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Europäischer Arbeitsmarkt: Deutschland lässt Profis kalt

27.09.2007
Arbeiten in Deutschland? Für die meisten europäischen Fach- und Führungskräfte kommt das nicht in Frage. Das liegt auch daran, dass die Firmen den Kandidaten im Internet nicht die Informationen bieten, die diese suchen.

Die Diskussion um den Fachkräftemangel ist wieder entbrannt. Die Unternehmen fordern, die Einkommensgrenzen für ausländische Fachkräfte zu senken. Doch auch die deutsche Wirtschaft muss ihre Hausaufgaben machen, will sie auf dem internationalen Markt Nachwuchs in größerem Stil rekrutieren.

Lieber nach England oder Frankreich

Bislang lockt Deutschland noch wenige Fach- und Führungskräfte als Arbeitsort, wie eine Studie der Online-Stellenbörse Stepstone mit der Intelligence Group beweist. Demnach können sich nur 14 Prozent der in neun europäischen Ländern befragten 21.000 Fach- und Führungskräfte vorstellen, hierzulande zu arbeiten. Überwiegend handelt es sich dabei um Männer zwischen 25 und 34 Jahren aus den Niederlanden, Dänemark und Schweden. Hauptgründe, hier einen Job zu suchen, sind die eigene Karriere, die persönliche Weiterentwicklung und ein eventuell höheres Gehalt.

Für europäische Fachkräfte ist Arbeiten in Deutschland nicht so attraktiv. Umgekehrt können sich viele deutsche Fachkräfte vorstellen, auch im Ausland zu arbeiten.
Für europäische Fachkräfte ist Arbeiten in Deutschland nicht so attraktiv. Umgekehrt können sich viele deutsche Fachkräfte vorstellen, auch im Ausland zu arbeiten.

Auf der Liste der begehrtesten Länder liegt Deutschland auf Platz 15, weit entfernt vom Spitzentrio Großbritannien (35 Prozent), Frankreich (30 Prozent) und Spanien (29 Prozent). Dazu Stepstone-Sprecher Sascha Theisen: "Der Wettbewerb um Talente ist nicht nur ein nationaler Konkurrenzkampf, sondern vor allem ein internationaler. Das erkennen deutsche Unternehmen offensichtlich nicht hinreichend."

Flexible Deutsche

Umgekehrt geben sich die befragten deutschen Fachkräfte flexibler als der Durchschnitt: 71 Prozent sind an einer beruflichen Auslandserfahrung interessiert, im europäischen Schnitt sind es 62 Prozent. Die Tatsache, dass nur 0,4 Prozent tatsächlich ins Ausland gehen, zeigt: Bei guter Überzeugungsarbeit der suchenden Unternehmen ist hier ein enormes Potenzial zu erschließen.

Karriere-Sites oft nur in lokaler Sprache

Die meisten der Wechselwilligen suchen auf den Web-Seiten der Firmen nicht nur nach offenen Stelle, sondern auch nach Informationen über das tägliche Lebens im Land ihrer Wahl. "Entsprechend sind im Karrierebereich einer Unternehmens-Website Informationen in englischer Sprache zu Immobilien, dem Gesundheitswesen, Unterhaltung, dem Wetter oder zur Sicherheit gefragt", sagt Theisen. Die Stepstone-Studie hat 80 Websites der besten zehn Arbeitgeber in acht EU-Ländern untersucht und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: 41 Web-Seiten wurden nur in der lokalen Sprache präsentiert, elf zwar auf englisch, aber mit einem Karrierebereich nur in der lokalen Sprache. Weitere 27 Websites verfügten zwar über einen englischen Karrierebereich, aber ohne Informationen zu außerberuflichen Bereichen. Lediglich Microsoft Dänemark bot auf ihrer Website einen englischen Karriere-Bereich mit zusätzlichen Informationen. (am)


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