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Karriere & Gehalt

Wie Sie mehr Geld verdienen

17.08.2007
Autor(en): Svenja Hofert.
Bescheidenheit ist zwar eine Tugend, doch stille Talente bleiben arm. Wer Gutes tut und darüber redet, verdient mehr. Wie Freiberufler und Festangestellte ihre Honorar- beziehungsweise Gehaltsforderungen durchsetzen, erklärt Karriereberaterin und Autorin Svenja Hofert.

Svenja Hofert

Svenja Hofert ist Karriereberaterin in Hamburg (www.karriereundentwicklung.de). Sie coacht und berät Angestellte und Freiberufler aus der IT-Branche in allen Jobfragen und vor allem auch in Sachen Gehalt. Am 12. und 13. Oktober gibt sie in Köln in Zusammenarbeit mit dem Berufsverband für Selbständige in der Informatik e.V. (BVSI) ein Seminar zum Thema. Interessierte melden sich bitte beim BVSI an.


Wer verhandelt, verdient mehr. Personalberater wissen, dass Mitarbeiter, die regelmäßig über ihr Gehalt verhandeln, zehn bis fünfzig Prozent mehr verdienen als vergleichbare Kollegen. Mit Leistung hat das erst einmal nichts zu tun. Reden Sie also über Ihre Leistungen und Erfolge und sagen Sie, was Sie unentbehrlich macht. Doch wie stelle ich das geschickt an?

Schritt 1: Eigenen Wert einschätzen

Zunächst einmal sollten Sie Ihren eigenen Wert realistisch einschätzen. Gehälter werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst.

  1. Nachfrage und Angebot: Wenn viele andere IT-Angestellte oder Freiberufler das gleiche können wie Sie, verschlechtert das Ihre Verhandlungsbasis. Wenn nur wenige etwas Adäquates bieten, stärkt es sie. Das führt dazu, dass in Nischensegmente selbst normale Angestellte ohne Führung 150.000 Euro und mehr bekommen können.

  2. Trends: Es gibt sehr gefragte Skills und weniger stark gefragte. Ihr Job ist es, sich hier auf dem Laufenden zu halten und sich gefragte Skills anzueignen. Dies gilt umso mehr, wenn Sie länger im gleichen Unternehmen arbeiten. Nichts ist gefährlicher für einen IT-Spezialisten, wenn er lange eine gleichbleibende Arbeit in einem alternden oder sehr firmenindividuellen Umfeld macht.

  3. Konjunkturelle Lage: Je besser, desto besser für Sie.

  4. Funktion und Aufgabe: Je mehr Verantwortung Sie haben, desto mehr Geld werden Sie bekommen. Meist wird vor allem Managementkompetenz und Führung gut bezahlt. Mit disziplinarischer Verantwortung erhalten Sie mehr Geld als nur mit fachlicher Leitung. Auch Budgetverantwortung oder Prokura sollte sich monetär auszahlen. Gleichzeitig sind aber gerade auch im IT-Bereich ähnlich wie im Investmentbanking auch jenseits der Führung Top-Gehälter erzielbar ? mit Spezialwissen, das nur Sie haben-

  5. Größe, Standort und Branche des Unternehmens: Kleinere Unternehmen zahlen oft weniger als große. Auch bestimmte Branchen sind notorische Schlechtzahler, etwa der Handel. Amerikanische Firmen geben für das höhere Wechselrisiko mehr als deutsche ? und auch bestimmte Industrien, etwa die Zigarettenindustrie ? zahlen besser.

  6. Persönlichkeit: Wenn Sie sich und Ihre Leistungen und Erfolge besser verkaufen, wird man Ihnen mehr bezahlen als Ihren Kollegen.

Honorare verhandeln

Bei Honoraren gelten ähnliche Regeln wie bei Gehältern, wobei der Markt noch viel schneller ist und Honorare stärker von Skills abhängen. Einzig das Rückzugsziel in einer IT-Honorarverhandlung ist anders ? es lautet häufig, dass Sie das Projekt im Zweifel eben nicht annehmen. Oft wird gefragt, ob man überhaupt mit Projektvermittlern handeln kann. Die Antwort ist eindeutig ja. Natürlich geben die meisten das nicht gerne offen zu, aber in der Praxis ist immer ein bestimmter Spielraum da. Dieser ist allerdings nicht unbegrenzt. Letztendlich kann der Vermittler aber auch seine eigene Spanne zugunsten Ihres Honorars verkleinern. Völlig unseriös sind allerdings Nachverhandlungen mitten im Projekt. Darauf reagieren Vermittler zu Recht unwirsch. Denkbar ist jedoch nach abgeschlossenem Projekt noch mal übers Geld zu reden, sofern Sie um Verlängerung gebeten werden.


Recherchieren Sie die Punkte 1-5, sprechen Sie mit Kollegen und Personalberatern. Seminare sind ein prima Ort, um Einblicke in die Gehaltsgestaltung von Kollegen zu bekommen. Im Internet, auch bei der Computerwoche, gibt es zudem Gehaltschecks.



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