computerwoche.de
Newsletter   |   CW-TV   |   Blogs & Forum   |   CW mobil   |   RSS   |   Archiv   |   Aboshop


IT-Management

Das ungeliebte Kind E-Mail-Archivierung



Was ist geschäftsrelevant?

Michael Hohl, Oberbürgermeister von Bayreuth, bis Ende April 2006 aber in der Anwaltssozietät König, Heinold und Kollegen in Bayreuth beschäftigt und spezialisiert auf E-Mail-Archivierungs-Fragen, betont, wie zentral die Aufbewahrungsthematik insbesondere mit Bezug auf die Abgabenverordnung und dort Paragraf 147 ist (siehe Kasten "Welche Paragrafen wichtig sind"). Die akribische Datenspeicherung und -bereitstellung, also die Möglichkeit, gezielt und schnell aus allen Dateiformaten relevante Daten zu finden, sei auch deshalb bedeutungsvoll, weil das Bundesfinanzministerium keine allgemeingültigen Definitionen darüber angibt, welche E-Mails geschäftsrelevant sind und welche nicht.

Diese definitorische Lücke wiederum hat direkte Auswirkungen auf Anwender in Unternehmen. Aus Unwissenheit über die geltende Rechtslage löschen die Computernutzer in Unternehmen vielfach nach Gusto ihre E-Mail-Accounts in gewissen Zeitabständen - und provozieren damit ungewollt rechtliche Probleme für ihre Unternehmen. Hohl betont zudem, dass unternehmensrelevante E-Mails keinesfalls inhaltlich verändert, also auch keine Daten hinzugefügt werden dürfen. Das wissen die Wenigsten.

Senior Berater Eckardt sieht in diesen definitorischen Unklarheiten ebenfalls "das grösste Problem." Es gibt Interpretationen der Abgabenordnung, die besagen, dass alle steuerrechtlich relevanten Mails im Originalformat aufbewahrt werden müssen. "Wie soll das funktionieren?" Die Mailsysteme selbst entsprächen nicht einmal den GOBS, sie stellten keine revisionstauglichen Speicherumgebungen dar , weil die Manipulationsmöglichkeiten so gross sind, so Eckardt. Also wären Anwender gezwungen, Mails in ein "richtiges", also GOBS-konformes System zu überführen. Problem: Hiermit verstossen sie gegen die Zugriffsmethoden, die die neue Abgabenordnung in Paragraf 147, Absatz 6 ausdrücklich vorsieht.

Firmen, die auf Nummer sicher gehen wollen, wählen laut Eckardt also den Hundert-Prozent-Ansatz: "Es wird einfach alles archiviert, eingehende und ausgehende Mails." Schwierigkeit hierbei: Wie kann ein Unternehmen nachweisen, dass bestimmte Mails angekommen sind, wenn ein Spam- oder Virenfilter sie vorher ausgesiebt hat?



Seite: 1 2 3 4 5 6  weiter


Leserkommentare 
(0 Beiträge), 
Kommentieren

Beitrag schreiben

Noch kein Forums-Mitglied?
Dann gleich hier anmelden.

INHALT DIESES ARTIKELS Mehr zum Thema
IT-STRATEGIEN: CW-REDAKTEURE EMPFEHLEN
Arbeitswelt im Web 2.0 Arbeitswelt im Web 2.0 Wikinomics heißt: die Know-how-Grenzen des Unternehmens in das Web verschieben. Wie das funktioniert, erläutert der Urheber des Begriffs, Don Tapscott ... weiter
Die Grenzen von Itil 3 Die Grenzen von Itil 3 Niemand wird bestreiten, dass die neue Itil-Version gegenüber der alten deutliche Vorteile bietet. Aber sie lässt noch Raum für Itil 4. weiter
Was ist ein schlechter CIO? Was ist ein schlechter CIO? Manchmal treibt der "Nocens Executor" jahrelang sein Unwesen, ohne als solcher erkannt zu werden. Dabei richtet er oft beträchtlichen Schaden an. weiter
Web 2.0 statt User-Group? Web 2.0 statt User-Group? Über interaktive Web-Plattformen lassen sich schnell kompetente Diskussionspartner finden. Anwender diskutieren, ob User-Groups noch einen Sinn haben. weiter
Kagermann diskutiert mit CIO Kagermann diskutiert mit CIO Unter vier Augen hatten sich der amtierende SAP-Chef Henning Kagermann und Rainer Janßen, CIO der Münchner Rück, viel zu sagen. weiter
Arbeitswelt im Web 2.0 Die Grenzen von Itil 3 Was ist ein schlechter CIO? Web 2.0 statt User-Group? Kagermann diskutiert mit CIO
  • CW Selfcheck
  • Top geklickt
  • Top verlinkt
  • Neue Whitepaper
  • Beliebteste Whitepaper
Frage der Woche

Maxdata ist insolvent. Glauben Sie, dass sich Hardware in Deutschland profitabel fertigen lässt?

TESTEN SIE IHR WISSEN KOSTENLOSE NEWSLETTER VON COMPUTERWOCHE
Nachrichten morgens
Whitepaper
Nachrichten mittags
CW-Mittelstand
Highlights der Woche
Hardware
Unternehmenszahlen
Software
Job + Karriere
Open-Source
Stellenmarkt
Produkte + Techn.
Freiberufler
Security