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Arbeitsmarkt

Mit 50 ab zum alten Eisen?

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von Gabriele Müller
Die demografische Entwicklung zwingt eine junge Branche, sich dem Thema Alter zu stellen.

Karl-Heinz Hageni:
Karl-Heinz Hageni: "Wir können das Potenzial der älteren Mitarbeiter nicht vernachlässigen."

Landauf, landab wird darüber diskutiert - und nicht erst seit gestern: Eine alternde Gesellschaft erfordert auch eine veränderte Beschäftigungspolitik. Der viel gesuchte jungdynamische Nachwuchs mit dem Spezialistenwissen und dem akademischen Abschluss wird heftig umworben, aber längst nicht immer gefunden. "Wir können es uns nicht mehr leisten, das Potenzial der älteren Mitarbeiter weiterhin zu vernachlässigen", appelliert Karl-Heinz Hageni vom Kompetenzzentrum IT Bildungsnetzwerke (Kibnet). "Deutschland droht einerseits der Fachkräftemangel in der IT-Branche, aber auf 53 offene Stellen kommen 100 Bewerber", so Hageni. "Oft ist es so, dass in Stellenanzeigen immer noch eher Angaben zum Höchstalter formuliert werden, statt zum Mindestalter", kritisiert er und fragt: "Wird die IT-Branche zum Opfer ihres eigenen Jungendkultes?"

Im Jahr 2002 gehörten noch rund ein Drittel aller Beschäftigten in der IT zu der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen und etwas mehr als ein Drittel in die Gruppe der 35- bis 44-Jährigen. Nur 17,1 Prozent waren 45 bis 54 Jahre alt und nur ganze 5,4 Prozent 55 bis 64 Jahre. Langsam aber sicher ändert sich das: Im Jahr 2006 waren schon rund 22 Prozent der Mitarbeiter zwischen 45 und 54 Jahre alt und rund sieben Prozent noch älter. Aber fast die Hälfte aller arbeitslosen IT-Fachkräfte ist nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit älter als 45 Jahre - eine deutliche Schieflage. Und es gibt noch immer weniger Programme für eine systematische Fachkräfteentwicklung für Beschäftigte über 35 als Ausstiegshilfen und "Frühverrentungsprogramme".

"Das Wissen über die demografischen Tatsachen ist wohl da, aber die die Erkenntnis wird nicht in Taten umgesetzt", sagt Sigmund Dawidowicz, Verfasser einer Capgemini-Studie zum Thema demografischer Wandel aus dem Jahr 2007. Untersucht hat Dawidowicz rund 50 Unternehmen von Automotive über Banken, Medien- bis hin zu Telekommunikationsfirmen. Das Thema sei zwar den Personalabteilungen gut bekannt, aber nicht den Unternehmenslenkern, so Dawidowicz. Die Konsequenz: In rund der Hälfte der befragten Firmen ist so gut wie keine oder sehr wenig Bereitschaft vorhanden, Beschäftigte über 50 Jahren einzustellen. Nach den Voraussetzungen befragt, die erfüllt sein müssten, damit Unternehmen ihre Vorbehalte aufgeben, nannte die große Mehrheit zwei Punkte:

- gelockerte Kündigungsbestimmungen und

- mehr Flexibilität und Mobilität der älteren Beschäftigten.


(2 Beiträge), 
Kommentieren
Silverblogger
Vielleicht ist das ein guter Ansatz: http://www.openpr.de/news/224404/Neue-Perspektive-am-Arbeitsmarkt.html zum Beitrag

Stefan.Fitzer@web.de
In diesem Artikel werden viele salbungsvolle Worte von Personalmanagern geschrieben. Die Realität liegt jedoch weit davon entfernt! Ich gehöre zu dieser bewussten Altersgruppe, bin Diplom-Betriebswirt (FH) und habe 2002 meinen Abschluss als SAP-Consultant FI/CO gemacht. Bei den damaligen Bewerbungen wurde mir gesagt, dass man mich erst nehmen könne, wenn ich mindestens drei Jahre Berufserfahrungen habe. Pünktlich nach drei Jahren und auch heute noch melden sich diese Consulting- und anderen Firmen.... Wenn ich mich neu bewerbe, teilt man mir jedes Mal erstaunt mit, dass man mich nicht nehmen könne, da ich ja über keinerlei Erfahrungen verfüge. Das ist richtig, was SAP betrifft. Doch wie soll ich denn Erfahrungen sammeln, wenn man mir gar keine Chance dazu gibt... Eine Personalmangerin brachte es in einem Telefonat mal auch den Punkt: Ihre Klientel sucht Neueinsteiger bis 38 Jahre und Quereinsteiger bis maximal 45 Jahre. Und als Bewerber aus den neuen Bundesländern hat man schon gar keine Chance, weil man von vorn herein intellektuell abgestuft wird. Sicher ist dieses, nicht nur auf dem IT-Sektor vorherrschende Schubladendenken antiquiert, aber so ist die Realität und nicht bei weitem nicht so, wie es die betreffenden Verantwortlichen der Unternehmen in diesem Artikel weis machen wollen... Das ist komplett an der Realität vorbei und macht nur traurig... zum Beitrag


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