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Personal-Management

Der Projekt-Manager: Wadenbeißer vom Dienst

09.03.2007
Autor(en): Hans Koeniges , hkoeniges@computerwoche.de.
Ein Projekt-Manager muss Fachmann, Psychologe und Controller zugleich sein, meint Alexander von Steinbüchel, Geschäftsstellenleiter bei Campana & Schott.

CW: Was macht den Job des Projekt-Managers heute attraktiver als vor einigen Jahren?

VON STEINBÜCHEL: Der Markt erfordert es, dass in Projekten gearbeitet wird. Begriffe wie Projektportfolio-Management sind nicht nur Modewörter, sondern die Arbeitsform ist zur Notwendigkeit geworden. Das Thema hat somit an strategischer Bedeutung gewonnen. Was strategisch für Unternehmen bedeutsam ist, birgt beruflich gute Chancen.

CW: Welche Perspektiven haben Projekt-Manager heute?

Alexander von Steinbüchel, Campana und Schott:
Alexander von Steinbüchel, Campana und Schott: "wer heute ein Projekt erfolgreich abschließt, leitet morgen schon mehrere."

VON STEINBÜCHEL: Wer heute den Wadenbeißer spielt und Projekte erfolgreich abschließt, der leitet morgen mehrere Projekte gleichzeitig. Von da aus ist es nicht mehr weit bis hin zum Programm, einem Bündel mehrerer verwandter Vorhaben. Die Steigerung ist, den ganzen Strauß an Programmen nach der Strategie des Unternehmens zu steuern.

CW: Dazu gehört es, regelmäßig und am besten in Echtzeit zu bewerten, welche Projekte es wert sind, weitergeführt zu werden?

VON STEINBÜCHEL: Richtig, mindestens genauso wichtig ist aber, welche Projekte dringend gestrichen werden, um Kapazität für wichtigere freizumachen.

CW: Damit hätte unser Projektleiter dann eine steile Karriere zum Management hingelegt.

VON STEINBÜCHEL: Die Perspektiven sind da. Man muss sich natürlich die Vision erhalten und sich danach strecken. Ein gewisser Projekt-Management-Hintergrund ist nicht nur förderlich, sondern sogar ratsam für alle, die sich in Richtung Management entwickeln wollen.

CW: Was zeichnet einen guten Projektleiter aus?

VON STEINBÜCHEL: Erfahrung ist ganz wichtig. Die muss erstmal gesammelt werden. Gute Projektleiter sind meist Mitarbeiter mit einer gewissen Seniorität. Dazu gehört Methodensicherheit: Der Projektleiter muss die gängigen Instrumente gut kennen und die gesamte Klaviatur anwenden können. Für kritische Projekte ist sogar ein gewisses Charisma vonnöten. Wir setzen analytische Fähigkeiten voraus; es ist lebenswichtig, dass der Projektleiter einen unscharf definierten Projektauftrag schnell scharf abgrenzen kann.

CW: Und wie sieht es mit der Weiterbildung dieser Mitarbeiter aus?

VON STEINBÜCHEL: Ein großer Internet-Provider zum Beispiel steigert die Qualität seines Projekt-Managements, indem er eine neue Kultur organisatorisch im Unternehmen verankert. Ziel ist es, das Projekt-Management auf Spitzenniveau anzuheben. Durch erhöhte Transparenz und Synergien sollen Wettbewerbsvorteile entstehen.

CW: Wie investieren Unternehmen in entsprechende Projekt-Management-Karrierepfade?

VON STEINBÜCHEL: Sie legen Wert auf eine professionelle Ausbildung inklusive Zertifizierungen und handeln auch in der internen Weiterbildung danach. Allerdings muss das Unternehmen eine bestimmte Größe haben, damit sich die Investition eigener Karriereprogramme lohnt.

CW: Was ist Ihrem Arbeitgeber besonders wichtig?

VON STEINBÜCHEL: Für einen Einstieg erwarten wir sehr gute Schul- und Studienleistungen, idealerweise kombiniert mit Erfahrungen aus dem Projekt- oder IT-Bereich. Interessante Praktika im Projekt-Management-Umfeld sind vorteilhaft.

CW: Mit welchen Universitäten und Studiengängen haben Sie gute Erfahrungen gemacht?

VON STEINBÜCHEL: Einige Lehrstühle legen besonderen Wert auf das Thema Projekt-Management. Die Universität Karlsruhe zum Beispiel bietet zusätzlich auch eine gute Schule in analytischem Denken. Wirtschaftsingenieure werden darüber hinaus gezielt dazu ausgebildet, fachübergreifend zu kombinieren. Daher bringen Absolventen aus diesem Studiengang einen guten Mix aus wirt-schaftswissenschaftlichen, informationstechnischen und methodischen Grundlagen mit.

CW: Wie viel Berufserfahrung sollten Bewerber aufweisen?

VON STEINBÜCHEL: Campana & Schott rekrutiert seinen Nachwuchs aus Absolventen und Young Professionals mit bis zu drei Jahren Berufserfahrung. Bewerbungen direkt nach Studienabschluss sind gerne gesehen.


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