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Antispam-Spezialist kostet 370 Millionen Dollar

Symantec übernimmt Brightmail

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MÜNCHEN (CW) - Symantec will den Antispam-Spezialisten Brightmail Inc. für rund 370 Millionen Dollar in bar übernehmen. Mit dem Verkauf des Unternehmens lassen die Brightmail-Verantwortlichen ihre Pläne fallen, noch im laufenden Jahr einen Börsengang zu wagen.

Symantec beabsichtigt, seine Sicherheitslösungen mit den Antispam-Tools von Brightmail zu ergänzen. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass der Deal bis zum Juli dieses Jahres abgeschlossen sein wird - das Einverständnis der Wettbewerbsbehörden vorausgesetzt. Details zur Integration wurden bislang nicht bekannt gegeben. Während Symantec mit seinen Produkten wie Antivirensoftware hauptsächlich im Consumer-Geschäft aktiv ist, betreut Brightmail fast ausschließlich Firmenkunden. Daher ergänzten sich die Angebote der Unternehmen, hieß es von beiden Seiten.

Brightmail offeriert seinen Unternehmenskunden integrierte Antispam-Lösungen aus Software mit den dazugehörigen Services. Zu der Klientel zählen unter anderen die großen Internet-Service-Provider (ISPs). Brightmail betreut rund 1800 Kunden weltweit. Der in San Francisco ansässige Security-Anbieter erwirtschaftete im Ende Januar 2004 abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von rund 26 Millionen Dollar. Der Nettogewinn betrug 1,2 Millionen Dollar.

Trotz der langjährigen Zusammenarbeit beider Firmen kam die Akquisition für viele Branchenbeobachter überraschend. Seit Juli 2000 ist Symantec mit rund elf Prozent an dem Antispam-Spezialisten beteiligt. Brightmail integriert seit einiger Zeit die Antiviren-Produkte des Partners in seine Security-Lösungen. Erst im März 2004 hatten die Brightmail-Verantwortlichen angekündigt, den Gang an die Börse zu wagen. Die Pläne für das Initial Public Offering (IPO), mit dem rund 80 Millionen Dollar erlöst werden sollten, seien bereits weit fortgeschritten gewesen, erklärte Enrique Salem, President und Chief Executive Officer (CEO) von Brightmail.

Positives Echo bei den Investoren

Mit der Akquisition durch Symantec lasse sich das Wachstum des Unternehmens jedoch effizienter beschleunigen, so die Auffassung der Firmenleitung und weiterer Investoren. Das Angebot von 370 Millionen Dollar sei sehr attraktiv, erklärte beispielsweise Jay Hoag, Vertreter des Kapitalgebers Technology Crossover Ventures (TCV).

Analysten bewerten die Übernahme positiv. Für die Administratoren werde die Wartung und Pflege ihrer Systeme künftig mit einem integrierten Paket eines einzelnen Anbieters einfacher, erläutert David Daniels, Analyst von Jupiter Research. Die Akquisition sei die logische Konsequenz der engen Zusammenarbeit beider Anbieter während der vergangenen Jahre, ergänzt Rebecca Wetteman von Nucleus Research.

Symantec setzt mit der Übernahme von Brightmail seine Einkaufstour unter den kleineren Anbietern von Sicherheitslösungen fort. In den vergangenen Jahren hatte der im kalifornischen Cupertino beheimatete Hersteller unter anderen Safe Web und On Technology übernommen. Laut den Bilanzen der vergangenen Quartale kann sich Symantec die Zukäufe leisten. Im kürzlich abgelaufenen vierten Quartal des Geschäftsjahres 2003/04 verdoppelte Symantec mit 117 Millionen Dollar seinen Gewinn im Jahresvergleich fast. Der Umsatz lag bei 556 Millionen Dollar.

Experten gehen jedoch davon aus, dass der Druck im Markt für Sicherheitslösungen wachsen und die Konsolidierung weiter forcieren wird. So versucht beispielsweise Microsoft verstärkt, eigene Lösungen zu entwickeln und in seine Betriebssysteme zu integrieren. Branchenbeobachter spekulieren seit Monaten über kommende Antispam- und Antivirus-Tools des Herstellers. (ba)

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