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Web 2.0 leitet traditionelle Umsatzströme um

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Auf TK-Gesellschaften, Medien und etablierte Internet-Anbieter wächst der Druck.
Vor allem die genannten Branchen müssen ihre bisherigen Geschäftsmodelle überdenken. Dabei können sie durchaus neue Einnahmequellen mit Web 2.0 entdecken.
Vor allem die genannten Branchen müssen ihre bisherigen Geschäftsmodelle überdenken. Dabei können sie durchaus neue Einnahmequellen mit Web 2.0 entdecken.
Vor allem die genannten Branchen müssen ihre bisherigen Geschäftsmodelle überdenken. Dabei können sie durchaus neue Einnahmequellen mit Web 2.0 entdecken.

Die Strategie- und Technologieberatung Booz Allen Hamilton hat sich in einer internationalen Untersuchung mit dem Nutzerverhalten im viel zitierten Web 2.0 beschäftigt. Dabei wurden insbesondere die Web-Community "Myspace", die Musik-Plattform "iTunes" sowie die Nutzung von Instant-Messaging näher betrachtet.

Was ist Web 2.0?

Laut Beraterdefinition sind es Anwendungen, die den Internetnutzern eine interaktive Rolle ermöglichen und sie aktiv in den Informationsaustausch, die Informationsbearbeitung, die Inhaltegenerierung und die Nutzung von Unterhaltungsmedien einbeziehen. Beispiele für solche Dienste sind Myspace, Youtube, Flickr, Wikipedia, Myvideo oder Openbc (Xing).

Mit Blick auf Deutschland ergab sich, dass mittlerweile rund 12,8 Millionen Nutzer aller Altersgruppen und unabhängig von Geschlecht oder Ausbildung interaktive und partizipative Anwendungen wie Communities, Blogs sowie virtuelle Kontaktbörsen nutzen. Etwa die Hälfte der Myspace-Nutzer verlassen sich bereits heute bei Kaufentscheidungen auf Empfehlungen von Freunden und Bekannten in Web 2.0-Foren - allein deshalb schon sollten Unternehmen die Entwicklung nicht als bloßen Hype abtun.

Internet-Ökonomie wächst

Laut Studie beschleunigen die steigende Akzeptanz und Nutzung von Web 2.0-Diensten das Wachstum der Internet-Ökonomie. Beliefen sich in Deutschland die Gesamtumsätze (für "E-Commerce", kostenpflichtige Dienste und Werbung) im Jahr 2005 noch auf 17,1 Milliarden Euro, so geht Booz Allen Hamilton bereits für 2008 von einem Gesamtvolumen von 44,2 Milliarden Euro aus.

Das größte Potenzial - mit jährlichen Wachstumsraten von 60 Prozent - sehen die Berater in kostenpflichtigen Diensten wie Musik-Downloads, Premium-Mitgliedschaften in Community-Angeboten oder Online-Games. Bereits 2008 werden die deutschen Internet-Nutzer insgesamt 6,4 Milliarden Euro für kostenpflichtige Online-Dienste ausgeben. Im selben Zeitraum steige das Gesamtvolumen für Online-Werbung von 1,3 Milliarden Euro auf 2,8 Milliarden Euro, der E-Commerce-Umsatz werde um 35 Prozent pro Jahr zulegen und sich 2008 auf etwa 35 Milliarden Euro belaufen.

Einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung leisten die Web-2.0-Dienste indes nicht. Vielmehr führten sie im Wesentlichen zu einer Umsatzverschiebung innerhalb eines wachsenden Internet-Marktes und hätten teilweise auch eine Kannibalisierung der Einnahmen mit bisherigen Internet-Diensten zur Folge, so die Berater. Traditionelle Medien- und Telekommunikationsanbieter müssten auf diesen Trend reagieren, um langfristig zu überleben. So belegt die Studie, dass Web-2.0-Anwendungen und IP-basierende Dienste wie Internet-Telefonie und Instant Messaging bisherige Kommunikationsformen (Telefon, SMS) massiv bedrohen werden. In Westeuropa sei dadurch bei den traditionellen TK-Konzernen ein Umsatzvolumen von rund 11,8 Milliarden Euro in Gefahr.

Mut zur Lücke

Doch aus Sicht der Strategieberatung liege in der Bedrohung auch eine Chance. So könnten Web-2.0-Konzepte die betriebliche Effizienz (Kundenservice, Marketing, Produktentwicklung) steigern helfen sowie neue Geschäftsmodelle und Anwendungen ermöglichen. So gebe es beispielsweise eine deutliche Nachfrage nach mobilen Web-2.0-Diensten. Allein 58 Prozent der deutschen Myspace-Nutzer gaben an, das Angebot auch von unterwegs nutzen zu wollen. Andere Beispiele seien Websites mit Produkttests.

Langfristig werden aber nur die Geschäftsmodelle erfolgreich sein, die durch eine konsequente Ausrichtung des Angebotsportfolios eine kritische Masse an Nutzern gewinnen, damit relevante Netzwerkeffekte erreichen und die Kunden langfristig an sich binden können. Die Berater gehen davon aus, dass die großen und etablierten Internet-Unternehmen wie Yahoo, Google oder Ebay diesbezüglich eine gute Ausgangsposition haben, um vom Web 2.0 zu profitieren. Von den neuen Web-2.0-Modellen und -Anbieter werden hingegen mittelfristig nur einige wenige überleben. (as)

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