In der IT-Branche fließt viel Geld in Projekte und technische Infrastruktur. Doch was bekommen die Verantwortlichen selbst davon ab? Oft nicht viel, besonders nicht in Deutschland: Im Regelfall setzt sich das Salär von CIOs aus Grundgehalt plus persönlichen Erfolgsbonus zusammen. Bei wenigen kommen noch Aktiengewinne hinzu. IT-Verantwortliche liegen damit meist abgeschlagen hinter den geschäftsführenden Vorständen, die ohne wirkliches Regeleinkommen fast ausschließlich nach Profit des Unternehmens bezahlt werden, ein höheres finanzielles Risiko tragen, aber am Ende des Jahres weit mehr Geld einstreichen können.
Es gibt gerade in den USA aber auch IT-Verantwortliche, die im Vorstand mitreden dürfen und Personalverantwortung für weitere CIOs tragen. Sie nehmen weit mehr Aufgaben wahr als ein herkömmlicher CIO, sitzen in verschiedenen Gremien und werden über Prämien am Unternehmenserfolg beteiligt. Diese langjährig tätigen CIOs zählen in großen US-Konzernen irgendwann zu den Topverdienern.
Die Topverdienerin unter den amerikanischen CIOs: Barbara Desoer von der Bank of America strich im vergangenen Jahr insgesamt 10,5 Millionen Dollar ein.Barbara Desoer, Global Technology und Operations Executive bei der Bank of America, strich im vergangenen Jahr rund 10,5 Millionen Dollar Jahresverdienst (davon 9,7 Millionen Dollar an Prämien) ein und liegt damit mit Abstand auf Platz eins der CIO-Gehaltsliste. Ohnehin wird nirgendwo sonst so viel gezahlt wie in der Finanzbranche, wo die Gewinnsprünge vergleichsweise groß ausfallen können. Der Zweitplatzierte Glen Salow von Ameriprise Financial bekam im Jahr 2007 rund sieben Millionen Dollar ausbezahlt.
In den 1000 größten US-Firmen, die wegen ihrer Börsennotierung die Gehälter ihrer Führungskräfte der Securities and Exchange Commission (SEC) offenlegen müssen, finden sich 47 IT- und Technologie-Verantwortliche, die durchschnittlich 435.200 Dollar einstrichen.
![]() | Die Topverdiener unter den amerikanischen CIOs und Technologie-Verantwortlichen.* |
*Die Aufstellung ist nur bedingt vollständig. Da jeweils nur die fünf Topverdiener eines Unternehmens an die SEC gemeldet wurden, können sich durchaus CIOs finden, die weitaus mehr Geld bekamen, wegen fünf anderer Topkräfte in ihrer Firma aber ihre Verdienste nicht offenlegen mussten. Ein Beispiel ist Ralph Szygenda, CIO des Automobilherstellers General Motors (GM). Der am schlechtesten bezahlte der fünf GM-Topverdiener, Qualitäts-Manager Thomas Stephens, bekam rund fünf Millionen Dollar Jahresgehalt. Szygenda könnte also durchaus 4,8 Millionen Dollar eingestrichen haben, es kann aber nicht belegt werden. Auch die CIOs in Unternehmen, die sich in privater Hand befinden, können theoretisch Topverdiener sein - eine verbindliche Statistik lässt sich nicht erstellen. Die Aufstellung ist daher nur als grobe Richtschnur anzusehen.