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Sage will in Deutschland zukaufen

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Der ERP-Anbieter fürchtet Microsoft angeblich nicht.

Für Paul Walker, Chief Executive des ERP-Anbieters Sage Group Plc., sind die Umsätze in Deutschland noch ausbaufähig. Hierzulande setzte die Sage Software (vormals Sage KHK) vergangenes Jahr knapp 52 Millionen Euro um. In Großbritannien erwirtschaftet der ERP-Player trotz des dort kleineren Marktpotenzials viel mehr (über 267 Millionen Euro). Als eine Möglichkeit, die Einnahmen zu steigern, bezeichnete Walker den Kauf eines nicht näher bezeichneten deutschen ERP-Herstellers, dessen Lösung oberhalb der eigenen "Office Line" angesiedelt ist. "Unsere Produktphilosophie endet dort, wo die Projekte so komplex werden, dass der Hersteller den Kunden direkt bedienen muss", so Walker gegenüber der COMPUTERWOCHE. Weitere Übernahmen in Deutschland plant Sage auch im Lowend-Segment, denn dort macht der ERP-Lieferant weniger Umsatz als anderswo in der Welt.

Obwohl viele potenzielle Kunden in Deutschland bereits mit betriebswirtschaftlicher Software ausgestattet sind, wünschten sich einige besser integrierte Lösungen, da sie oft mehrere Produkte gleichzeitig nutzen, die nicht reibungslos zusammenarbeiten. Nachholbedarf hätten ferner solche Unternehmen, die ihre Prozesse nur zum Teil mittels Software automatisiert haben. So verfügten zwar viele mittelständische Industriebetriebe über eine Fertigungssteuerung, nicht aber über Planungsmodule. Zudem fehle diesen Betrieben oft Software zum Auswerten ihrer Geschäftsdaten (Business Intelligence).

Ausbauen möchte Sage daher das Angebot an industriespezifischen Lösungen für kleine und mittelständische Kunden. Dazu zählen Anwendungen für die industrielle Fertigung, Distribution und Großhandelsdistribution sowie Dienstleistungen. Walkers Ansicht nach wird der Markt für mittelständische Business-Software in den nächsten drei bis vier Jahren von vertikalen Paketen bestimmt sein.

Diesen Bedarf möchte auch der Konkurrent Microsoft Business Solutions bedienen. Anders als die Gates-Company versuche Sage jedoch nicht, Produkte für den Weltmarkt zu definieren, sondern gehe einzelne Länder mit speziellen Produkten an. So ist Office Line, mit dem Sage hierzulande am meisten umsetzt, anderswo in dieser Form nicht erhältlich. "Kunden von betriebswirtschaftlicher Software wollen lokal entwickelte Produkte mit lokalem Support und lokalen Partnern", so Walker. Aus diesem Grund gibt sich der Firmenlenker auch angesichts von Microsofts bisher noch vagem Vorhaben gelassen, betriebswirtschaftliche Funktionen in "Office" zu integrieren. Eine solche Offerte würde unter anderem mit "PC Kaufmann" in Wettbewerb treten, das die meisten der rund 250000 Sage-Kunden hierzulande einsetzen. (fn)

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