CW-Subnets     |     Executive Briefings     |     Blogs & Forum     |     CW-TV     |     Newsletter     |     RSS


Berufsbild

Warum Informatik Spaß macht

Drucken |  Empfehlen |  PDF |  Merken | 
von Ann-Kristin Koch

Logisches Denken ist gefragt

"Den Knobelfaktor darf man aber nicht unterschätzen", sagt Katja Barchewitz. Die 27-jährige Wirtschaftsinformatikerin hatte schon immer Spaß daran, Neues auszuprobieren und Ergebnisse zu sehen. Sie hat sich nicht von schweren Mathekursen oder schier unlösbaren Algorithmen abschrecken lassen. "Wenn man wirklich Informatiker werden will, ist das zu schaffen." Diese gesunde Einstellung hat ihr nicht nur als Frau in der Männerdomäne IT manches erleichtert, sondern ihr auch die Pforten für ihren Beruf als Softwareentwicklerin bei IDS Scheer in Saarbrücken geöffnet.

Die gebürtige Thüringerin kam auf dem zweiten Bildungsweg zu ihrem Job. Nach dem Realschulabschluss lernte sie zunächst Bürokauffrau. "Schnell war mir klar, dass ich logisches Denken und mathematisches Vorgehen vermisste", schildert Barchewitz. Sie hat die Fachhochschulreife nachgeholt und sich an der FH Schmalkalden für Wirtschaftsinformatik eingeschrieben, damit sie ihre betriebswirtschaftlichen Kenntnisse gewinnbringend einsetzen konnte. Den Fokus im eher praxisorientierten Studium setzte sie auf die IT-lastigen Fächer. Ausgestattet mit vielfältigen Informatikkenntnissen etwa über Datenbanksysteme oder Java-Programmierung, schnupperte sie schon während des Studiums in die Wirtschaft.

Praxisbezug gewollt

Katja Barchewitz, IDS Scheer: 'Logisches Denken und Technikaffinität sind keine typischen männlichen Fähigkeiten.'
Katja Barchewitz, IDS Scheer: 'Logisches Denken und Technikaffinität sind keine typischen männlichen Fähigkeiten.'

Für die Deutsche Post IT-Solutions GmbH entwickelte die Wirtschaftsinformatikstudentin Fachkonzepte und schrieb ihre Diplomarbeit über "Modell-Driven Architecture". "Damit war ich gerüstet, um als Softwareentwicklerin bei IDS Scheer am Aris SOA-Architect mitzuprogrammieren", sagt die 27-Jährige. Beim Saarbrücker Spezialisten für Geschäftsprozess-Management ist sie in einem jungen Team von Softwareingenieuren zuständig für die Konzeption, Design und Entwicklung bis hin zum Test der Tools: "Anfangs war es eine starke Herausforderung, im großen Team zu entwickeln und sich in fremden Code hineinzudenken", erinnert sie sich. Mittlerweile sitzt sie fest im Sattel. "Bei IDS Scheer entwickeln wir eng an dem, was der Markt braucht, und schlagen die Brücke zum Anwender über die Prozesse." An dieser Stelle profitiert die Softwareentwicklerin von ihrem Werdegang, sie kennt die Anwendersicht und hat ein Faible für strukturiertes Vorgehen.

Technikaffinität typisch männlich?

"Logisches Denken und Technikaffinität sind eben keine typischen männlichen Fähigkeiten, auch wenn das immer wieder als Grund für die geringe Frauenquote in der Informatik vorgeschoben wird", so Barchewitz. Sie brauchte keinen "Girl’s Day" oder andere Initiativen wie "Girls go Informatik", um sich für ihr Studium zu begeistern. Obwohl als Frau in der Minderheit, hat sie sich nie als Exotin gefühlt, noch wurde sie von den Kommilitonen als solche gesehen. In ihrem fünfköpfigen Entwicklerteam bei IDS Scheer sind zwei Frauen. Für die Zukunft hat sich die Wirtschaftsinformatikerin klare Ziele gesteckt: Sie will weiter Erfahrungen in der Entwicklung sammeln und stärker konzeptionell arbeiten.


(4 Beiträge), 
Kommentieren
DerKetzer
Sehr geehrter Ketzer, eine sehr widersprüchliche Antwort. Es kann keinen spannenderen Beruf geben, wenn Informatik interessanter ist. Jeder Logiker oder Informatiker wird diese Aussage als paradox enttarnen. :confused: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil: :p Das Studium macht Spass, die IT-Branche selten. Würde ich Informatik wieder studieren: Unbedingt JA! Würde ich wieder den Beruf ergreifen: Sicher NEIN! Es gibt spannendere Berufe, die weniger aufregend sind ;). Hier noch mal die Erklärung für alle Autisten in der IT-Branche (Autisten verstehen normalerweise weder Witze noch Ironie oder ähnliches): Ich trenne zwischen Studium und Beruf. Damit alles klar? (Oh, Mann! :o Was habe ich in einem anderen Kommentar zu den unlogisch denkenden Leuten in der IT gesagt?) Sic! zum Beitrag

computerfuzzy
Sehr geehrter Ketzer, eine sehr widersprüchliche Antwort. Es kann keinen spannenderen Beruf geben, wenn Informatik interessanter ist. Jeder Logiker oder Informatiker wird diese Aussage als paradox enttarnen. Gerade diese indifferente Haarspalterei schadet der Sache sehr. Es ist ein Beruf mit Zukunft, denn Videorecorder, Receiver, Anrufbeantworter sind fast schon heute, aber mit Sicherheit in wenigen Jahren nur noch als Software existent. Das wird für unendlich viele Geräte gelten, die nur noch virtuell in den dann überall gegenwärtigen Computern existieren. Wir gaben die Fotoapparateproduktion aus den Händen, die Handyproduktion als zu lohnintensiv weg und was weiß ich noch alles. Die Produktionsweisen werden im Ausland modernisiert und kommen als Billigarbeit in der Hand ausländischer Firmen wieder zurück. Denn inzwischen bestehen Kameras nur noch aus einem Display einem Knopf und zwei Chips. Hätten das nicht Rollei und Voigtländer auch gekonnt? Ich weiß - es gibt da Aufholjagten, aber oft ist dann nur noch der Name Deutsch, daran verdienen tun andere. Wollen wir die Informatik nun genauso aus unserer Berufswelt verjagen? Sind wir wirklich so faul und so grenzenlos dumm??? Wo bleibt der Geist, den wir beim Fußballspielen immer wieder anmahnen??? Lesen Sie mal das Buch &Coding for fun& Dann können wir uns gerne wieder über die schwere, trostlose und langweilige Informatik unterhalten! zum Beitrag

computerfuzzy
Natürlich ist Informatik eine Ingenieurswissenschaft und sollte systematisch betrieben werden. Aus der Praxis weiß ich nur zu gut, dass die Realität oft anders aussieht. Vor allem, wenn man in Schwellenländern programmieren lässt. Was aber eindeutig feststeht, wenn der innere Antrieb fehlt, stürzt man. Hat der Student im Herzen nicht die Liebe zu seiner Informatik entfacht, wird er scheitern. Es bringt nichts, immer wieder darauf hinzuweisen, dass man keine Spielfreaks braucht, sondern ernsthafte Arbeiter. Wer soll dann die unzähligen Computerspiele programmieren??? Etwa BWLer? Nein, es gehört gesagt, dass das Feld der Informatik weit genug ist, um jedem Platz zu bieten, der Freude daran hat. So gesehen, kann ich mit diesem Artikel überhaupt nicht konform sein. Da finde ich es schon richtiger, die Freude an der Informatik zu fördern, wie es der Informatiker Gottfried Wolmeringer mit seinem neuen, wunderbaren Buch &Coding for fun& tut. Es ist ein Buch, das von der Turingmaschine bis zur KI alles sehr ernst abhandelt und trotzdem extrem unterhaltsam, ja sogar überaus lustig ist. zum Beitrag

DerKetzer
Das Studium macht Spass, die IT-Branche selten. Würde ich Informatik wieder studieren: Unbedingt JA! Würde ich wieder den Beruf ergreifen: Sicher NEIN! Es gibt spannendere Berufe, die weniger aufregend sind ;). Allerdings gibt es auch andere Studiengänge, die ich auch unbedingt studieren würde. Wenn für die IT-Branche schlechter ausgebildete Ingenieure und Physiker besser verdienen als die Informatiker (s. CW-Artikel über Gehälter), dann ist die Branche nur etwas für zwanghafte Programmierer. Wer unbedingt in die IT-Branche will, muss ja nicht Informatik studieren, sondern kann auch Ingenieur Elektronik oder sonst etwas werden: besseres Image UND besserer Verdienst. zum Beitrag


Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

JOB & KARRIERE: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
In der Probezeit gescheitert In der Probezeit gescheitert Wenn Bewerber in der Probezeit scheitern, muss das kein Karriereknick sein. Gerhard Winkler zeigt Wege aus der Misere auf.
weiter
Was IT-Pioniere heute tun Was IT-Pioniere heute tun Was machen Gründer und Top-Manager im Ruhestand? Wir haben nachgespürt.
weiter
Täglich Tipps für die Karriere.... Täglich Tipps für die Karriere.... gibt Susan Pache, Geschäftsführerin des IT-Beratungshauses curexus. Noch bis 24. März.
weiter
Keine Erholung in Sicht Keine Erholung in Sicht Der Preisdruck bleibt. SAP-Freiberufler Dieter Brencher schätzt den Projektmarkt ein.
weiter
Tipps zur Online-Bewerbung Tipps zur Online-Bewerbung Wie man Online-Bewerbungsformulare richtig ausfüllt.
weiter
In der Probezeit gescheitert Was IT-Pioniere heute tun Täglich Tipps für die Karriere.... Keine Erholung in Sicht Tipps zur Online-Bewerbung
Jobs suchen
Aktuell finden Sie über 500 ausgeschriebene Stellen im CW-Stellenmarkt
Suchworte eingeben:
KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
SAP-Newsletter
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security
Server + Storage
Netzwerke + Wireless