eher Professionals als berufsunerfahrene Hochschulabsolventen in Betracht.

