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Freiberufler

Preisfrage

Wie Freiberufler ihr Honorar ermitteln können

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von Alexandra Mesmer(COMPUTERWOCHE-Redakteurin)
Vor zu niedrigen Honoraren warnt Gründerberater Gerhard Gieschen. In seinem aktuellen Ratgeber erklärt er, wie Freiberufler den angemessenen Stundensatz finden.
Wer sich zu billig verkauft, muss immer mehr arbeiten.
Wer sich zu billig verkauft, muss immer mehr arbeiten.
Wer sich zu billig verkauft, muss immer mehr arbeiten.

Wer seine Leistung zu billig verkauft, muss zu viel arbeiten. Ihm fehlt die Zeit, um neue Kunden und Aufträge zu akquirieren oder um einfach nachzudenken, wie er sein Geschäft verbessern könnte. Darum empfiehlt der Gründer- und Unternehmensberater Gerhard Gieschen Freiberuflern, ihre Honorare so zu gestalten, dass sie den notwendigen Wochenumsatz in dreieinhalb bis vier Tagen erzielen.

In der neuen Auflage seines Handbuchs "Erfolgreich ohne Chef" zeigt Gieschen anhand von Beispielrechnungen Schritt für Schritt den Weg zum angemessenen Honorar auf. Zunächst gilt es, den "betriebsnotwendigen Umsatz" zu ermitteln. Dazu gehören

  1. geschäftliche Kosten wie Büromiete, Fahrzeug/ Reisen, Telefon/Internet/PC, Marketing, Weiterbildung, Versicherungen oder Abschreibung

  2. Entgelt für die freiberufliche Tätigkeit

  3. Entgelt für das unternehmerische Risiko.

Für einen IT-Trainer, der als Sub-Unternemer für zwei große Trainingsanbieter arbeitet und seine Leistungen nicht aktiv vertreiben muss, kommt Gieschen in einer Beispielrechnung auf einen angemessen Jahresumsatz von 128.760 Euro. Hierbei entfallen auf

  1. Geschäftskosten: 23.300 Euro

  2. Entgelt für die freiberufliche Tätigkeit 84.000 Euro (Gieschen nimmt den Bruttolohn eines angestellten Trainers mit 48.000 Euro mal 1,75, da der Freiberufler die Sozialversicherungskosten selbst tragen muss)

  3. einen Aufschlag von 20 Prozent für das unternehmerische Risiko ( Puffer für schlechte Zeiten)

Dieser Jahresumsatz ist die Basis, um seinen Stundensatz zu errechnen. Der Autor kommt dabei für den IT-Trainer auf ein angemessenes Honorar von 63 Euro in der Stunde, vorausgesetzt, der Freiberufler kann 255 Tage im Jahr zu je acht Stunden abrechnen.

Niedriges Honorar verunsichert Kunden

Wer auf diese Weise seinen Stundensatz ermittelt hat, dem steht der entscheidende Schritt noch bevor. Er muss wissen, was der Kunde für einen angemessenen Preis hält und beides in Deckung bringen. Dazu Gieschen: "Der maximal zu erreichende Preis ergibt sich aus dem Nutzen, den eine Leistung dem Käufer bietet." Darum sollten sich Freiberufler auf die Ziele der Kunden konzentrieren und den Kunden auch getrennte Leistungspakete anbieten - im Zweifelsfall kann der Kunde auf Komponenten verzichten, die ihm wenig bringen und so den Preis reduzieren.

Der Freiberufler sollte sich zudem als Experte positionieren, sich mit anderen Anbietern vergleichen und sein Honorar im oberen Drittel der anderen Anbieter ansiedeln. Vielfach verbinde der Kunde einen hohen Preis mit hoher Qualität. Umgekehrt kann ein niedriges Honorar den Kunden auch verunsichern, so dass dieser mehr Informationen über ihre Qualifikationen einfordert. Zudem empfiehlt Gieschen ähnlich wie der Handel mit gebrochenen Preisen zu operieren. Wer 2480 Euro statt 2500 Euro verlangt, suggeriert dem Gegenüber, dass er genau kalkuliert habe.

(14 Beiträge), 
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DerKetzer
"Bringt die Selbständigkeit den mühelosen Reichtum? Klare Antwort: Nein. In fast keinem Bereich erzielen Selbständige überdurchschnittliche Einkommen. Von den berühmten wenigen Ausnahmen abgesehen, ist die Geldmenge, die Selbständige zur Verfügung haben, nicht gerade astronomisch. In meiner Eigenschaft als Controller bin ich der Sache mal nachgegangen. Mich hat interessiert, wie die Vollzeit-Selbständigen finanziell dastehen." http://www.meisterstrategie.de/themen/einkommen-wirtschaftlichkeit/der-traum-vom-grosen-reibach-in-der-selbstandigkeit.html#comment-129 zum Beitrag

ericsiswanto
Zum Thema Honorarberechnung hatte ich mir mehr Diskussion vorgestellt. zum Beitrag

ericsiswanto
vielen Dank für die Informationen zum Beitrag

DerKetzer
"Aufgrund der aktuell positiven wirtschaftlichen Entwicklung rechnen knapp 70 Prozent der IT-Angestellten noch in diesem Jahr mit mehr Gehalt. IT-Mitarbeiter in deutschen Firmen wollen 2011 durch Gehaltsewrhöhungen mehr Geld in der Tasche haben. Zu diesen Ergebnissen kommt der "Arbeitsmarktreport 2011" des europaweit tätigen ITK-Stellenvermittlers IT Job Board, der für die Studie knapp 250 IT-Fachleute in Deutschland befragte. 36 Prozent gehen davon aus, dass sie zwischen 1 und 4 Prozent mehr Geld bekommen. Ein Viertel erwartet Gehaltssteigerungen zwischen 5 und 10 Prozent. 7 Prozent der IT-Spezialisten erwarten 2011 sogar eine Gehaltsplus von mehr als 11 Prozent. Laut Untersuchung soll es sich dabei vor allem um Personen handeln, die mit einer Beförderung rechnen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 konnten sich nur 28 Prozent der IT-Fachleute über 1-2 Prozent und 13 Prozent über 3-4 Prozent mehr Geld freuen. 27 Prozent gingen bei Gehaltsverhandlungen leer aus." http://www.cio.de/karriere/2280986/index.html?r=7616429199321822&lid=129992 Die Honorare von Freelancern steigen nicht so gut. Zum Vergleich dazu siehe GULP: "Knowledge Base 16.06.11 : Trash Poll der Woche: Ihre persönliche Honorarkurve: Haben Sie bei Ihrem aktuellen (bzw. letzten) Projekt einen höheren Stundensatz erhalten als bei dem Projekt davor? Auch wenn die Höhe des Stundensatzes natürlich von vielen Faktoren abhängt: Es sieht so aus, als ginge es weiter nach oben mit den Honoraren für Freiberufler in IT und Engineering." http://www.gulp.de/kb/org/trashpoll-2311.html. "Knowledge Base 21.01.11 : Stundensatz-Umfrage Teil 10: Freiberufler-Honorare im Aufwind Nach oben geht es mit den Honoraren von IT-Selbstständigen ? sagen Freiberufler und Projektanbieter gleichermaßen. Allerdings könnte sich bald die Diskrepanz zwischen Stundensatzforderungen und gezahlten Honoraren vergrößern." http://www.gulp.de/kb/st/stdsaetze/Umfrage-Ergebnis-Stundensatz-Teil-10.html. zum Beitrag

DerKetzer
Honorarratgeber für Freiberufler: http://www.computerwoche.de/karriere/freiberufler/2486915/ Das ist die richtige Frage: Wie viel muss ein IT-Selbständiger in der Stunde verdienen, damit er am Ende des Jahres nicht schlechter dasteht als sein festangestellter Kollege? Evtl. müßte man die Frage präzisieren auf "nach Abzug der Steuern". zum Beitrag


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