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Am 18. Februar beginnt der größte Wirtschaftsprozeß des Jahrhunderts:

Ring frei für "USA versus IBM"

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NEW YORK - Nach sechsjähriger Vorbereitungszeit beginnt am Dienstag, den 18. Februar am US District Court for the Southern District of New York der Antitrust-Prozeß "USA gegen IBM". Prozeßgrundlage sind 27 Millionen Aktenseiten vertraulicher IBM-Dokumente und hunderte von Zeugenaussagen.

Der Prozeß wird voraussichtlich ein volles Jahr dauern. Ein weiteres Jahr wird vergehen, bis das Gericht seine Entscheidung fällt. Mit größter Wahrscheinlichkeit wird es danach eine Neulnszenierung in der zweiten Instanz geben, bevor der Prozeß letztlich vom Supreme Court frühestens in fünf Jahren endgültig entschieden wird.

Vorwürfe der US-Regierung

Die US-Regierung, vertreten durch die Antitrust-Division des

Justice Departments, fordert in ihrer 349 Seiten langen Klageschrift die "Aufteilung des gesamten in- und ausländischen Computer-Bereichs der IBM (Herstellung, Vertrieb, Forschung und Entwicklung, Kapital, Patente und Know-how) in mehrere getrennte, unabhängige und gleichstarke (competetively balanced) Unternehmen, die fähig sind, auf dem nationalen und internationalen Markt gegeneinander und gegen andere in- und ausländische Wettbewerber zu konkurrieren".

Die Regierungsanwälte werden zu beweisen versuchen, daß IBM drei Viertel des Marktes für General Purpose Computer Systeme kontrolliert.

Diese Marktstellung versuche IBM durch wettbewerbsverzerrende Praktiken im Bereich Finanzen, Marketing und technische Standards zu erhalten. Insbesondere behauptet die Regierung, IBM habe zu Shaden der Konkurrenz "Papiertiger-Maschinen" frühzeitig angekündigt, Preise in Abhängigkeit vom Ausmaß der Konkurrenz und unabhängig von den Kosten willkürlich festgesetzt, dabei auch mit Dumping-Preisen gearbeitet, mit besonderen Rabatten den Universitäts- und Schulmarkt geködert und technische Schnittstellen manipuliert. Als gewichtigen Beweis für ihre Thesen führt die Regierung an, daß finanzstarke Großkonzerne wie General Electric und RCA das Rennen um einen Platz am Computer-Markt aufgeben mußten.

IBM's Gegendarstellung

In IBM's 374 Seiten langer Klageerwiderung werden diese Vorwürfe kategorisch abgestritten.

IBM's Gegendarstellung betont vor allem zwei Punkte: IBM habe einen Marktanteil von weniger als 50 Prozent,dabei wird der Markt jedoch so großzügig definiert, daß beispielsweise von den Telefongesellschaften gelieferte Datenübertragungs-Hardware eingeschlossen ist. Zum anderen sei IBM's Erfolg allein auf bessere Produkte, besseren Service und mehr Innovation zurückzuführen. Entgegen üblicher IBM-Policy, über Mitbewerber zu schweigen, wird GE und RCA vorgeworfen, sie hätten sich eben nicht wie IBM entsprechend stark in der Datenverarbeitung engagiert, sondern es vorgezogen, sich weiterhin mit Generatoren, Flugzeug-Turbinen und Glühlampen (GE) oder Farbfernsehen, Autovermietung und Teppichherstellung (RCA) zu kümmern.

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