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Freiberufler

Vermittlung von Freiberuflern

Etengo will mit niedrigen Gebühren Markt aufmischen

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von Hans Königes (COMPUTERWOCHE-Redakteur)
Etengo ist angetreten, um die etablierten Vermittlungsagenturen mit Kampfpreisen das Fürchten zu lehren. Der komplette Vorstand des neuen Freiberuflerdienstleisters kommt vom direkten Wettbewerber Hays.

Mit flotten Sprüchen verschafft sich derzeit das Startup Etengo in der Freelancer-Szene Aufmerksamkeit. Die Mannheimer kündigten an, dass sie das IT-Sourcing mit "Fairness, Transparenz, niedrigsten Preisen und höchsten Stundensätzen für Freelancer neu definieren" werden. Dazu wollen sie sich mit einer Vermittlungsprovision von zehn Prozent zufriedengeben und diese auch transparent dokumentieren - "während der Markt bisher von Intransparenz und Margen von mindestens 25 bis 30 Prozent gekennzeichnet war", so Etengo in einer Mitteilung zum Markteintritt. Mit der geringen Provision komme man zurecht wegen "effizienter Prozesse und modernsten Matching-Technologien".

Nikolaus Reuter von Etengo verspricht niedrige Margen.
Nikolaus Reuter von Etengo verspricht niedrige Margen.
Nikolaus Reuter von Etengo verspricht niedrige Margen.

"Für Projektanbieter eröffnen sich Einsparpotenziale von bis zu 15 Prozent, ohne dass sie sich langfristig an einen externen Procurement- oder Managed-Service-Partner binden müssen", behauptet Gründer und Vorstandsvorsitzende Nikolaus Reuter. Bei der Besetzung ihrer Positionen könnten Firmen aus einem Pool von mehr als 30.000 IT-Experten schöpfen, die mit 32 Tätigkeitsschwerpunkten alle wichtigen IT-Kompetenzbereiche abdeckten.

Höhere Stundensätze und niedrigere Vermittlungsprovision

Die Vermittlung erfolge mit Hilfe des Web-Portals www.etengo.de, auf dem Unternehmen kostenfrei eintragen können, für welche Projekte sie Mitarbeiter suchen. Bevor ein Etengo-Vetriebsprofi die am besten geeigneten Selbständigen aussucht und telefonisch dem Projektbetreiber vorstellt, selektiert er die Kandidaten mit einer "intelligenten Technologie", die den angeblichen Wettbewerbsvorteil ausmacht.

Den Freiberuflern selbst verspricht Etengo nicht weniger forsch "spannende Projekte und deutliche höhere Stundensätze". Als Vorteil sieht Reuter seine Spezialisierung: Das Startup bietet weder Jobs in Festanstellung noch Zeitarbeitsbeschäftigte an, sondern vermittelt nur IT-Freiberufler. Etengo begann zu Beginn des Jahres mit 15 fest angestellten und 25 externen Mitarbeitern in Mannheim. Neben Reuter als Vorstandsvorsitzender gehören dem Vorstand Gerd Schorn und Andreas Nader an. Alle drei kennen bestens den Markt, da sie in der Personaldienstleistung zu Hause sind. Zuletzt waren sie beim Konkurrenten Hays beschäftigt.

(3 Beiträge), 
Kommentieren
xordinary
Es gibt andere Marktplätze, die deutlich weniger als 10 Prozent Marge nehmen. Bei www.freelance-market.de, dessen Betreiber ich bin liegen die Kosten bei durchschnittlich einem Prozent. Na klar, 1 Prozent. Das setzt allerdings voraus, dass JEDE vermittelte und somit mit 2 Stundensätzen zu Buche schlagende Anfrage zu einem erfolgreichen Job wird. Und selbst dann dürfen diese Jobs nicht weniger als 200 Stunden (!), was ungefähr 5 Wochen darstellt, laufen, um bei einem Prozent zu bleiben. Beides ist dann doch eher unrealistisch, nicht wahr? Selbst bei einem gut gebuchten Job, der eine Woche oder 40 Stunden läuft (und das bekomme ich bei weitem nicht immer), ergeben die zwei Stunden, die man bei Ihnen zu bezahlen hat bereits 5 Prozent. Immer noch vorausgesetzt, dass JEDE vermittelte Anfrage erfolgreich ist, denn man sollte nicht vergessen zu erwähnen, dass der Freelancer bei Ihnen für JEDE Anfrage zwei Stundensätze bezahlt, auch für eine erfolglose! Ist nur jede zweite Anfrage erfolgreich, sind wir schon bei 10 Prozent, und ist die durchschnittliche Dauer nur 20 Stunden sind wir bei 20 Prozent. Und so weiter und so fort ? Erzählen Sie hier also bitte keine Geschichten von einem Prozent Provision! zum Beitrag

RKBC
Es gibt andere Marktplätze, die deutlich weniger als 10 Prozent Marge nehmen. Bei www.freelance-market.de, dessen Betreiber ich bin liegen die Kosten bei durchschnittlich einem Prozent. zum Beitrag

tomte-muc
Wenn bisher mindestens 25% Marge an die Vermittler gingen, transparente 10% nun an den Freiberufler gehen sollen und die Endkunden bis zu 15% billiger einkaufen koennen, dann sehe ich nicht den Prozente-Spielraum fuer "deutlich joehere Stundensaetze", denn 25 - 10 - 15 = 0. Freiberufler werden darauf achten muessen, dass sie vom neuen Vermittler (nicht nur nicht 15%, sondern) ueberhaupt nicht billiger angeboten werden als vom alten, da grosse Endkunden heute leider oft nach dem Min-Prinzip einkaufen: Was der Freiberufler einmal gekostet hat, darf fuer mindestens ein Jahr nicht ueberschritten werden, nur noch billiger darf und muss sich der Freiberufler dann verkaufen. Einmal billiger, immer billiger, egal ueber welchen Vermittler und mit welchem Skill. Zumindest im Geschaeft mit solchen Endkunden boete das neue Geschaeftsmodell nur dann einen Vorteil fuer den Freiberufler, wenn der der alte Endverkaufspreis beibehalten wuerde - dann allerdings durchaus zum Vorteil des neuen Vermittlers und des Freiberuflers. zum Beitrag


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