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Brüssel bezichtigt Telekom der Wettbewerbsverzerrung im Internet

EU-Kommission nimmt BT-Merger mit MCI genauer unter die Lupe

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Die Hoffnung der beiden Unternehmen, schon im ersten Anlauf die Hürde bei der EU zu nehmen, hat sich - für Marktbeobachter allerdings nicht überraschend - zerschlagen. Brüssel will in einem zweiten Untersuchungsprozeß einige wettbewerbskritische Belange des geplanten Mergers näher unter die Lupe nehmen.

Im wesentlichen beabsichtigt die Kommission abzuwägen, ob die Existenz von Concert Plc., wie das neue Unternehmen heißen soll, den Markt in folgenden drei Punkten beeinträchtigt:-Wird die Position der wichtigsten Wettbewerber am Markt durch die Fusion entscheidend geschwächt?-Kann Concert transatlantischen Sprach- und Datenverkehr über Großbritannien routen, ohne daß Konkurrenten dieser Weg offensteht?-Reduziert das Unternehmen die Verfügbarkeit von Transatlantikstrecken insbesondere für neu am Markt agierende Carrier?

Ein Ja oder Nein beziehungsweise Auflagen der Eurokraten an Concert werden bis zum 11. Juni 1997 erwartet, da die zweite Phase der Prüfung bis zu diesem Datum terminiert ist. Insgesamt kommt das Projekt durch den Aufschub in Brüssel nicht in Zeitverzug, da der Merger auch der Genehmigung der Federal Communications Commission (FCC) in den Vereinigten Staaten bedarf. Mit einer Entscheidung aus Washington wird aber frühestens Mitte des Jahres gerechnet, Insider halten einen Bescheid sogar erst gegen Ende 1997 für wahrscheinlich.

Das BT-Headquarter in London demonstriert währenddessen Optimismus. Seitens des Managements verlautete, der Brüsseler Entschluß sei keine Überraschung, man werde auch weiterhin eng mit den zuständigen Gremien kooperieren. Allerdings befürchten die Verantwortlichen, daß im Falle einer Zustimmung der Europäer im Sommer das FCC weitere Bedingungen an den Deal knüpfen könnte.

Kommt die Fusion zustande, würde nach AT&T, der japanischen NTT und der Deutschen Telekom AG der viertgrößte TK-Anbieter der Welt entstehen. Experten schätzen den Umsatz von Concert auf rund 60 Milliarden Mark pro Jahr. Weltweit würde der Carrier etwa 43 Millionen Geschäfts- sowie Privatkunden in 70 Staaten betreuen und 182 000 Beschäftigte zählen.

Die Übernahme dürfte BT rund 22 Milliarden Dollar kosten und wäre damit eine der größten Fusionen aller Zeiten. Vor vier Jahren hatten die Briten bereits 4,3 Milliarden Dollar für eine Beteiligung von 20 Prozent an MCI bezahlt.

Die Hoffnung des BT-Chefs steht allerdings auf tönernen Füßen. Das größte Problem stellt ein US-Gesetz dar, das ausländischen Investoren eine maximale Beteiligung von 25 Prozent an amerikanischen Unternehmen erlaubt.

BT muß sich in Europa übrigens zusammen mit der Telekom, France Télécom und Belgacom einer weiteren Prüfung der EU-Kommission stellen. Wie aus Brüssel bekannt wurde, haben die Wettbewerbshüter gegen das Quartett eine Untersuchung eingeleitet, weil diese Carrier ihre Internet-Infrastrukturen nahestehenden Unternehmen angeblich zu günstigeren Konditionen anbieten als unabhängigen Service-Providern. Alle vier Netzbetreiber wurden von Brüssel angeschrieben und müssen zu insgesamt elf Fragen Stellung nehmen. Die Deutsche Telekom bestätigte die Anfrage.

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