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Computerwoche 39/2007

Im Focus: Recruiting

27.09.2007, Update am 27.09.2007

Die international tätige HR-Beratung DDI befragte europaweit 2251 Stellensuchende und rund 100 Recruiting-Verantwortliche und Linien-Manager mit Personalverantwortung zu Bewerbungs- beziehungsweise Auswahlprozessen. Das Ergebnis: Nicht nur den Bewerbern unterlaufen grobe Schnitzer während des Einstellungsgesprächs. Auch die Interviewer begehen Kardinalfehler. In der Konsequenz werden Stellen falsch besetzt, Talente laufen zum Wettbewerb über.

Wie die Studie "Selection Forecast 2006-2007" zeigt, ist der Eindruck, den ein Kandidat im Auswahlgespräch von der Personalabteilung und dem Unternehmen gewinnt, ausschlaggebend für die Entscheidung, ob er den Job annimmt oder absagt. Im Hinblick auf den Wettbewerb um Talente, den 75 Prozent der Personaler als sich verschärfend einschätzen, sind die Unternehmen gefordert, ihren Auswahlprozess kritisch zu prüfen. Wie die Studie zeigt, unterlaufen vielen Arbeitgebern bereits im Auswahlgespräch entscheidende Fehler. Am meisten stört die befragten Kandidaten, wenn der Gesprächspartner den Eindruck vermittelt, er habe keine Zeit für das Interview (66 Prozent). Als nahezu genauso negativ empfinden sie das Gefühl, dass Informationen zurückgehalten werden oder das Gespräch einem Kreuzverhör gleicht. Die Linien-Manager mit Personalverantwortung sind dagegen von ihren Kompetenzen überzeugt, immerhin 78 Prozent schätzen sich als gute Interviewer ein.

Ihrerseits stört die Linien-Manager vor allem, wenn Bewerber vage Auskünfte über berufliche Erfahrungen geben (76 Prozent) oder persönliche Informationen vorenthalten (57 Prozent). Unpünktlichkeit steht bei 56 Prozent der Befragten auf der Schwarzliste. Übertriebene Darstellung der Qualifikationen und fehlendes Wissen über das Unternehmen (jeweils 50 Prozent) missfallen den Personalverantwortlichen ebenfalls. Die Untersuchung zeigt: Noch denken viele Manager, dass ausschließlich die Bewerber in der Bringschuld stehen. Dass sie sich selbst ebenfalls bewerben, nämlich um die besten Talente, ist vielen nicht bewusst. (hk)


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