welche Symptome typisch für eine Burnout-Erkrankung sind;
warum IT-Projektmitarbeiter besonders gefährdet sind;
was Unternehmen riskieren, die das Gesundheits-Management vernachlässigen.
Andreas Emke* war stolz auf seinen Job in einem renommierten IT-Dienstleistungsunternehmen. Die strategische Stabsstelle in einer international tätigen Firma forderte den 35-Jährigen. Doch häufige Reibereien und unterschwellig glimmende Konflikte mit dem Vorgesetzten zermürbten Emke; er fühlte sich müde und erschöpft. Schließlich häuften sich Erkältungskrankheiten; ein Hörsturz folgte, und weitere Symptome zwangen den ehemals Hochmotivierten, einen Arzt aufzusuchen.
Rüdiger Trimpop, Uni Jena: "Burnout ist ein großes Problem; viele Leute gehen auch krank zur Arbeit."
Den Weg in eine ärztliche Praxis gehen viele Betroffene allerdings erst, wenn sich die Symptome häufen und Wegschauen nicht mehr möglich ist. Die Folgen von falsch verstandenem Ehrgeiz treffen auch immer mehr leistungswillige High Potentials zwischen 30 und 40 Jahren. "Burnout ist ein großes Problem; viele Leute haben Angst vor Arbeitslosigkeit und gehen auch krank zur Arbeit", berichtet Rüdiger Trimpop, Professor für Arbeits-, Betriebs- und Organisationspsychologie an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena. "Katastrophal für die Unternehmen ist vor allem, dass Leistungsträger ausfallen."
Trimpop sieht besonders Mitarbeiter in der mittleren Ebene eines Unternehmens gefährdet, denn sie können in der Regel am wenigsten Einfluss auf Entscheidungen nehmen; gleichzeitig sind sie den Forderungen der Geschäftsleitung ausgesetzt, konkurrieren mit den Kollegen und fungieren als Ansprechpartner für die Kunden. "Firmenlenker verstehen oft nicht das Grundprinzip, dass Stress eine Belastung sein kann." Viele sehen Druck als Motivation für ihre tägliche Arbeit an und misstrauen Konzepten, die ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit fordern. Unter Stressreduktion verstehen sie, sich "auf die faule Haut zu legen".