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Computerwoche 36/2007

Microsoft steht am Pranger

06.09.2007
Wegen Manipulationen scheiterte OOXML im ersten Standardverfahren.

Nachdem die International Organization for Standardization (ISO) das Open Document Format (ODF), Grundlage von "OpenOffice" und "StarOffice", als Norm für Office-Dokumente anerkannt hat, will Microsoft gleichziehen. Das eige-ne Format Office Open XML (OOXML), beschrieben auf mehr als 6000 Seiten, soll im Eilverfahren ebenfalls internationale Anerkennung erhalten. Bei den nationalen Vorentscheidungen ist es jedoch zu Verfahrensmanipulationen gekommen.

In den USA, Schweden, der Schweiz und Italien tauchten in den Gremien der nationalen Standardisierungsbehörden plötzlich neue Mitglieder auf, Business-Partner von Microsoft. Andernorts kam es zu massiven Verletzungen von Verfahrensregeln. Die Kette der Skandale nahm solche Ausmaße an, dass sich politische Institutionen einschalteten.

Schließlich votierten die nationalen Standardisierungsbehörden mit 18 Stimmen für OOXML. 15 Länder lehnten ab, und acht enthielten sich. Damit hat das Microsoft-Format in der ersten Runde keine Mehrheit bekommen. Dennoch sind die Redmonder nicht chancenlos: Im komplizierten Abstimmungsprozess der ISO hat der Softwaregigant noch die Gelegenheit, sich mit Nachbesserungen durchzusetzen. Mehr auf Seite 6


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