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Limux: München beginnt den Desktop-Rollout

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Die Stadt hat die ersten 100 PCs auf das Open-Source-System umgestellt.
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Ihre strategische Entscheidung für Linux hatte die Bayern-Metropole vor knapp drei Jahren angekündigt und damit für Schlagzeilen gesorgt. "Es hat auf dem Weg einige Verzögerungen gegeben, aber jetzt kommen wir stetig voran", bilanziert der Limux-Projektsprecher Florian Schießl.

Seit Dienstag dieser Woche seien die ersten 100 PCs von Microsofts Windows und Office auf Linux und OpenOffice.org umgestellt worden. "Wir arbeiten heute immer noch in beiden Welten - Windows und Linux", so Schießl. "Aber in den kommenden zwei Jahren wird die Linux-Welt wachsen, während die Windows-Welt schrumpft."

Vollständige Linux-Migration "unrealistisch"

Eine vollständige Migration auf Linux sei "unrealistisch", konzediert der Projektsprecher. Einige Hardware- und Softwareprodukte erforderten auch zukünftig Windows; einige andere speziell im Bereich Desktop Publishing erforderten außerdem weiterhin Rechner von Apple.

Bis Jahresende will die Stadt München 200 PCs auf ihre Open-Source-Desktop-Umgebung migriert haben. "Die meisten dieser Rechner werden für relativ einfache Bürokommunikation verwendet", erläutert Schießl. Das eingesetzte System basiert auf der GNU/Linux-Distribution Debian 3.1 mit KDE 3.5 als Benutzeroberfläche und OpenOffice.org 2 als Bürosuite.

Das Linux-Team habe Richtlinien erstellt, die den Mitarbeitern dabei helfen sollen, eventuell auftretende Probleme bei der Formatkonvertierung der Office-Dokumente zu überwinden. "Mit OpenOffice haben wir kein Problem, die Microsoft-Formate zu öffnen und zu lesen. Und bei den meisten einfachen Dateien gibt es keine Verarbeitungsprobleme", sagt Schießl.

Schwierig wird es nach Einschätzung des Projektsprechers, einige der größeren Abteilungen der Verwaltung mit komplexeren Abläufen zu migrieren. "Wir gehen davon aus, dass wir unser Planziel erreichen werden, bis Ende 2008 rund 80 Prozent aller Desktop-Systeme unter Linux zu betreiben", gibt sich Schießl dennoch optimistisch.

Die Verspätungen im Limux-Projekt begannen mit der Debatte um Softwarepatente, gefolgt von unerwartet langwierigen Verhandlungen mit den Dienstleistern, die sich um Systemkonfiguration und Support-Services bewarben. Zu guter Letzt wurde auch noch die Pilotphase um ein Jahr verlängert.

Die Entscheidung der norwegischen Stadt Bergen, die sich ebenfalls auf Open-Source-Kurs befindet, ihre Linux-Desktop-Pläne um zwei Jahre zu verschieben, wollte der Münchner Projektverantwortliche nicht kommentieren. Er habe nicht genug Informationen, so Schießl weiter. Bergen hatte im Dezember angekündigt, es werde zunächst ein E-Government-Portal bauen und erst später seine Windows-basierenden Systeme in eine Linux-Umgebung überführen. Neben München und Bergen hat auch Wien ambitionierte Pläne für den Einsatz von Linux. (tc)

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