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Freiberufler

Web 2.0 erreicht den Arbeitsmarkt

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von Constantin Gillies
Soziale Netzwerke ersetzen bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz die klassischen Stellenausschreibungen. Bewerber müssen künftig an ihrem Image im Internet arbeiten.

Lebenslauf kopieren, Foto einkleben, Mappe heften - mit diesen klassischen Bewerbungsformalitäten kennt sich Andreas Uhsemann nicht aus. "Ich habe mich immer auf persönliche, informelle Kontakte verlassen", erzählt der Wirtschaftsinformatiker. Mit Erfolg: Seit fünf Jahren arbeitet der 30-Jährige als Softwareentwickler für Web-basierende Anwendungen. Und auch sein aktueller Job kam zu ihm: Mitte Januar fand der auf die Scriptsprache PHP spezialisierte Profi in seinem Postfach eine Nachricht von einem gewissen Björn Schotte vor. Der Geschäftsführer des Münchner Systemhauses Mayflower war über Uhsemanns Profil auf der Networking-Plattform Open Business Club (Open-BC) gestolpert - und bot ihm eine Stelle an. "Alles klang richtig", erinnert sich der Entwickler. Endgültig überzeugt war Uhsemann, als er in Open BC entdeckte, dass sein zukünftiger Chef und er einen gemeinsamen Bekannten hatten: "Das hat sofort eine Vertrauensbasis hergestellt." Seit März programmiert nun Uhsemann bei Mayflower in Würzburg.

Hier lesen Sie ...

  • wie Personaler künftig Mitarbeiter rekrutieren;

  • warum soziale Netzwerke für die eigene Karriere so wichtig sind;

  • worauf man achten muss, wenn man sich im Netz präsentiert.

Empfehlung statt Bewerbung

Der Fall zeigt: Das so genannte Web 2.0 hat unter dem Stichwort Jobsuche 2.0 den Arbeitsmarkt erreicht. Soziale Netzwerke ersetzen auch bei der Jobsuche zunehmend Datenbanken. "Empfehlungen - und nicht Jobbörsen - sind die Zukunft", sagt Kevin Wheeler, Chef des Beratungsunternehmens Global Learning Resources und führender amerikanischer Experte zum Thema E-Recruitment. Für ihn steht fest: Erste Anlaufstelle für Stellensucher sind in Zukunft nicht Marktplätze wie Monster oder Stepstone, sondern Plattformen wie Linked In, Open BC, oder Oneview: "Junge Kandidaten nutzen für alles ihre Netzwerke - und die nächste Generation von Recruitern muss auf die gleiche Technologie bauen."

Eine aktuelle Studie bestätigt diese Einschätzung: So gibt die international tätige Personalberatung Cátenon an, in den ersten fünf Monaten dieses Jahres ein Fünftel aller Stellen in Europa über Blogs und professionelle Kontaktnetze gefunden zu haben.

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