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SAP-Experten bleiben Mangelware

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von Marc Voland
SAP-Experten werden weiterhin gesucht. Auch der Nachwuchs hat gute Chancen, denn Unternehmen legen Programme auf, um Absolventen inhouse auszubilden. Von Marc Voland *

Hier lesen Sie ...

- wie sich der Arbeitsmarkt für SAP-Experten entwickelt;
- wie sich die Qualifikationen und Anforderungen verändern;
- wie die Unternehmen dem Mangel an qualifiziertem Nachwuchs begegnen wollen.


Der Arbeitsmarkt bietet gute Chancen für SAP-Experten. Zwar verzeichnet das Internet-Stellenportal Jobpilot in den Monaten September und Oktober 2005 knapp 900 weniger Vakanzen als in den beiden Vormonaten, doch die Anzahl der offenen Stellen liegt weit über der des Vorjahres. Suchten im dritten Quartal 2004 nur 4000 Unternehmen einen Mitarbeiter, der sich mit SAP-Software auskennt, so sind es im vergleichbaren Zeitraum dieses Jahres mit 11 600 fast dreimal so viele. Die jüngste Analyse von Adecco - der Personaldienstleister wertet IT-Jobangebote in 40 Tageszeitungen und der COMPUTERWOCHE aus - kommt zu dem Ergebnis, dass die Zahl der freien IT-Stellen in den ersten zehn Monaten 2005 gegenüber dem Vorjahr von 13 700 auf 17 500 gestiegen ist. Fast ein Drittel der Angebote stammen dabei aus Beratungs- und Softwarehäusern.

Peter Neisius, Cundus:
Peter Neisius, Cundus: "Auftraggeber schauen genau hin, wer in den Teams arbeitet."

Mittlerweile haben Firmen Schwierigkeiten, spezialisierte Experten zu finden. Engpässe gibt es vor allem bei ITlern, die Business Warehouse (BW) und Business Intelligence (BI) beherrschen. "Die Unternehmen brauchen diese Komponenten, da sie der Informationsflut nicht mehr Herr werden. Hinzu kommt, dass diese Techniken einen Reifegrad erreicht haben, der es erlaubt, sie problemlos einzusetzen", sagt Peter Neisius, Vorstandsvorsitzender des Duisburger IT-Beratungshauses Cundus AG. Der Trend macht sich auch auf dem Markt für Freiberufler bemerkbar. Beim Münchner Portal für IT-Projekte, Gulp, steht BW im Ranking der Module momentan an der Spitze. Aber auch Mitarbeiter, die sich mit Finanzmodulen auskennen, haben gute Karten. "Die internationalen Bilanzierungsregeln nach IFRS/IAS, die in den USA weit verbreitete Rechnungslegungsmethode US-GAAP oder die Anforderungen des Sarbanes-Oxley Act müssen in IT umgesetzt werden", sagt Christina Mankus, Geschäftsbereichsleiterin bei der Zeitarbeitsfirma DIS AG. Dafür benötigten die Arbeitgeber Mitarbeiter mit entsprechendem Wissen.

Vom Modul- zum Technikberater

Dabei gilt für alle SAP-Bereiche: Neben Soft-Skills und technischem Know-how sollten die Bewerber die Abläufe beim Anwender kennen. Branchenkenntnisse allein reichen nicht mehr aus. "Der Trend geht eindeutig weg vom reinen Modulberater hin zum Technikberater mit Prozess-Know-how", sagt Martin Daum, Personalleiter bei der Oldenburger BTC AG. Das liege unter anderem daran, dass die Konzerne ihre IT konsolidieren und mit weniger Programmen mehr Aufgaben bewältigen wollen. "Will man die Systeme verkleinern und flexibler gestalten, sind die Prozesse zu optimieren", weiß Daum. Das bedeutet gleichzeitig, dass Bewerber BWL-Kenntnisse mitbringen müssen, um die Abläufe nicht nur organisatorisch, sondern auch betriebswirtschaftlich verbessern zu können.

Steffen Jakob, Lynx Consulting:
Steffen Jakob, Lynx Consulting: "Java- und SAP-Speztialisten sollten gemeinsam an einem Projekt arbeiten."

Auch das neue Paradigma der Service-orientierten-Architektur verlangt von SAP-Experten, dass sie sich mit Geschäftsprozessen auskennen. Anwendungen lassen sich mit der Plattform Netweaver aus modularen Services zusammensetzen. "Dazu muss ein Berater wissen, wie der genaue Ablauf aussieht, den er in eine IT-Lösung übertragen will", sagt Steffen Jakob, Vorstand des Bielefelder Beratungshauses Lynx Consulting AG. Zwar tasten sich die Anwender erst vorsichtig an Netweaver heran, wie eine Lynx-Umfrage zur Akzeptanz von neuen Technologien ergab. Doch das Thema wird deutlich an Fahrt gewinnen, so Vorstand Jakob. Für ihn ist deshalb wichtig, dass Entwickler neben der SAP-Sprache Abap auch in Java firm sind, um an Internet- und Web-Schnittstellen oder an hardwarenahen Aufgaben arbeiten zu können.


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