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Personal-Management
Offshore bei TUI

Inder warten auf Anweisungen

02.09.2008
Autor(en): Daniela Hoffmann.
Ist das Projekt gut gelaufen? In Indien lautet die Antwort immer ja, Kritik am Kunden ist tabu. Nicht nur darum gestaltete sich die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen IT-Dienstleister TUI Infotec und Sonata anfangs schwierig.

Der Kostendruck ist hoch, in der IT- wie in der Touristikbranche. Um zu sparen, sollte sich TUI Infotec, der IT-Dienstleister des TUI-Konzerns, einen indischen Entwicklungspartner suchen und fand vor fünf Jahren die Sonata Software Ltd. 2006 wurde aus TUI Infotec ein Joint Venture, an dem Sonata Software 50,1 Prozent und die TUI AG 49,9 Prozent hält. Geschäftsführer Heinz Kreuzer hatte die Aufgabe, einen konzerninternen Dienstleister in ein eigenständiges Unternehmen umzuwandeln, in dem die projektübergreifende Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien nahtlos funktioniert. "Die innere Akzeptanz und Motivation der Mitarbeiter ist dabei immer erfolgsentscheidend", wusste Kreuzer. Dass es nicht so einfach werden würde, die um ihre Arbeitsplätze besorgte Hannoveraner Mitarbeiterschaft ins Boot zu holen, war dem 53-Jährigen klar. Sprachbarrieren, kulturelle Unterschiede und der Umgang mit unterschiedlichen Führungsstilen waren die Herausforderungen.

Kritik am Kunden ist tabu

Wie stark sich kulturelle Unterschiede auf die Arbeitsprozesse auswirken, erlebten anfangs die Mitarbeiter auf beiden Kontinenten. Einige deutsche Mitarbeiter reisten für je vier Wochen nach Indien, um ihre indischen Kollegen bei Sonata in Hyderabad oder Bangalore kennen zu lernen und Arbeitsprozesse zu festigen. Sibyll Strunk, Projekt-Managerin und Systemanalytikerin bei TUI Infotec, war eine von ihnen. Ihr fiel auf, dass es in Indien zum Beipiel keine Feedback-Kultur wie in Europa oder den USA gibt: "Das ‚Der Kunde ist König‘-Prinzip lässt dort keine Kritik am Auftraggeber zu. Selbst auf Anfrage hin ist es schwierig, Rückmeldungen zu bekommen, ob etwas gut oder schlecht gelaufen ist und was die jeweiligen Faktoren waren. Das erschwert natürlich Verbesserungsprozesse. Diese Herangehensweise muss sich erst nach und nach etablieren."


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